29.01.2010 · Mit dem Softwarekonzern Microsoft und dem Internethändler Amazon haben zwei Schwergewichte an der Wall Street Bilanzzahlen vorgelegt. Beide Unternehmen übertrafen mit Gewinn und Umsatz die Erwartungen des Marktes.
Das neue Betriebssystem Windows 7 hat beim Softwarehersteller Microsoft kräftig Geld in die Kassen gespült. Der Gewinn sei im zweiten Quartal um 60 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Der Umsatz wuchs demnach um 14 Prozent auf gut 19 Milliarden Dollar. Die Zahlen trafen in etwa die Schätzungen der Wall Street. Anleger zeigten sich nach Vorlage des Ergebnisses eher unbeeindruckt: Die Microsoft-Aktie rührte sich im nachbörslichen Handel kaum. Der Branchenprimus verkaufte nach eigenen Angaben über 60 Millionen Lizenzen für Windows 7.
Auch der Online-Versandhändler Amazon ist gut im Geschäft. Im wichtigen Weihnachtsquartal legte der Konzern auch dank des Erfolgs seines E-Book-Lesegeräts „Kindle“ einen Gewinnsprung um 71 Prozent auf 384 Millionen Dollar hin. Millionen Menschen besäßen das Gerät mittlerweile, sagte Unternehmenschef Jeff Bezos in Seattle.
Amazon steigerte den Umsatz binnen eines Jahres um insgesamt 41 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar. Vor allem das Geschäft mit Elektronikartikeln brummte. Mittlerweile setzt Amazon damit genauso viel um wie mit Büchern, CDs und DVDs. In den Vereinigten Staaten, wo Amazon noch immer das Gros seines Geschäfts macht, ist der Lesestoff mittlerweile sogar in den Hintergrund gerückt. Stattdessen bestellen Kunden alles von der Digitalkamera bis hin zum Staubsauger.
Der „Kindle“ als Verkaufsschlager - noch?
Verkaufsschlager ist nach Angaben von Amazon der „Kindle“. Amazon hatte im vergangenen Jahr eine größere Variante des Lesegeräts auf den Markt gebracht und baut die Auswahl an elektronischen Büchern aus. Mittlerweile sind 410.000 Titel zu haben, in der Regel in englischer Sprache. Mit dem Vorstoß auf den Weltmarkt soll die Auswahl an anderssprachigen Büchern steigen.
Am Tag zuvor hatte Apple ein Konkurrenzprodukt präsentiert: das iPad (Apples Computer für alles und jeden). Branchenkenner gehen davon aus, dass Amazon unter Druck geraten wird. Zumindest für das laufende erste Quartal gab das Unternehmen allerdings Entwarnung: Es rechnet mit einem Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 32 bis 43 Prozent. Das operative Ergebnis sieht Amazon in einer weiten Spanne zwischen 13 und 50 Prozent steigen.
Letztlich will Amazon genug Geld in der Kasse übrig behalten, um für bis zu 2 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen zu können. Das treibt klassischerweise den Kurs in die Höhe. Nachbörslich stieg das Papier bereits gut 2 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |