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Amerika Deutsche Bank offenbar in Steuerskandal verwickelt

18.11.2008 ·  Die Deutsche Bank ist offenbar in einen Steuerskandal in den Vereinigten Staaten verwickelt. Die Bank habe eine Schlüsselrolle in einem Fall gespielt, in dem wohlhabenden Personen geholfen wurde, mehr als 103 Millionen Dollar Steuern am Staat vorbei zu schleusen, sagte eine informierte Person.

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Die Deutsche Bank AG ist offenbar in einen Steuerskandal in den Vereinigten Staaten verwickelt. Das Frankfurter Finanzhaus sei die ausländische Bank, die eine Schlüsselrolle in einem Fall gespielt habe, in dem wohlhabenden Personen geholfen wurde, mehr als 103 Millionen Dollar Steuern am Staat vorbei zu schleusen, sagte eine mit der Untersuchung vertraute Person am Montag.

Die Deutsche Bank sei die so genannte „Bank B“ in einem Fall, bei dem in New York gegen den Anwalt und Finanzberater John B. Ohle III Anklage erhoben wird, sagte die mit der Situation vertraute Person. Die „New York Times“ hatte am Montag bereits berichtet, dass die Deutsche Bank als „Bank B“ in diesen Fall verwickelt sei.

Ein Sprecher der Deutschen Bank in New York sowie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Manhattan wollten am Montag keine Stellung zu dem Fall nehmen. Allerdings verweist die Deutsche Bank in ihrem Quartalsbericht auf strafrechliche Ermittlungen, die das amerikanische Justizministerium (Department of Justice) wegen steuerlicher Geschäfte durchführt.

Schon im März 2006 Rückstellungen gebildet

Bei den Ermittlungen der amerikanischen Behröden geht es darum, welche Rolle die Deutsche Bank bei Steuersparmodellen in den Jahren von 1997 bis 2001 gespielt hat. Zu einer Entscheidung ist es dabei noch nicht gekommen. Jedoch hat die Deutsche Bank bereits im März 2006 Rückstellungen in Höhe von 250 Millionen Euro gebildet, um für mögliche Zahlungen gewappnet zu sein.

Laut Anklageschrift sollen Kunden von „Bank B“ in komplexen Transaktionen Optionen gekauft und Kredite erhalten haben. Durch die Konstruktion der Transaktionen hätten in 38 Fällen Verluste von 429,5 Millionen Dollar dem Fiskus gegenüber geltend gemacht werden können, und dies habe den Staat um mehr als 103 Millionen Dollar an Steuereinnahmen gebracht.

Das als „Hedge Option Monetization of Economic Remainder“ oder kurz „Homer“ betitelte Steuervermeidungsverfahren soll „Bank B“ für die Abwicklung Gebühreneinnahmen von 1,25 Prozent der gewünschten Steuerersparnis gebracht haben.

Die Homer-Transaktionen sind laut Staatsanwaltschaft so angelegt gewesen, dass ein Kunde so genannte „Barrier Options“ - spezielle Fremdwährungs- oder Anleiheoptionen - von „Bank B“ kauft. Zwei dieser Optionen seien „in the money“ und zwei andere wertlos gewesen. Der Kunde sei damit in der Lage gewesen, Verluste auf die wertlosen Optionen auszuweisen. Die daraus resultierenden Erlöse seien, nachdem sie noch über eine dritte Gesellschaft geschleust wurden, zur Rückzahlung eines Kredites verwendet worden, der zum Kauf der Optionen aufgenommen worden war.

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