http://www.faz.net/-gqe-77440

Amerikanische Medien : „Dreamliner“ könnte im April wieder abheben

  • Aktualisiert am

Möglicherweise im April könnte der „Dreamliner“ wieder abheben Bild: Reuters

Boeing scheint der Lösung für die Probleme beim „Dreamliner“ näher zu kommen. Der Airbus-Rivale wird laut Medien an diesem Freitag Reparaturvorschläge unterbreiten. Bis der Jet aber wieder in die Luft geht, kann es dauern.

          Boeings Vorzeigejet „Dreamliner“ dürfte Medienberichten zufolge noch zwei Monate lang eine Zwangspause am Boden machen. Wie das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ berichten, hat der Hersteller zwar Vorschläge erarbeitet, wie er die Brandgefahr bei den eingebauten Batterien minimieren will. Doch es könne noch zwei Monate dauern, bis die amerikanischen Luftfahrtaufseher grünes Licht geben würden und die Umbauten bei den 50 ausgelieferten Maschinen erledigt seien, schrieben die Zeitungen in ihren Donnerstagausgaben.

          Die beiden Blätter beriefen sich bei ihren Informationen auf namentlich nicht genannte Industrie- und Behördenvertreter. Boeing und die zuständigen Behörden halten sich offiziell bedeckt. Denn noch ist die genaue Ursache der Probleme mit den Batterien unbekannt, die den „Dreamliner“ seit einem Monat zum Verbleib am Boden zwingt. Im Januar war es zu einem Feuer in einem parkenden „Dreamliner“ gekommen.

          Nach den bisherigen Ermittlungen der amerikanischen Sicherheitsbehörde NTSB hatte es in der Batterie einen Kurzschluss gegeben. Bei einer anderen Maschine in Japan hatte eine Batterie in der Luft zu schmoren begonnen, woraufhin der Pilot notlandete. Danach verhängten die Luftfahrtaufseher weltweit ein Flugverbot und Boeing stoppte die Auslieferung neuer Maschinen des Typs. Den Zeitungen zufolge ist nun für Freitag ein Treffen zwischen Boeings Verkehrsflugzeugchef Raymond Conner und dem Vorsitzenden der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, Michael Huerta, angesetzt.

          Laut „Wall Street Journal“ wird erwartet, dass der Airbus-Rivale einen Zehn-Punkte-Plan vorlegt. Zu den Vorschlägen zähle die Anbringung eines feuerfesten Gehäuses um die Batterien. Auch solle das Batteriedesign geändert werden. Die acht einzelnen Zellen im Innern sollten besser voneinander abgeschirmt werden, um Kurzschlüsse und einen Hitzestau zu vermeiden. Zusätzliche Entlüftungen sollten dafür sorgen, dass Rauch im Brandfall schnell nach Außen abzieht.

          Erste Schadenersatz-Forderungen

          Bis die FAA die Vorschläge geprüft und abgenickt hat, wird es allerdings dauern. Es wird davon ausgegangen, dass die Behörde besonders penibel ist. Die FAA musste sich bereits Kritik anhören, weil sie das ursprüngliche, feuergefährliche Batteriedesign genehmigt hatte. Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien können zwar auf kleinem Raum viel Energie speichern. Doch bereits beim Einsatz der Technik in Handys oder Notebooks war es immer wieder zu Bränden gekommen.

          Sollte der Jet tatsächlich im April wieder starten können, hätten die Vorfälle die „Dreamliner“-Flotte drei Monate am Boden gehalten. Erste Fluggesellschaften hatten bereits Schadenersatz-Forderungen erhoben. Zudem scheint Boeing ein weiteres Problem zu bekommen: Weil die Produktion unvermindert weiterläuft, werde der Parkplatz auf dem Werksgelände langsam eng, hatte die „New York Times“ berichtet. Boeing selbst wollte dies nicht bestätigen. Der Hersteller hat noch rund 800 Bestellungen für den spritsparenden Langstreckenflieger in den Büchern stehen.

          Quelle: FAZ.NET/dpa

          Weitere Themen

          Zwei gegen Boeing

          Airbus-Offensive : Zwei gegen Boeing

          Airbus greift sich die Kontrolle über die Regionalflugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier. Der große Konkurrent in den Vereinigten Staaten muss sich nun warm anziehen.

          Telekom rät zu Softwareupdates Video-Seite öffnen

          W-Lan-Sicherheit : Telekom rät zu Softwareupdates

          Sicheres Surfen im Internet per W-Lan – nach Einschätzung von Telekommunikationanbietern ist das trotz Meldungen über Sicherheitslücken beim Verschlüsselungsstandard WPA2 möglich. Die Telekom gab am Dienstag vorsichtig Entwarnung. Schwachstellen kämen nur bei ganz bestimmten Konstellationen zum Tragen.

          Endlich Dampf machen Video-Seite öffnen

          Treffen von May und Juncker : Endlich Dampf machen

          Das Stocken der Brexit-Verhandlungen sorgte zuletzt für viel Kritik. Nun machen Jean-Claude Juncker und Theresa May Dampf. Bis Dezember soll ein Plan für die Scheidung stehen.

          Topmeldungen

          Eine Jamaika-Koalition auf Bundesebene wäre ein Experiment – mit vielen Chancen, hoffen manche

          Sondierungsauftakt : Jeder darf noch einmal warnen

          Vor dem Auftakt der Sondierungsgespräche zur Bildung einer Jamaika-Koalition geben führende Politiker von CSU, FDP und Grünen den Unterhändlern noch einmal gute Ratschläge. Nur die CDU schweigt.

          KP-Kongress in China : Xi will moderne sozialistische Großmacht formen

          Seit Jahrzehnten saß kein chinesischer Führer so fest im Sattel wie Xi Jinping. Auf dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteikongress verspricht er den Delegierten eine neue Ära des Sozialismus – ohne Reformen in Aussicht zu stellen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.