Home
http://www.faz.net/-gqi-77440
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Amerikanische Medien „Dreamliner“ könnte im April wieder abheben

Boeing scheint der Lösung für die Probleme beim „Dreamliner“ näher zu kommen. Der Airbus-Rivale wird laut Medien an diesem Freitag Reparaturvorschläge unterbreiten. Bis der Jet aber wieder in die Luft geht, kann es dauern.

© Reuters Vergrößern Möglicherweise im April könnte der „Dreamliner“ wieder abheben

Boeings Vorzeigejet „Dreamliner“ dürfte Medienberichten zufolge noch zwei Monate lang eine Zwangspause am Boden machen. Wie das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ berichten, hat der Hersteller zwar Vorschläge erarbeitet, wie er die Brandgefahr bei den eingebauten Batterien minimieren will. Doch es könne noch zwei Monate dauern, bis die amerikanischen Luftfahrtaufseher grünes Licht geben würden und die Umbauten bei den 50 ausgelieferten Maschinen erledigt seien, schrieben die Zeitungen in ihren Donnerstagausgaben.

Die beiden Blätter beriefen sich bei ihren Informationen auf namentlich nicht genannte Industrie- und Behördenvertreter. Boeing und die zuständigen Behörden halten sich offiziell bedeckt. Denn noch ist die genaue Ursache der Probleme mit den Batterien unbekannt, die den „Dreamliner“ seit einem Monat zum Verbleib am Boden zwingt. Im Januar war es zu einem Feuer in einem parkenden „Dreamliner“ gekommen.

Mehr zum Thema

Nach den bisherigen Ermittlungen der amerikanischen Sicherheitsbehörde NTSB hatte es in der Batterie einen Kurzschluss gegeben. Bei einer anderen Maschine in Japan hatte eine Batterie in der Luft zu schmoren begonnen, woraufhin der Pilot notlandete. Danach verhängten die Luftfahrtaufseher weltweit ein Flugverbot und Boeing stoppte die Auslieferung neuer Maschinen des Typs. Den Zeitungen zufolge ist nun für Freitag ein Treffen zwischen Boeings Verkehrsflugzeugchef Raymond Conner und dem Vorsitzenden der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, Michael Huerta, angesetzt.

Laut „Wall Street Journal“ wird erwartet, dass der Airbus-Rivale einen Zehn-Punkte-Plan vorlegt. Zu den Vorschlägen zähle die Anbringung eines feuerfesten Gehäuses um die Batterien. Auch solle das Batteriedesign geändert werden. Die acht einzelnen Zellen im Innern sollten besser voneinander abgeschirmt werden, um Kurzschlüsse und einen Hitzestau zu vermeiden. Zusätzliche Entlüftungen sollten dafür sorgen, dass Rauch im Brandfall schnell nach Außen abzieht.

Erste Schadenersatz-Forderungen

Bis die FAA die Vorschläge geprüft und abgenickt hat, wird es allerdings dauern. Es wird davon ausgegangen, dass die Behörde besonders penibel ist. Die FAA musste sich bereits Kritik anhören, weil sie das ursprüngliche, feuergefährliche Batteriedesign genehmigt hatte. Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien können zwar auf kleinem Raum viel Energie speichern. Doch bereits beim Einsatz der Technik in Handys oder Notebooks war es immer wieder zu Bränden gekommen.

Sollte der Jet tatsächlich im April wieder starten können, hätten die Vorfälle die „Dreamliner“-Flotte drei Monate am Boden gehalten. Erste Fluggesellschaften hatten bereits Schadenersatz-Forderungen erhoben. Zudem scheint Boeing ein weiteres Problem zu bekommen: Weil die Produktion unvermindert weiterläuft, werde der Parkplatz auf dem Werksgelände langsam eng, hatte die „New York Times“ berichtet. Boeing selbst wollte dies nicht bestätigen. Der Hersteller hat noch rund 800 Bestellungen für den spritsparenden Langstreckenflieger in den Büchern stehen.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Indiens Luftverkehr Harte Landung

In Indien steht die nächste Fluggesellschaft vor dem Aus, Treibstoff und Löhne zahlt Spice Jet längst nicht mehr. Derweil feiert die überschuldete Air India ihre Aufnahme in die Star Alliance um Lufthansa. Mehr Von Christoph Hein

18.12.2014, 04:08 Uhr | Wirtschaft
Pilotenstreik Lufthansa-Maschinen bleiben am Boden

Die Lufthansa wird erneut bestreikt. Die Pilotenvereinigung Cockpit, die seit Monaten mit dem Unternehmen über Gehälter und Ruhestandsregelungen streitet, kündigte einen 36-stündigen Ausstand an. Mehr

01.12.2014, 09:02 Uhr | Wirtschaft
Senatsbericht Unschuldig in den Fängen der CIA

Die CIA hat in ihren Gefängnissen über Jahre mutmaßliche Terroristen gefoltert - und auch Unschuldige. Der Senatsbericht listet 26 Fälle auf. Falsche Indizien und Verwechslungen führten zu den Festnahmen. Mehr

13.12.2014, 18:01 Uhr | Politik
Schreckensbild an der Unglücksstelle von Flug MH17

Mit 298 Menschen an Bord ist eine Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine abgestürzt. Die Maschine war wahrscheinlich von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde. Die Separatisten in der Ostukraine bestreiten eine Verantwortung für den Absturz. Mehr

19.07.2014, 08:29 Uhr | Politik
Airbus Dem A380 droht das Aus

Durch den Bau des größten Passagierflugzeug der Welt erhoffte sich Airbus riesigen Profit. Doch weil die Aufträge ausbleiben, steht der Langstreckenjet A380 möglicherweise bald vor dem Aus. Auch die Auslieferung des neuen A350-Jets verzögert sich. Mehr

10.12.2014, 18:55 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.02.2013, 16:05 Uhr

Gabriels Ente

Von Jan Grossarth

Sigmar Gabriel entsagt der Ente aus Massenhaltung. Das ist gut für die Ente - doch auch ziemlich arrogant, den Entenbraten der meisten Wähler „Mist“ zu nennen. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages In Griechenland wird die Arbeit wieder teurer

Jahrelang sanken in Griechenland die Arbeitskosten. Diese Entwicklung scheint nun am Ende zu sein, im vergangenen Quartal stiegen sie erstmals seit 4 Jahren wieder deutlich an. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden