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Stahlmarkt : Amerikas Strafzölle zeigen Wirkung

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Ein Mitarbeiter in Schutzkleidung bearbeitet auf dem Gelände der Salzgitter AG eine Stahlpfanne. Bild: dpa

Die vom amerikanischen Präsidenten Trump verhängten Strafzölle zeigen die befürchteten Auswirkungen: Die Stahl-Lieferungen in die Vereinigten Staaten sinken, in die EU wird dafür umso mehr exportiert.

          Die amerikanischen Strafzölle auf Stahlimporte zeigen Wirkung. Die Exporte in die Vereinigten Staaten gingen in den vergangenen Monaten deutlich zurück, während die Einfuhren in die Europäische Union (EU) sprunghaft gestiegen sind, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf Zahlen der Wirtschaftsvereinigung Stahl vorab.

          Seit Juni erheben die Vereinigten Staaten einen Aufschlag von 25 Prozent für Lieferungen aus bestimmten Ländern. Ende Juli lagen demnach die Stahlimporte in die Vereinigten Staaten zehn Prozent oder umgerechnet etwa 1,6 Millionen Tonnen niedriger als im Vorjahr. Gleichzeitig wurden rund 1,7 Millionen Tonnen Stahl mehr nach Europa geliefert. „Die befürchteten Handelsumlenkungen sind nicht zu übersehen“, kommentiert Martin Theuringer, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Vor allem die Türkei und Russland liefern große zusätzliche Kontingente in die EU-Länder, aber auch aus der Ukraine und aus Taiwan gibt es spürbare Zuwächse. „Der Einfuhrdruck hat sich enorm verschärft“, beschreibt Theuringer die Lage.

          „Wir brauchen eine starke Stahlindustrie“

          „Die Konkurrenz auf dem internationalen Stahlmarkt ist hart und die amerikanischen Zölle auf Stahl haben den Druck noch verstärkt und Lieferketten verändert. Unsere EU-Schutzmaßnahmen waren ein angemessener und notwendiger Schritt, um den europäischen Markt von Handelsumlenkungen zu schützen“, sagt hingegen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Wir brauchen und wollen eine starke Stahlindustrie in Deutschland. Ihre Innovationen strahlen in die gesamte Wertschöpfungskette aus – vom Maschinenbau über die Autoindustrie bis zur Baubranche.“

          Allerdings handelt es sich bei den EU-Schutzmaßnahmen, den sogenannten Safeguards, mit denen sich Stahl-Importe nach Europa begrenzen lassen, bislang ohnehin nur um ein vorläufiges Instrument – sehr zur Sorge der Industrie. „Wir werben bei der Bundesregierung und der EU-Kommission deshalb intensiv dafür, dass daraus auch endgültige Maßnahmen werden“, sagte Theuringer.

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