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AIG leitet staatliche Hilfen weiter Deutsche Bank erhält 12 Milliarden Dollar

16.03.2009 ·  Aus Furcht vor einer Kettenreaktionen im Finanzsystem hat die amerikanische Regierung dem angeschlagenen Versicherungskonzern AIG in mehreren Stufen Hilfspakete von insgesamt mehr als 170 Milliarden Dollar geschnürt. Auf politischen Druck hat der Versicherer AIG nun bekannt gegeben, wer die Nutznießer des Rettungspaketes sind.

Von Norbert Kuls, New York
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Der amerikanische Versicherungskonzern American International Group (AIG) hat Milliardenbeträge aus einem staatlichen Hilfspaket an Handelspartner überwiesen, zu denen große Kreditinstitute und amerikanische Kommunen gehören.

Allein die Deutsche Bank erhielt 11,8 Milliarden Dollar von AIG. Der Versicherungskonzern veröffentlichte eine Liste mit Handelspartnern auf Druck von Kongressabgeordneten, die auf Transparenz bei der Verwendung der Hilfe drängten.

Obama lässt Boni prüfen

Unterdessen steigt auch der politische Druck wegen umstrittener Bonuszahlungen bei AIG. Präsident Barack Obama hat am Montag Finanzminister Timothy Geithner aufgefordert, alle „juristischen Möglichkeiten“ auszuloten, um die jüngst bekanntgewordene Zahlung von 165 Millionen Dollar an Mitarbeiter des Bereichs Finanzprodukte zu verhindern. Diese Sparte hatte Milliardenverluste gemacht. „Es ist schwer zu verstehen, warum Derivate-Händler von AIG überhaupt Boni verdienen, ganz zu schweigen von 165 Millionen Dollar“, sagte Obama.

AIG-Vorstandschef Edward Liddy hatte gesagt, dass AIG die „Hände gebunden“ seien, weil die fraglichen Treueprämien vertraglich garantiert sind. Der vom Kollaps bedrohte Konzern hatte seit vergangenem September in mehreren Stufen ein Hilfspaket von insgesamt mehr als 170 Milliarden Dollar erhalten. Nach Angaben von AIG sind davon schon zwei Drittel an Geschäftspartner geflossen. Die amerikanische Regierung, die jetzt knapp vier Fünftel der AIG-Anteile besitzt, hatte das Rettungspaket geschnürt, um die bei einem Zusammenbruch von AIG befürchteten negativen Kettenreaktionen für das internationale Finanzsystem zu verhindern.

Deutsche Bank und Société Générale haben jeweils fast 12 Milliarden erhalten

Zu den größten Geldempfängern gehörten neben der Deutschen Bank die französische Société Générale mit 11,9 Milliarden Dollar und die amerikanische Bank Goldman Sachs mit 12,9 Milliarden Dollar. Die britische Bank Barclays erhielt 8,5 Milliarden Dollar. Die Dresdner Bank bekam insgesamt 2,6 Milliarden Dollar und die DZ Bank 1,7 Milliarden Dollar. Auch die KfW-Bankengruppe und die Landesbank Baden-Württemberg stehen auf der Liste. AIG setzte mit den Zahlungen im vergangenen Jahr beschlossene Maßnahmen um. Ein Großteil der Mittel steht in Zusammenhang mit Kreditausfallversicherungen. AIG hatte Wertpapiere, darunter komplexe Hypothekenanleihen (CDO) gegen Zahlungsausfälle versichert.

Nachdem diese Papiere wegen der amerikanischen Häuserkrise stark an Wert verloren hatten, musste AIG Handelspartnern neue Sicherheiten stellen. Die amerikanische Notenbank Fed hatte AIG zudem einen zweistelligen Milliardenbetrag zur Verfügung gestellt, um CDO-Anleihen von Handelspartnern zu kaufen. Sobald AIG die Papiere besitzt, können die Kontrakte aufgelöst werden. Kreditausfallversicherungen hatten bei AIG im vierten Quartal zum Rekordverlust von rund 60 Milliarden Dollar beigetragen. Ein weiterer Teil des Rettungspakets war vorgesehen, um Liquiditätsengpässe bei der Wertpapierleihe zu lösen. AIG hatte Wertpapiere an Handelspartner wie Banken verliehen und dafür Barmittel als Sicherheit erhalten. Mit den staatlichen Hilfen zahlte AIG diese Barmittel nun zurück.

Die Liste sorgte im Kongress für kritische Reaktionen. „Ich mache mir große Sorgen, dass Goldman Sachs angesichts der Beziehung zwischen den beiden Unternehmen soviel Geld erhalten hat“, sagte Elijah Cummings, Mitglied des Aufsichtsausschusses im amerikanischen Repräsentantenhaus. Der ehemalige Finanzminister Henry Paulson und einige seiner engsten Mitarbeiter kamen von Goldman Sachs. AIG-Vorstandschef Liddy saß im Verwaltungsrat von Goldman.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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