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Angeschlagene Großbank Gerüchte über Verkaufspläne der Citigroup

21.11.2008 ·  Der Aktienkurs des amerikanischen Finanzriesen hat sich innerhalb weniger Tage halbiert. Nun erwägen Spitzenmanager der Citigroup offenbar einen vollständigen Verkauf der Bank oder zumindest die Veräußerung von Teilsparten.

Von Norbert Kuls, New York
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Der Druck auf die angeschlagene amerikanische Großbank Citigroup wächst. Spitzenmanager der Citigroup erwägen angesichts des stark gefallenen Aktienkurses offenbar einen vollständigen Verkauf der Bank oder zumindest die Veräußerung von Teilsparten. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Die internen Diskussionen befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium, hieß es.

Die „New York Times“ berichtet dagegen, dass die Geschäftsführung der Bank nach Wegen sucht, den Aktienkurses zu stabilisieren, aber einen Verkauf noch nicht aktiv verfolgt. Der Aktienkurs der Citigroup war in den ersten vier Handelstagen der Woche um rund 50 Prozent gefallen. Auch die Aktien anderer Banken gerieten unter Druck. So fiel der Kurs von Goldman Sachs in dieser Woche erstmals unter den Ausgabepreis beim Börsengang vor fast 10 Jahren. Der amerikanische Aktienindex S&P 500, in dem Finanzwerte stark gewichtet sind, sackte am Donnerstag auf das niedrigste Niveau seit April 1997.

Bankaktien stehen unter Druck

Börsianer sorgen sich, dass das jüngst vom Kongress verabschiedete Rettungspaket von 700 Milliarden Dollar für die Finanzbranche möglicherweise nicht ausreicht. Das Finanzministerium hatte damit begonnen, Banken über direkte Beteiligungen zu stützen. Allein die Citigroup hatte 25 Milliarden Dollar erhalten. Allerdings hat Finanzminister Henry Paulson den ursprünglichen Plan aufgegeben, faule Kredite und Anleihen von den Banken zu übernehmen. Im Zuge der Häuserkrise war besonders der Wert komplexer, mit Hypotheken besicherter Anleihen gefallen. Die Citigroup gehörte zu den Banken, die stark in diesem Geschäft aktiv gewesen waren.

Bankaktien stehen aber auch wegen der allgemein schwachen Geschäftsaussichten unter Druck. Aufgrund des nachlassenden Wirtschaftswachstums befürchten Analysten einen Anstieg der Ausfälle bei Verbraucherkrediten, Verluste bei Kreditkarten sowie weitere Einbußen im Hypothekengeschäft. Die schwache Börse belastet zudem die Investmentbanking-Sparten der Geldhäuser. „Alle Gefahrensignale blinken rot“, sagt Simon Johnson, Wirtschaftsprofessor an der Eliteuni MIT.

Citigroup-Vorstandschef Vikram Pandit bezeichnete die Kapitalbasis und die Liquidität der Citigroup Anfang der Woche als stark. Die Kosten seien deutlich gesunken, die risikoreichen Vermögenswerte seien reduziert worden, und die Ertragskraft sei langfristig „enorm“. Der saudi-arabische Prinz Alwaleed, der größte Einzelaktionär der Citigroup, hat daraufhin angekündigt, seinen Anteil von zuletzt weniger als 4 Prozent wieder auf 5 Prozent zu erhöhen. Die Citigroup hatte Anfang der Woche die Streichung von mehr als 50.000 Arbeitsplätzen bekanntgegeben. Andere Banken wie J.P. Morgan Chase oder die Regionalbank Bank of New York Mellon kürzen ebenfalls Stellen.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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