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Angeschlagener Handelskonzern 7000 Arcandor-Mitarbeiter fordern Hilfe

 ·  Mit Parolen wie «Wir wollen Steuerzahler bleiben» haben mehre tausend Mitarbeiter des Essener Arcandor-Konzerns in Berlin für staatliche Hilfen zur Rettung ihres Unternehmens demonstriert. Wirtschaftsminister Guttenberg sicherte den Demonstranten zu, dass der Antrag geprüft werde.

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Joachim Mense
Joachim Mense (JMense) - 28.05.2009 11:18 Uhr

Kann man Hilfe fordern?

Es nimmt schon fast widerliche Züge an, dieses Fordern nach Hilfe. Als ob die Bereitschaft der Allgemeinheit, einem Privat-Unternehmen mit öffentlichen Geldern unter die Arme zu greifen, eine gewissermaßen moralisch einklagbare Selbstverständlichkeit ist! In Wirklichkeit aber werden die Gelder nur den Unternehmenseigentümern helfen: Den Familien Quandts und Piechs und Schaefflers - alles Vertreter ihrer Art, welche sich in guten Zeiten dadurch auszeichneten, dass sie erstens den Staat und das Gemeinwohl zum Teil öffentlich verachteten (Steuersenkungen! Löhnkürzungen! Rentenprivatisierungen! Kündigungsschutz lockern! etc) und die zweitens selbst nicht gerade bedürftig sind. Alle von ihnen sind vielfache Millionäre bzw. Milliardäre. Wenn nun die Belegschaft von Arcandor auf die Straße geht (statt die Mehrheits-Eigentümer, welche lieber im Verborgenen bleiben), dann ist das jämmerlich und traurig. Denn der Fall Schaeffler hat's ja vorgemacht: Man benutzt die Arbeitnehmer nur als nützlich-doofe Verfügungsmasse, um in der Politik Einfluss zu nehmen. Später, wenn man die Belegschaft für diese Zwecke nicht mehr braucht, kommen die Entlassungsschreiben. Und zwar 1000fach ausgestellt.

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Edda Kuhlmann

Mit dem Eingreifen bei Opel

hat die Regierung die Schleusentore geoeffnet. Natuerlich klopft Arcondor jetzt an- es wird auch nicht der letzte Konzern an. Die Zeche zahlen alle die Unternehmen, die die Krise besser gemeistert haben und jetzt zusehen muessen, wie ihre Konkurrenten von (den eigenen) Steuergeldern kuenstlich am Leben erhalten werden. Eine Gesundung der Wirtschaft ist so nicht zu erwarten.

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Jörg Fuhrmann
Jörg Fuhrmann (J.Fu) - 27.05.2009 22:51 Uhr

Es geht nicht um die Arbeitsplätze

Ich hätte die Überschrift anders formuliert. Sie hätte dann in etwa folgendermaßen gelautet. Das Managment von Arcandor will Geld vom Staat mit Hilfe der Angst von 7000 Mitarbeitern. Denn dort liegt, nach meiner Meinung, des Pudels Kern. Die 7000 Mitarbeiter sind lediglich eine Druckmasse. Nach demAbkassieren wird aus ihr wieder ein Kostenfaktor. Im Übrigen bin ich mir bei einem ganz sicher. Wenn man das Geld bei Arcandor erhalten hat, wird man es mitnichten für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen. Es wird lediglich dazu verwendet die bisherige, falsche und ruinöse Geschäftspolitik fortzusetzen. Dabei werden letztendlich nicht nur die Arbeitsplätze der 7000 eigenen Mitarbeiter, sondern auch noch zahlreiche andere Existenzen vernichtet.

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Christoph Anschütz

Karstadt ist nicht zu retten, die sind seit 20 Jahren passe

was Steinbrück da treibt, ist Wahlkampf, nicht Finanzpolitik. Aber wer zahlt die Zeche?

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Norbert Lang

Arcandor

Nur weil das Wort Wirtschaftskrise fällt und in vielen Unternehmen das Management einfach nur versagt hat, bitten alle Vater Staat um Hilfe.
Betrachte man den Mittelstand: Ein mittelständisches Unternehmen das sich wegen Missmanagement nicht halten kann, geht auch pleite. Arbeiter verlieren ihre Jobs, bekommen aber wieder welche (hoffentlich). Das ist der Lauf der Wirtschaft und der gegenseitigen Konkurrenz von Unternehmen. Idealer Weise regeneriert sich die Wirtschaft von selbst "Selbstheilung der Wirtschaft") - OHNE Eingreifen des Staates -, aber vor einem Wahlkampf ist ja nun vieles möglich, und man kann natürlich einiges erwarten.
Warum ist es so schwer zu begreifen, dass auch ein großes Unternehmen - mit 50'000 Arbeitern - Pleite gehen kann? Das ist doch eigentlich normal in der Marktwirtschaft. Warum sträubt man sich dagegen? Hilfe vom Staat hat meiner Meinung nach kein Unternehmen verdient, wenn es sich selbst ruiniert hat, weder Opel, Arcandor oder irgendeine Bank. Da können die "kleinen Arbeiter" nun wenig dafür, sie hätten aber auch zur "Konkurrenz" wechseln können.

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Gerd Lehmann
Gerd Lehmann (Gerd_L) - 27.05.2009 19:22 Uhr

Karstadt

Ich habe fast 20 Jahre im Handel gearbeitet, und ich kann sagen, das die Probleme von Karstadt ALLE hausgemacht sind ... als es z.B. in den meisten Unternehmen schon Warenwirtschaftsysteme gab, hat man bei Karstadt noch mit Karteikarten gearbeitet, und von den internen Strukturen ganz zu schweigen, die Zentralverwaltung z.B. war/ist eine große schwerfällige Behörde ... und so zieht es sich runter bis ins kleinste Warenhaus.

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Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

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