http://www.faz.net/-gqe-8himg

Air Berlin : Neue Hilfe aus Arabien

Ein Air-Berlin-Flugzeug startet am Münchener Flughafen. Bild: dpa

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat fast eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht. Jetzt bereitet Großaktionär Etihad eine Finanzspritze vor.

          Die seit Jahren angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin darf auf die nächste Hilfe aus Arabien hoffen. Großaktionär Etihad hat abermals für eine Anleihe Geld eingesammelt, das Gesellschaften in seinem Partnernetzwerk zukommen soll – darunter Air Berlin. Noch hält sich Etihad bedeckt, welcher Betrag der zweitgrößten deutschen Gesellschaft zufließen soll. 2015 hatte Air Berlin 447 Millionen Euro Verlust gemacht. Dazu trugen ungünstige Absicherungen gegen Schwankungen des Ölpreises bei, der aber stark fiel.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die eingeworbenen 500 Millionen Dollar Anlegergeld sollen für Kapitalaufwendungen, die Flugzeugflotte und „je nach Bedarf der jeweiligen Airlines für Refinanzierungen“ genutzt werden, teilt Etihad allgemein mit. Neben den Berlinern werden die Etihad-Beteiligungen Alitalia, Air Serbia und Air Seychelles in ungenannter Höhe bedacht. Damit beugt Etihad zunächst Kritik an einer konkreten Geldspritze für Air Berlin vor, der die Araber mehrfach beigesprungen sind. Für die Berliner wird die Anleihe indes eine Möglichkeit sein, zu moderaten Konditionen an Geld zu kommen, und indirekt von der Bonität der Staatsgesellschaft aus Abu Dhabi zu profitieren.

          Nach unbestätigten Berichten ist eine Rendite von 6,75 Prozent vorgesehen. Air-Berlin-Anleihen waren in der Vergangenheit höher verzinst. „Unsere Anteilseigner-Strategie kreiert eine Einheit, die gemeinsam erfolgreicher ist, als jeder für sich allein“, lässt sich Etihad-Vorstandschef James Hogan zitieren. Mit der 500-Millionen-Transaktion greifen die Araber auf ein Konstrukt zurück, dass sie 2015 ersonnen hatten. Damals sammelte Etihad 700 Millionen Dollar für seine Partner ein, Air Berlin erhielt 89 Millionen Dollar. Mit den zufließenden Mitteln wird die Ursprungsanleihe auf 1,2 Milliarden Dollar aufgestockt. Bei Etihad sieht man darin offenbar einen Weg, der weiter beschritten werden kann.

          Weitere Themen

          Putin persönlich verantwortlich machen Video-Seite öffnen

          Trump legt nach : Putin persönlich verantwortlich machen

          „Ja, das würde ich, weil er für das Land verantwortlich ist. Genauso wie ich mich selbst für Dinge verantwortlich sehe, die in diesem Land passieren.“ - so Trump in einem Interview

          Topmeldungen

          Auch an dem spektakulären Bankraub in Berlin soll ein Mitglied des Clans beteiligt gewesen sein.

          Razzia in Berlin : Münzraub, Bankraub, Geldwäsche

          In Berlin geht die Polizei geht gegen eine arabische Großfamilie vor. Den Mitgliedern wird eine ganze Bandbreite von Straftaten zur Last gelegt. Auf die Schliche kamen ihr die Ermittler durch eine unvorsichtige Handlung.

          Putin vs. Trump : Russland stößt amerikanische Staatsanleihen ab

          Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.

          Neue Phase der Verhandlungen : EU-Kommission legt Szenarien für Brexit vor

          Brüssel nahm zu Theresa Mays Brexit-„Weißbuch“ Stellung: Es soll „keine Schlupflöcher an den Außengrenzen“ geben. Mays neuer Minister für den EU-Austritt Dominic Raab hat zudem erstmals an den Gesprächen mit der EU teilgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.