15.03.2009 · Der riesige amerikanische Versicherer AIG muss seine Bonuszahlungen für 2009 nun doch stark senken. Der Staat hält inzwischen 80 Prozent an dem Konzern. Die Citigroup zahlt noch satte Boni - angeblich wegen des Wettbewerbs um die klugen Köpfe.
Der angeschlagene Versicherungsgigant American International Group AIG beugt sich dem Druck der Regierung und kürzt seine Bonuszahlungen an Top-Manager. AIG werde für 2009 noch ausstehende Zahlungen an Spitzenmanager in der Sparte für Finanzprodukte stark zurückfahren und die Boni für 2008 umstrukturieren, schrieb der AIG-Verwaltungsratschef Edward Liddy an Finanzminister Timothy Geithner. AIG sei aber rechtlich verpflichtet, bereits zugesagte Treueprämien für 2008 zu zahlen.
Das Unternehmen habe sich bereits Anfang 2008 vertraglich zur Gewährung der Treueprämien verpflichtet und müsse mit Klagen rechnen, falls es die Zusagen nicht einhalte. „Ehrlich gesagt: AIG sind die Hände gebunden“, schrieb Liddy am Samstag. Er räumte zugleich ein, dass er die Boni angesichts der derzeitigen Finanzlage des Konzerns als „geschmacklos und schwierig“ empfinde. Liddy und sechs weitere Spitzenmanager haben sich bereiterklärt, bereits für 2008 auf Boni zu verzichten.
Geithner hatte Liddy zufolge zuvor in einem Telefonat geplante Boni im Umfang von hunderten Millionen Dollar scharf kritisiert. Präsident Barack Obama hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt Millionenzahlungen an Manager verurteilt.
Die Regierung musste den einst weltgrößten Versicherer AIG bereits mehrmals vor dem Aus retten und hat dabei bis zu 180 Milliarden Dollar in den Konzern gepumpt. AIG hat seinen Managern über einen Zeitraum von mehreren Jahren Prämien im Umfang von rund einer Milliarde Dollar zugesagt. Die Hälfte davon ist bereits ausgezahlt. Die Sparte für Finanzprodukte hatte AIG durch Geschäfte mit faulen Hypothekenkrediten und Kreditausfallversicherungen an den Rand des Kollapses gebracht.
AIG gab Anfang des Monats den horrenden Verlust von 99,3 Milliarden Dollar für das Jahr 2008 bekannt. Zum vierten Mal binnen weniger Monate musste Washington zur Rettung einspringen. Sie stellt dem Konzern weitere 30 Milliarden Dollar zur Verfügung, zusätzlich zu schon gewährten Notkrediten von etwa 150 Milliarden Dollar. Der Staat hält mittlerweile 80 Prozent an AIG.
Citigoup: Drei Millionen Dollar pro Kopf
Unterdessen hieß es in Kreisen, die ebenfalls von der Regierung gestützte Bank Citigroup garantiere neuen Spitzenkräften in London Boni in Millionenhöhe. Das Geldhaus habe Sonderzahlungen von teilweise bis zu drei Millionen Dollar pro Person zugesagt, erklärten mit dem Vorgang vertraute Personalvermittler, die namentlich nicht genannt werden wollten. Banken bieten seit langem garantierte Prämien, um talentierte Händler und Manager anzuwerben. Das Vorgehen der Citigroup könnte Experten zufolge nun aber genauer geprüft werden.
Ein Sprecher der Citigroup verteidigte die versprochenen Boni. Es gebe in aller Welt weiterhin einen enormen Wettbewerb um die größten Talente, sagte er. Die Citigroup biete konkurrenzfähige Vergütungen im Rahmen der bewährten Vorgehensweisen der Branche an.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,73 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2440 | −0,38% |
| Rohöl Brent Crude | 105,49 $ | −1,27% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?