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Päckchenlieferung : Amazon will auch Waren von anderen Händlern zustellen

  • Aktualisiert am

Amazon will künftig auch Waren von Dritthändlern ausliefern. Bild: Reuters

Amazon liefert eigene Waren teilweise selbst aus. Auch Dritthändler sollen den Service bald nutzen können. Das macht etablierten Paketzustellern Sorgen.

          Der Internet-Handelsriese Amazon will den amerikanischen Paketdiensten UPS und FedEx laut einem Pressebericht bald mit einem eigenen Lieferdienst Konkurrenz machen. Unter dem Namen „Shipping with Amazon“ (SWA) wolle der Handelsriese selbst Pakete von anderen Unternehmen abholen und an deren Kunden ausliefern, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag und berief sich dabei auf mit den Plänen vertraute Personen. Starten solle das Ganze in den kommenden Wochen in Los Angeles mit Händlern, die ihre Waren bereits über die Amazon-Webseite verkaufen.

          Die Aktien von UPS und Fedex reagierten mit deutlichen Kursverlusten auf die Nachrichten. Im vorbörslichen New Yorker Handel verloren sie jeweils mehr als 5 Prozent an Wert.

          Dem Bericht zufolge will Amazon den Service noch in diesem Jahr auf weitere amerikanische Städte ausweiten. Die Amazon-Händler sollen demnach nur die ersten Auftraggeber sein; möglicherweise solle der Dienst später auch für andere Unternehmen geöffnet werden. Damit greift der Handelsriese die großen Paketdienste UPS und Fedex in ihrem Kerngeschäft an. Den von der Zeitung zitierten Quellen zufolge will der Handelsriese die Paketdienste beim Preis unterbieten. Die genauen Preise stünden aber noch nicht fest.

          Amazon bringt die eigenen Lieferungen schon selbst

          Amazon liefert bereits in 37 Städten der Vereinigten Staaten Waren aus den eigenen Lagern selbst an die Kunden aus. Auch in Deutschland sind vermehrt Paketboten für den Konzern von Haus zu Haus unterwegs. Bei dem neuen Service, der bereits in London gestartet und in Los Angeles getestet wurde, sammelt Amazon allerdings auch Pakete aus den Lagern von Dritthändlern ab, die bisher auf etablierte Paketdienste setzten.

          UNITED PARCEL SE.B DL-01

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          Amazon wollte neue Pläne für die Vereinigten Staaten nicht bestätigen. „Wir führen immer Neuerungen ein und testen Dinge für unsere Kunden und die Unternehmen, die bei Amazon verkaufen, um schneller günstigere Versandoptionen zu schaffen“, sagte eine Konzernsprecherin.

          Dem Bericht zufolge ist es offen, inwieweit Amazon wirklich im großen Stil Pakete für andere Unternehmen zustellen kann. Ähnlich wie Deutsche Post DHL hierzulande, haben UPS und FedEx in den Vereinigten Staaten über Jahrzehnte hinweg riesige Netzwerke für die Paketzustellung aufgebaut. Das ist eine teure Angelegenheit. Allein UPS will dazu in diesem Jahr bis zu 7 Milliarden Dollar investieren. Ein UPS-Sprecher sagte dem Blatt, man werde Amazon und andere Kunden weiterhin unterstützen. Die neuesten Pläne des Internet-Handelskonzerns wollte er hingegen nicht kommentieren.

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