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Amerika Der Gewinnsegen der Banken setzt sich fort

16.07.2010 ·  Die beiden amerikanischen Großbanken Bank of America und Citigroup melden für das zweite Quartal bessere Ergebnisse als erwartet. Die Aktienkurse fallen dennoch.

Von Gerald Braunberger
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An den vom Konkurrenten J.P. Morgan Chase am Donnerstag veröffentlichtenen Gewinn kommen die beiden Banken allerdings nicht heran (siehe J.P. Morgan glänzt mit Milliardengewinn). Die Aktienkurse von Bank of America und der Citigroup gaben im europäischen Börsenhandel vor Eröffnung der Wall Street um 3 bis 4 Prozent nach. Analysten fürchten, die Banken könnten ihre Bilanzen mit Beteiligungsverkäufen künstlich „verschönert“ haben.

Die Bank of America hat im zweiten Quartal 3,1 Milliarden Dollar verdient. Nach Abzug von Vorzugsdividenden entspricht dies einem Gewinn je Aktie von 27 Cent. Finanzanalysten hatten im Durchschnitt einen Gewinn je Aktie von 23 Cent erwartet. Im Vorjahresquartal hatte die Bank, die sich seit einiger Zeit von strategisch nicht notwendigen Einheiten trennt, noch 3,2 Milliarden Dollar verdient. So verkaufte sie ihre Beteiligung an der brasilianischen Itau Unibanco mit einem Gewinn vor Steuern von 1,2 Milliarden Dollar. Etwa ein Drittel dieses Betrags brachte der Verkauf eines Anteils an dem Kreditkartenunternehmen Mastercard. Der Vorstandsvorsitzende Brian Moynihan sieht die Kapitalbasis der Bank of America durch die Einbehaltung von Gewinnen gestärkt. Unter Moynihans langjährigem Vorgänger Ken Lewis hatte die Bank sehr stark expandiert.

Die Bank of America profitierte im zweiten Quartal unter anderem in einer steigenden Qualität ihrer Kredite, deren durchschnittliche Ausfallrate von 4,4 auf 4 Prozent zurückging. Dies erlaubte eine Reduzierung der Wertberichtigungen in der Bilanz von 9,8 auf 8,1 Milliarden Dollar.

Wie schon bei J.P. Morgan Chase lief das Investmentbanking dagegen nicht sehr gut. Hier verdiente die Bank of America nur mehr 927 Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2010 waren es noch 3,2 Milliarden Dollar gewesen. Dieser Rückgang sei das Ergebnis von Ängsten um die wirtschaftliche Erholung und einem Mangel an Liquidität, teilt die Bank mit: „Die Investoren halten sich aus Furcht vor Staatspleiten und der Finanzmarktregulierung zurück.“

Ähnlich ist auch das Bild bei der Citigroup, der drittgrößten amerikanischen Bank. Hier fiel der Gewinn nach Steuern im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr von 4,4 Milliarden auf 2,7 Milliarden Dollar. Damit erzielte die Bank einen Gewinn je Aktie von 9 Cent. Das ist mehr als die von den Finanzanalysten im Durchschnitt erwarteten 5 Cent je Aktie. Auch das Ergebnis der Citigroup profitierte erheblich von niedrigeren Wertberichtigungen auf Kredite, die von 8,7 auf 6,7 Milliarden Dollar zurückgingen. Dagegen verlor das Kapitalmarktgeschäft an Schwung.

Die Citigroup war von der Finanzkrise besonders schwer getroffen. In den Jahren 2008 und 2009 verlor sie zusammen 29 Milliarden Dollar. Im Unterschied zu den anderen Großbanken hat sie immer noch den Staat als Aktionär im Haus, der 18 Prozent des Kapitals hält. Die Regierung in Washington will diese Beteiligung bis zum Jahresende verkaufen.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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