Home
http://www.faz.net/-gqe-77440
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.02.2013, 16:05 Uhr

Amerikanische Medien „Dreamliner“ könnte im April wieder abheben

Boeing scheint der Lösung für die Probleme beim „Dreamliner“ näher zu kommen. Der Airbus-Rivale wird laut Medien an diesem Freitag Reparaturvorschläge unterbreiten. Bis der Jet aber wieder in die Luft geht, kann es dauern.

© Reuters Möglicherweise im April könnte der „Dreamliner“ wieder abheben

Boeings Vorzeigejet „Dreamliner“ dürfte Medienberichten zufolge noch zwei Monate lang eine Zwangspause am Boden machen. Wie das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ berichten, hat der Hersteller zwar Vorschläge erarbeitet, wie er die Brandgefahr bei den eingebauten Batterien minimieren will. Doch es könne noch zwei Monate dauern, bis die amerikanischen Luftfahrtaufseher grünes Licht geben würden und die Umbauten bei den 50 ausgelieferten Maschinen erledigt seien, schrieben die Zeitungen in ihren Donnerstagausgaben.

Die beiden Blätter beriefen sich bei ihren Informationen auf namentlich nicht genannte Industrie- und Behördenvertreter. Boeing und die zuständigen Behörden halten sich offiziell bedeckt. Denn noch ist die genaue Ursache der Probleme mit den Batterien unbekannt, die den „Dreamliner“ seit einem Monat zum Verbleib am Boden zwingt. Im Januar war es zu einem Feuer in einem parkenden „Dreamliner“ gekommen.

Mehr zum Thema

Nach den bisherigen Ermittlungen der amerikanischen Sicherheitsbehörde NTSB hatte es in der Batterie einen Kurzschluss gegeben. Bei einer anderen Maschine in Japan hatte eine Batterie in der Luft zu schmoren begonnen, woraufhin der Pilot notlandete. Danach verhängten die Luftfahrtaufseher weltweit ein Flugverbot und Boeing stoppte die Auslieferung neuer Maschinen des Typs. Den Zeitungen zufolge ist nun für Freitag ein Treffen zwischen Boeings Verkehrsflugzeugchef Raymond Conner und dem Vorsitzenden der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, Michael Huerta, angesetzt.

Laut „Wall Street Journal“ wird erwartet, dass der Airbus-Rivale einen Zehn-Punkte-Plan vorlegt. Zu den Vorschlägen zähle die Anbringung eines feuerfesten Gehäuses um die Batterien. Auch solle das Batteriedesign geändert werden. Die acht einzelnen Zellen im Innern sollten besser voneinander abgeschirmt werden, um Kurzschlüsse und einen Hitzestau zu vermeiden. Zusätzliche Entlüftungen sollten dafür sorgen, dass Rauch im Brandfall schnell nach Außen abzieht.

Erste Schadenersatz-Forderungen

Bis die FAA die Vorschläge geprüft und abgenickt hat, wird es allerdings dauern. Es wird davon ausgegangen, dass die Behörde besonders penibel ist. Die FAA musste sich bereits Kritik anhören, weil sie das ursprüngliche, feuergefährliche Batteriedesign genehmigt hatte. Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien können zwar auf kleinem Raum viel Energie speichern. Doch bereits beim Einsatz der Technik in Handys oder Notebooks war es immer wieder zu Bränden gekommen.

Sollte der Jet tatsächlich im April wieder starten können, hätten die Vorfälle die „Dreamliner“-Flotte drei Monate am Boden gehalten. Erste Fluggesellschaften hatten bereits Schadenersatz-Forderungen erhoben. Zudem scheint Boeing ein weiteres Problem zu bekommen: Weil die Produktion unvermindert weiterläuft, werde der Parkplatz auf dem Werksgelände langsam eng, hatte die „New York Times“ berichtet. Boeing selbst wollte dies nicht bestätigen. Der Hersteller hat noch rund 800 Bestellungen für den spritsparenden Langstreckenflieger in den Büchern stehen.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Präsidentenflugzeug Jetzt kommt die neue Air Force One

Die Boeing 747 steht kurz vor dem Ende. Jetzt kommt noch mal eine wichtige Bestellung: Der amerikanische Präsident braucht zwei neue Flugzeuge. Mehr

30.01.2016, 16:31 Uhr | Wirtschaft
Neustes Modell Boeing 737 Max startet zum Jungfernflug

Südlich von Seattle startete die neue Boeing 737 Max zu ihrem ersten Flug. Die Maschine soll Boeing Marktanteile sichern. Der Rivale Airbus hat seine neuste Entwicklung, den A320neo, bereits Anfang des Monats an den ersten Kunden ausgeliefert. Mehr

31.01.2016, 17:44 Uhr | Wirtschaft
Riesenflugzeug Der A380 ist erst mal gerettet

Weil der Riesenflieger so selten bestellt wird, hatte Airbus schon über die Einstellung des A380-Programms nachgedacht. Doch nun bessert sich die Lage. Mehr Von Christian Schubert, Paris

29.01.2016, 17:32 Uhr | Wirtschaft
Per Schiff aus Amsterdam Kohleanlieferung am Westhafen

Das Heizkraftwerk im Frankfurter Gutleutviertel wird mit Steinkohle betrieben, die von Binnenschiffen geliefert wird. Die Ladung wird mit einem Spezialkran am Westhafen gelöscht. Das kann Tage dauern. Mehr

21.01.2016, 11:14 Uhr | Rhein-Main
Frankfurter Zeitung 29.01.1916 Eine amerikanische Munitionsstadt

Das Geschäft mit dem Krieg: Neutralität zahlt sich aus. In Amerika wachsen über Nacht Fabrikgebäude aus dem Boden, wie die Frankfurter Zeitung am 29. Januar 1916 berichtet. Mehr

29.01.2016, 00:00 Uhr | Politik

Kein Vertrauen in die Porsches und Piëchs

Von Carsten Knop

Im Strafverfahren gegen Wendelin Wiedeking und Holger Härter stehen die Zeichen wohl auf Freispruch. Doch Gerichtsurteile sagen nicht alles: Die Familien haben mit Porsche und VW ihren Ruf verzockt. Mehr 2 14


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Misstrauische Europäer

Vertrauen Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber, steigt die Arbeitsmoral. In China, Indien und Mittelamerika ist das Vertrauen hoch. In Europa und Ostasien sieht es anders aus. Mehr 0