http://www.faz.net/-gqe-843f0

Militär-Airbus : Airbus: A400M stürzte wohl wegen Softwareproblemen ab

  • Aktualisiert am

Die Absturzstelle in Sevilla Bild: AFP

Den Absturz des Militärtransporters A400M in Spanien vor gut drei Wochen ist wohl durch einen Softwarefehler verursacht worden. Das hat laut Airbus die Auswertung des Flugschreibers und des Stimmenrekorders ergeben.

          Ein Softwarefehler hat vermutlich den Absturz eines Militär-Transportflugzeugs vom Typ Airbus A400M vor gut drei Wochen in Spanien verursacht. Das Softwareproblem in der Steuerung habe dazu geführt, dass drei der vier Triebwerke kurz nach dem Start ausgefallen seien, teilte Airbus am Mittwoch mit. Dies hätten die Auswertung des Flugschreibers sowie des Stimmenrekorders ergeben.

          Versuche der Besatzung, die Einstellungen wieder in den Normalzustand zu bringen, seien ohne Erfolg geblieben. Medienberichten zufolge dürften Fehler bei Arbeiten an den Triebwerken am Boden vor dem Flug das Unglück verursacht haben, weil die Software für die Steuerung nicht wie vorgeschrieben aufgespielt worden sei. Airbus äußerte sich dazu aber nicht und verwies auf die noch laufenden Untersuchungen.

          Verkettung einzelner Fehler?

          Sollte das zutreffen, ist wohl eine Verkettung einzelner Fehler die Ursache für den Absturz, der das milliardenteure Pannenprojekt A400M abermals in die Schlagzeilen brachte - und kein grundsätzlicher Fehler in der Konstruktion des umstrittenen Fliegers. Für Airbus wäre das bei aller Tragik immerhin eine gute Nachricht. Bei dem Absturz in der Nähe des Flughafens von Sevilla waren am 9. Mai vier Besatzungsmitglieder getötet und zwei schwer verletzt worden.

          Das Unternehmen lehnte mit Blick auf die nach wie vor laufenden Untersuchungen der spanischen Behörden jeden weiteren Kommentar allerdings ab. Bis zur Klärung der Ursache bleibt unter anderem die bisher einzige deutsche A400M vorsorglich am Boden. Wann die spanischen Behörden den Abschlussbericht vorlegen werden, ist offen.

          Den Nutzern des Fliegers empfahl Airbus gut eine Woche nach dem Unfall in einem technischen Hinweis „die Durchführung eines einmaligen Kontroll-Checks der elektronischen Triebwerkskontrolleinheit bei jedem Flugzeugtriebwerk vor dem nächsten Flug“. Die Triebwerke werden von einem Konsortium unter dem Namen Europrop gefertigt, zu dem neben dem Treibwerksbauer Rolls-Royce auch die deutsche MTU, die spanischen ITP und die französische Snecma gehören.

          Die Luftwaffe hatte Ende 2014 ihre erste Maschine bekommen. Von Beginn an war die Entwicklung des Flugzeugs von politischen, finanziellen und technischen Problemen behindert worden. Kunden für das Flugzeug sind etwa noch Frankreich, Großbritannien, die Türkei und Malaysia. Laut Airbus wurden von bisher 174 bestellten Maschinen bisher 12 ausgeliefert. Die auf ihrem Jungfernflug abgestürzte A400M war für die Türkei bestimmt und sollte im Juni ausgeliefert werden.

          Quelle: bee./Reuters/dpa

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Martin Schulz (rechts) mit dem designierten SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil

          Martin Schulz unter Druck : Vorsitzender auf Abruf

          Die SPD akzeptiert die Personalpolitik ihres Vorsitzenden nur mit Zähneknirschen. Für Martin Schulz wird der Weg bis zum Bundesparteitag im Dezember steinig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.