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Alzheimer-Medikament Merz Pharma hat den Blockbuster

16.03.2006 ·  Der Pharmamittelständler Merz entwickelt sich immer mehr zu einem Vorzeigeunternehmen. Aus eigener Kraft hat die Gesellschaft ein Medikament zur Behandlung der Alzheimer-Demenz entwickelt. Scheu vor der Börse haben die Frankfurter nicht.

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Der Pharmamittelständler Merz KGaA entwickelt sich immer mehr zu einem Frankfurter Vorzeigeunternehmen. Aus eigener Kraft hat die nicht börsennotierte Gesellschaft ein Medikament zur Behandlung der Alzheimer-Demenz entwickelt, das sich anschickt, zu einem Produkt mit mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu werden.

So etwas wird in der Pharmabranche anerkennend "Blockbuster" genannt. Und große Pharmaunternehmen sind in ihren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen mit hohen dreistelligen Millionenbudgets je Medikament auf der Suche nach ebensolchen Kassenschlagern - oft genug ohne Erfolg.

Ende des Wachstums nicht in Sicht

Im vergangenen Jahr haben Merz und seine Partner, die Pharmaunternehmen Forest und Lundbeck, mit dem Präparat Memantine, das in Deutschland unter dem Namen Axura vertrieben wird, aber schon einen Umsatz von rund 600 Millionen Dollar erzielt. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.

Der Erfolg wirkt sich sehr positiv auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung von Merz aus; das Unternehmen wächst und fühlt sich stark genug, die Forschung auch künftig aus eigener Kraft zu finanzieren. Vor diesem Hintergrund hat Merz soeben die Vergrößerung seiner Forschungsaktivitäten bekanntgegeben und wird, ganz lokalpatriotisch, Mieter im Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie.

Im ersten Schritt werden 50 Mitarbeiter dorthin umziehen. Merz hat aber weitreichende Möglichkeiten für eine Vergrößerung seiner Präsenz. "Wir stellen in der Forschung weiter ein, allerdings ist es gar nicht so einfach, qualifizierte Leute zu finden", sagt Martin Zügel, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Merz Pharma GmbH.

Umsatzanteil der Pharmasparte wächst stetig

Neben den Pharmaaktivitäten sind unter dem Dach von Merz auch noch die Herstellung von Schreibgeräten wie Werbekugelschreibern und Verbraucherprodukte vertreten, die zum Beispiel unter der Marke "Tetesept" vertrieben werden. Durch den Erfolg mit Memantine nimmt der Umsatzanteil der Pharmasparte, für die Zügel zuständig ist, allerdings stetig zu.

Insgesamt, also in der Kommanditgesellschaft, hat Merz seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2004/05 (30. Juni) um 10,8 Prozent auf 417,2 Millionen Euro gesteigert. Auf Pharma entfielen davon 229,1 Millionen Euro (plus 20,7 Prozent), auf Verbraucherprodukte 119,5 Millionen Euro (plus 5,4 Prozent). Den Rest steuerten die Schreibgeräte bei. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 74,9 (Vorjahr: 61,3) Millionen Euro, der Jahresüberschuß ist auf 52,2 (35,9) Millionen Euro gestiegen.

Keine Scheu vor der Börse

Die gute Entwicklung hat sich im laufenden Geschäftsjahr fortgesetzt, der Umsatz ist im ersten Halbjahr um 12 Prozent auf 235 Millionen Euro gestiegen, das Ebit um 20 Prozent auf einen vom Unternehmen nicht bezifferten Wert. Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen im vergangenen Jahr bei 29,7 Millionen Euro, was für ein forschendes Pharmaunternehmen eine überschaubare Summe ist.

Jochen Hückmann, geschäftsführender Gesellschafter der Merz GmbH & Co. KGaA, glaubt mit dieser Summe durch eine fokussierte Forschung auszukommen. "Wir scheuen uns auch nicht vor der Börse", sagt Hückmann, doch sei ein solcher Schritt nicht geplant. Das Unternehmen müsse so geführt sein, daß es jederzeit an die Börse gehen könne, dies aber nur dann tun, wenn es eine "riesige Gelegenheit gibt", die sich anders nicht finanzieren lasse.

Quelle: Kno., F.A.Z., 16.03.2006, Nr. 64 / Seite 16
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