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Air France fordert verlängerte Version Der Riesen-Airbus soll noch größer werden

03.06.2008 ·  Schon in der jetzigen Version des A380 finden 525 Passagiere Platz. Wegen hoher Treibstoffpreise reicht das der Fluggesellschaft Air France-KLM nicht mehr aus. Sie fordert nun einen noch größeren Super-Airbus. In der Langversion solle der A380 zunächst 100 Sitzplätze mehr haben.

Von Christian Schubert und Hans-Christoph Noack
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Die Fluggesellschaften drängen die Hersteller, treibstoffärmere Flugzeuge zu entwickeln. Der Vorstandsvorsitzende von Air France-KLM, Jean-Cyril Spinetta, hat Airbus in einem Interview aufgefordert, eine Langversion des Großraumflugzeugs A380 auf den Markt zu bringen. „Wir versuchen Airbus zu überzeugen, eine A380-900 zu lancieren. Mit neuen Triebwerken und rund hundert Sitzen mehr wäre dieses Flugzeug bei den Kosten unschlagbar“, sagte Spinetta der französischen Wirtschaftszeitung „La Tribune“.

In ihrer Basisversion passen in eine heutige A380 525 Sitze. Die Zahl kann jedoch bis auf 850 Sitze erhöht werden, wenn auf die erste und die Business-Klasse verzichtet wird. Sollte die lange A380 entwickelt werden, könnte Air France-KLM eine „bedeutende Zahl“ bestellen, sagte Spinetta.

Airbus und Boeing zögern mit der Entwicklung eines Nachfolgers

Der Franzose forderte außerdem die Entwicklung eines Nachfolgers für die Mittelstreckenflugzeuge A320 von Airbus und B737 von Boeing. Nach seinen Worten hat sich der Kerosinverbrauch der A320 seit der Einführung 1987 nur um 2 Prozent verbessert. Das sei nicht akzeptabel, denn die treibstoffsparende Technologie sei vorhanden.

Weil sich beide Maschinen heute noch in großen Stückzahlen verkaufen, zögern Airbus und Boeing mit der Entwicklung eines Nachfolgers. Experten rechnen vor 2018 nicht mit einer Markteinführung. Airbus reagierte daher auch zurückhaltend auf die Forderungen Spinettas. Der europäische Hersteller leidet unter Kapazitätsengpässen. Schon die Auslieferung der A380-Standardversion musste vier Mal verschoben werden - eine Verzögerung, unter der auch Air France-KLM leidet. Das Unternehmen sucht händeringend Ingenieure und Facharbeiter. Im März hat Airbus erstmals 48 Maschinen ausgeliefert, so viel wie noch nie in einem Monat. Gleichzeitig muss das neue Langstreckenflugzeug A350 entwickelt und der Rückstand im Bau des Militärtransporters A400 aufgeholt werden.

Bestätigung der Markteinschätzung

Dennoch freut sich Airbus über den Vorstoß von Spinetta, denn man sieht dies als Bestätigung der Markteinschätzung für den A380. Airbus und Boeing stritten lange über die Frage, ob künftig der Verkehr zwischen wenigen Drehkreuzen in supergroßen Flugzeugen mit späteren Anschlussflügen - von Airbus favorisiert - oder der Direkt-Verkehr zwischen kleineren Flughäfen zunehmen werde, wie es Boeing erwartet. Inzwischen sind sich beide Hersteller etwas entgegengekommen, wie die Entwicklung einer Langversion für den Boeing-747-Nachfolger sowie die A350 zeigt. Eine Langversion für den A380 war schon beim Start der Konzeption im Jahr 2000 vorgesehen.

Nach Angaben von Airbus kommt der Treibstoffverbrauch des A380 bei voller Besetzung einem 3-Liter-Auto gleich. Bei einer Langversion könnte dieser Verbrauch noch sinken.

Treibstoff wird teurer, der Verbrauch wird entscheidender

Das Verbrauchsargument wird für die Luftfahrtbranche immer mehr zu einem sehr entscheidenden Faktor. So lag der Preis für eine Tonne Treibstoff im November bei rund 700 Dollar, in den vergangenen Tagen ist er bis auf 1400 Dollar gestiegen. Schon im vergangenen Jahr war für viele Fluggesellschaften der Treibstoff der größte Kostenblock. EADS-Chef Louis Gallois sagte auf der Luftfahrtausstellung ILA in Berlin, das Rekordniveau beim Ölpreis werde einen Tendenz zu größeren Flugzeugen auslösen. Der Verkaufschef des europäischen Flugzeugherstellers John Leahy geht davon aus, dass die hohen Treibstoffpreise die Nachfrage nach Großraummodellen ankurbeln. Kürzlich rechnete Leahy damit, dass in diesem Jahr noch zwanzig weitere A380-Flugzeuge bestellt werden. Bisher gibt es 196 Festaufträge und Vormerkungen von 17 Kunden für das weltgrößte Passagierflugzeug, dessen Auslieferung sich um rund zwei Jahre verzögert hat. Trotz der Verspätungen hat noch kein A380-Kunde das Flugzeug in der Passagierversion abbestellt.

Aber auch schon vor Beginn der verzögerten Auslieferung der A380 haben einige Fluggesellschaften mit der Langversion der Großraumflugzeugs gerechnet. Die Emirates, größter Einzelkunde von Airbus für dieses Flugzeug, hat auf seinem Drehkreuz in Dubai bereits Vorsorge für die nun von Air France-KLM angeregte Langversion getroffen. Von den 7 Wartungshallen für die A380 sind einige von der Größe schon auf die verlängerte Version ausgerichtet. 353 Millionen Dollar hat die Fluggesellschaft diese Zukunftsplanung kosten lassen.

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