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„Amflora“ Die Genkartoffel darf wieder angebaut werden

27.04.2009 ·  Gerade erst hat Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner den Anbau einer genmanipulierten Maissorte abgelehnt. Bei der gentechnisch veränderten Kartoffel „Amflora“ hat sie nun anders entschieden: BASF darf „Amflora“ wieder im Freilandversuch anbauen.

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Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat den Versuchs-Anbau der umstrittenen Gen-Kartoffel Amflora erlaubt. Von der Kartoffel gingen „keine Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt“ aus, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag auf Anfrage. Zu dieser Überzeugung sei Aigner nach „eingehender Prüfung“ und Gesprächen mit Wirtschaft und Wissenschaft gekommen.

Bei der Erlaubnis geht es um den Versuchs-Anbau der Kartoffel in Mecklenburg-Vorpommern. Amflora produziert aufgrund ihrer genetischen Veränderung mehr von einer bestimmten Stärkesorte, die in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie verwendet wird. Die Amflora-Kartoffel ist besonders umstritten, weil sie gegen Antibiotika resistent ist. Die Resistenz könne sich auf Tier und Mensch übertragen und den Kampf gegen einzelne Krankheiten erschweren, befürchten Kritiker.

Anbaufläche wird reduziert

BASF habe sich zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen beim Versuchsanbau von Amflora verpflichtet, teilte Aigner mit. Dazu gehöre die Reduzierung
des Versuchsanbaus von ursprünglich 150 auf 20 Hektar an einem einzigen Standort in Mecklenburg-Vorpommern. Auch werde ein überwachter Wildschutzzaun um die gesamte Versuchsfläche errichtet.

Für Amflora liegt bisher noch keine EU-Zulassung vor. BASF hat die EU-Kommission im vergangenen Jahr verklagt, weil Brüssel seiner Meinung nach die Zulassung der Kartoffel verzögerte (siehe EU berät länger über Gen-Kartoffel). Das Zulassungsverfahren für Amflora läuft seit 1996.

Zuletzt hatte Aigner die Aussaat des Gen-Maises Mon 810 des amerikanischen Saatgut-Konzerns Monsanto in Deutschland verboten. Für diesen Mais gibt es bereits eine Zulassung für den kommerziellen Anbau. Deutschland hatte allerdings eine sogenannte Schutzklausel genutzt, um die Aussaat dennoch zu untersagen. Monsanto hat gegen das Verbot geklagt (siehe Monsanto klagt gegen deutsches Genmais-Verbot).

Söder: Falsches Signal

Bayerns Umweltminister Markus Söder kritisierte seine Berliner Parteifreundin am Montag: „Ich bin sehr enttäuscht. Es ist das falsche Signal.“ Ministerpräsident Horst Seehofer reagierte zurückhaltend: „Das ist eine Entscheidung, die allein die Bundeslandwirtschaftsministerin zu fällen hat“, sagte der CSU-Chef. „Das kann ich nicht kommentieren.“ Die CSU-Spitze hatte nach Angaben aus der Partei Aigner zu einem Anti-Gentechnik-Kurs gedrängt.

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Von Heike Göbel

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