06.04.2010 · Wegen des Verschweigens von Sicherheitsmängeln muss der japanische Autohersteller Toyota mit einer Rekordstrafe in den Vereinigten Staaten rechnen. Die Verkehrssicherheitsbehörde hat 16,4 Millionen Dollar von Toyota gefordert. Dies ist die höchste Zivilstrafe, die das amerikanische Recht vorsieht.
Dem japanischen Autobauer Toyota droht wegen seiner Pannenserie in den Vereinigten Staaten eine Strafe in zweistelliger Millionenhöhe. Die amerikanische Regierung fordere von Toyota knapp 16,4 Millionen Dollar (etwa 12,3 Millionen Euro) Schadensersatz, erklärte das Verkehrsministerium am Montag in Washington.
Toyota habe die Behörden „mindestens vier Monate lang“ nicht über die Sicherheitsmängel informiert und somit seine Pflichten verletzt. Obwohl das Unternehmen gewusst habe, dass die Probleme an den Gas- und Bremspedalen der Fahrzeuge ein „hohes Risiko für Kunden“darstellten, habe Toyota dies verschwiegen, erklärte die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, die dem Ministerium untersteht. Das Ministerium erklärte, Autobauer seien bei etwaigen Mängeln verpflichtet, die NHTSA innerhalb von fünf Tagen über diese aufzuklären.
Toyota bleibt eine Frist von 14 Tagen
„Wir haben nun den Beweis dafür, dass Toyota seine Verpflichtungen verletzt hat“, wurde amerikanische Verkehrsminister Ray LaHood in der Erklärung zitiert. Toyota habe „wissentlich einen gefährlichen Defekt geheimgehalten“ und damit nichts unternommen, um „Millionen Autofahrer und ihre Familien zu schützen“.
Toyota hat nun zwei Wochen Zeit, die Strafe entweder zu begleichen oder anzufechten. Sollte der Autobauer zahlen, wäre die Maximalstrafe von exakt 16,375 Millionen Dollar die höchste Summe, die je gegen einen Autohersteller in Amerika verhängt worden ist. Sollten sich beide Seiten nicht einigen können, dürfte die Sache vor Gericht ausgetragen werden. Die NHTSA hatte ihre Ermittlungen Mitte Februar eingeleitet.
Der Autobauer selbst erklärte in einer ersten Reaktion, ihm liege noch kein Schreiben der NHTSA vor. Hingegen seien bereits „zahlreiche Maßnahmen“ ergriffen worden, um die Kommunikation mit den Behörden und den Kunden zu verbessern, hieß es.
Toyota sieht sich in den Vereinigten Staaten wegen der technischen Probleme bereits mit mehreren Sammelklagen von Autobesitzern konfrontiert. Nach Ansicht von Anwälten steht auch jenen Toyota-Käufern eine Entschädigung zu, deren Auto keine Probleme aufweist.
Der japanische Autobauer hat wegen klemmender Gaspedale, rutschender Fußmatten und defekter Bremsen weltweit mehr als acht Millionen Autos zurückgerufen. In Europa waren 1,8 Millionen Fahrzeuge betroffen. Das amerikanische Verkehrsministerium sprach Anfang März von 52 Toten infolge von Unfällen, die mit unabsichtlichen Beschleunigungen von Toyota-Fahrzeugen zu tun haben sollen.
Neuer Rückruf von Toyota
Toyota ruft nun auch in Südkorea Tausende Fahrzeuge wegen lockerer Fußmatten zurück. Dabei handelt es sich um rund 13.000 Fahrzeuge der Modelle Lexus ES350, Camry und Camry Hybrid. Bei den Autos könnten die Matten verrutschen und das Gaspedal einklemmen, teilte das Verkehrsministerium in Seoul am Dienstag mit. Toyota sprach von einem freiwilligen Rückruf, um Unfälle zu vermeiden. (Reuters)
Häßliche Propaganda
Heinz Mayer (Bundespraesident)
- 06.04.2010, 11:37 Uhr
Da schlägts doch dreizehn
Lutz von Peter (LutzBrux)
- 06.04.2010, 16:27 Uhr
Kleine Berichtigung
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 07.04.2010, 18:53 Uhr
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