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Aida-Chef Michael Thamm „Unsere Gäste sind im Durchschnitt 40“

02.04.2011 ·  Michael Thamm leitet Aida Cruises. Der Anbieter von Kreuzfahrten ist Marktführer in Deutschland. Im FAZ.NET-Interview umwirbt er mittelalte Paare und Familien mit günstigen Preisen und spricht über das Potential der Branche.

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Herr Thamm, die Deutschen buchen wie wild Kreuzfahrten. Warum eigentlich?

In welchem Hotel an Land kriegen Sie schon sieben Restaurants. Und wer bietet in einer Woche vier Reiseziele, ohne das Hotel wechseln zu müssen. Zusammen mit dem Erlebnis, auf See zu sein.

Für so ein Angebot muss der Passagier aber kräftig bezahlen.

Das war früher so, und bei klassischen Kreuzfahrten ...

... also mit 5-Sterne-Standard und strenger Kleiderordnung ...

... ist das noch heute so. Bei uns kann ein Paar eine einwöchige Reise in der Nebensaison schon für weniger als 2000 Euro buchen.

Was ist Ihr Zielpublikum?

Familien und Paare. Das Durchschnittsalter liegt bei Anfang 40 und damit deutlich niedriger als bei anderen Kreuzfahrtanbietern.

Und wer geht zur Konkurrenz?

Wir sind keine Gesellschaft für klassische Kreuzfahrten. Und kein klassischer Single-Anbieter.

Alleinreisende zahlen fast den Preis einer Doppelkabine. Sie machen damit einen riesigen Markt unattraktiv. Warum?

Das stimmt so nicht. Immerhin geben wir in der Nebensaison Rabatte von bis zu 40 Prozent auf die Doppelkabine. Singles stehen bei uns nicht im Fokus. Vielleicht ist das eine Option für die Zukunft.

Wie kann ein Paar die Reise günstiger bekommen?

Wenn es flexibel im Ziel ist, zum Beispiel zwischen östlichem und westlichem Mittelmeer. Wenn es uns die Entscheidung überlässt, in welche Kabine es kommt, oder gleich eine Innenkabine bucht. Und wenn es in der Nebensaison und sehr früh bucht.

Senken Sie bald die Preise, weil jetzt die Amerikaner mit ihren riesigen Schiffen in Europa fahren?

Wir haben ein faires Preis-Leistungs-Angebot, das auf das deutsche Publikum gerichtet ist. Die große Mehrzahl der Gäste spricht Deutsch und nicht Englisch, das ist für Urlaubskontakte wichtig. Wir bieten neben à la carte auch Essen vom Buffet, was viele Deutsche lieber mögen als die reinen à la carte-Restaurants auf amerikanischen Schiffen. Und unsere Nord- und Ostseerouten haben den Vorteil, dass die Abfahrthäfen verkehrsnah in Deutschland liegen.

Trotzdem: Brauchen Sie bei so viel zusätzlicher Konkurrenz denn noch Ihre neuen Schiffe?

Auf jeden Fall. Studien sagen, dass sich 12 Millionen Deutsche eine Kreuzfahrt vorstellen können. 2010 buchten erst 1,2 Millionen.

Die Fragen stellte Dyrk Scherff.

Quelle: F.A.S.
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