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Althaus wechselt zu Magna „Will neue Wege gehen“

29.01.2010 ·  Der frühere Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus wechselt zum Autozulieferer Magna. Der CDU-Politiker wird ab Montag für das Unternehmen arbeiten. Er soll Volkswagen betreuen und für Kontakte zu öffentlichen Stellen in Deutschland zuständig sein.

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Dieter Althaus, bis zum September 2009 Ministerpräsident von Thüringen, wechselt als Lobbyist zum österreichischen Autozulieferer Magna. Der CDU-Politiker wird ab Februar für den Konzern arbeiten, wie das Unternehmen am Freitag in Oberwaltersdorf in Österreich mitteilte. Er ist demnach für Kontakte zu öffentlichen Stellen in Deutschland und als „Vice President“ für den wichtigen Magna-Kunden Volkswagen zuständig. Sein Landtagsmandat wird er Ende April niederlegen.

Magna-Vorstandschef Siegfried Wolf erklärte in einer Mitteilung, es sei erfreulich, „wenn Politiker ihre exzellenten Kontakte und Erfahrungen nach der aktiven Zeit der Wirtschaft zur Verfügung stellen und sich nicht auf Funktionärstätigkeiten zurückziehen. Wir brauchen vielmehr Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Politik.“ Mit dem Engagement von Althaus wolle man die Stellung von Magna in Deutschland ausbauen: „Ich freue mich, dass wir Dieter Althaus für diese wichtige Aufgabe gewinnen konnten.“ Magna zitierte Althaus in der Erklärung mit den Worten: „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit, zumal ich Magna aus meiner Zeit als Ministerpräsident gut kenne und seitdem von der außergewöhnlichen Firmenkultur und der Erfolgsgeschichte beeindruckt bin.“

Althaus: „Will neue Wege gehen“

Althaus wird im Magna-Büro am VW-Hauptsitz in Wolfsburg arbeiten, wie Magna-Sprecherin Edda Graf der Nachrichtenagentur DAPD sagte. „Er wird sehr viel unterwegs sein.“ Der „Bild“-Zeitung sagte Althaus, dass Magna eine neue Phase sei, auf die er sich freue. „Der Wahlausgang und mein Rücktritt haben mir deutlich gemacht, neue Wege zu gehen“, wurde er zitiert. Magna sei auf ihn zugekommen. Trotz seines Büros in Wolfsburg wolle er in Heiligenstadt in Thüringen wohnen bleiben.

Althaus gilt persönlichen Freunden seit jeher als „autobegeistert“. Er engagierte sich für die Rettung von Opel in Eisenach, aber auch für das Überleben kleinerer Zulieferer in Thüringen. Althaus waren bereits beim letztlich gescheiterten Übernahmepoker um Opel gute Kontakte zur Magna-Spitze nachgesagt worden. Er und Magna- Chef Wolf hatten sich bei den Opel-Verhandlungen, in die Thüringen wegen des Werks in Eisenach eingebunden war, bei öffentlichen Auftritten als Duz-Freunde präsentiert.

Linkspartei: „Das gehört sich nicht“

Der Vorsitzende der Thüringer Linkspartei Bodo Ramelow äußerte scharfe Kritik. „Es gehört sich nicht, dass ein ehemaliger Ministerpräsident ohne jede Karenz in eine eine Lobbytätigkeit wechselt“, sagte er der Nachrichtenagentur DAPD. „Die Menschen nennen das Lobbykratie.“

Althaus war nach sechs Jahren als Ministerpräsident im vergangenen September kurz nach der Landtagswahl mit hohen Verlusten für die zuvor
alleinregierende CDU zurückgetreten. Er ist nach dem früheren hessischen Landesminister Volker Hoff, der ins Opel-Management geht, bereits der zweite CDU-Politiker, der in dieser Woche seinen Wechsel zu einem an der Übernahmeschlacht beteiligten Unternehmen ankündigt.

Althaus hatte Anfang 2009 hatte er einen schweren Ski-Unfall in Österreich, bei dem eine Frau tödlich verletzt wurde. Der damalige Ministerpräsident verbrachte danach mehrere Monate in Krankenhäusern und Reha-Kliniken. In Österreich war er wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 33.000 Euro verurteilt worden.

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Von Holger Steltzner

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