28.04.2009 · Überraschend gute Zahlen bei der Deutschen Bank: Nach massiven Verlusten im vergangenen Jahr meldet das Institut im ersten Jahresviertel wieder einen Milliardengewinn. Schon am Montagabend war bekannt geworden, dass Josef Ackermann bis 2013 bleibt.
Die Deutsche Bank ist zum Jahresauftakt mit einem unerwarteten Milliardengewinn in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Nach dem Rekordverlust im vergangenen Jahr meldet das Unternehmen nun für das erste Quartal einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro.
Die Eigenkapitalrendite vor Steuern betrug den Angaben zufolge im ersten Quartal 2009 22 Prozent. Gemäß Zielgrößendefinition der Bank, bei der bestimmte signifikante Gewinne und Belastungen unberücksichtigt bleiben, lag die Eigenkapitalrendite vor Steuern bei 25 Prozent.
„Schlüsselquartal für die Deutsche Bank“
Schon am Montagabend war bekannt geworden, dass Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann seinen Vertrag überraschend um drei Jahre verlängert hat - und zwar bis zur Hauptversammlung im Mai 2013. Ackermann wird dann 65 Jahre alt sein. Ackermann machte deutlich, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei, seinen 2010 auslaufenden Vertrag bis 2013 zu verlängern. Dies habe nicht seiner ursprünglichen Lebensplanung entsprochen.
Nach Angaben der Deutschen Bank hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Montag einstimmig beschlossen, Ackermann eine Verlängerung seines Vertrages um weitere drei Jahre vorzuschlagen. Dieser Bitte hat der Schweizer entsprochen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Clemens Börsig, erklärte in der Mitteilung, dass der Leistungsausweis der Bank für das erste Quartal 2009 ein eindrucksvoller Beleg dafür sei, wie Ackermann die Bank strategisch gut aufgestellt und erfolgreich durch die Krise geführt habe
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann selbst sprach nun von einem „Schlüsselquartal für die Deutsche Bank“. Allerdings müsse das Institut mit anhaltenden Schwierigkeiten rechnen.
Das Investmentbanking, das zuletzt für tiefrote Zahlen gesorgt hatte, erzielte vor Steuern einen Gewinn von 1,54 Milliarden Euro. Die sogenannten stabilen Geschäftsfelder - neben dem Geschäft mit Privat- und Firmenkunden auch die Vermögensverwaltung - mussten allerdings deutlich Federn lassen und blieben zusammengenommen nur knapp in den schwarzen Zahlen. Bei der Vermögensverwaltung fiel sogar ein Verlust an.
Institut benötigt bislang keine Staatshilfe
Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Deutsche Bank mit einem Fehlbetrag von 3,9 Milliarden Euro den ersten Verlust in ihrer Geschichte verzeichnet. Allein im vierten Quartal 2008 musste die Deutsche Bank einen Nettoverlust von 4,8 Milliarden Euro verbuchen. Das von Ackermann ausgegebene 25-Prozent-Ziel bei der Eigenkapitalrendite war im Zusammenhang mit der Finanzkrise vielfach als überzogen kritisiert worden.
Ackermann hält beharrlich an dieser Marke fest, was ihm bei Kritikern den Ruf eines „gierigen Kapitalisten“ einbrachte. Für den Schweizer ist dieses Ziel dagegen ein Grund dafür, dass die Bank als eine der wenigen weltweit keine Staatshilfe braucht: „Wir tun alles, damit wir kein Staatsgeld brauchen, sagte Ackermann.
Ackermann: Dezentrale Bad-Bank-Lösung ist richtiger Ansatz
Die Idee dezentraler „Bad Banks“ zur Entlastung taumelnder Banken von ihren faulen Wertpapieren befürwortete Ackermann indes. Der aktuell in Berlin diskutierte Ansatz sei der richtige, sagte Ackermann am Dienstag in Frankfurt (siehe auch So funktioniert die Bad Bank). „Wenn es möglich ist, Bankbilanzen zu entrümpeln von solchen Altlasten, dann ist das der richtige Weg“, betonte Ackermann. Es gebe allerdings viele offene Fragen - etwa, zu welchen Preisen man die Papiere aus den Bankbilanzen herausnehme oder wie man die Lasten am Ende zwischen den Banken und dem Staat aufteilt. Für die Deutsche Bank gelte nach wie vor, dass sie dieses Vehikel nicht in Anspruch nehmen muss.
Bei allem vorsichtigen Optimismus wurde mit der Vertragsverlängerung Ackermanns aber auch deutlich, dass die Deutsche Bank mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolger in Nöte geraten ist. Die Nachfolgersuche hatte nach Einschätzung aus Finanzkreisen nie einen eindeutigen Kandidaten hervorgebracht. Neben Börsig wurden auch Risikovorstand Hugo Bänziger, ebenfalls wie Ackermann Schweizer, Chancen eingeräumt. Zwar hatte sich Bänziger in Kreisen der Politik und der Finanzaufsicht bei den Rettungsaktionen für die vor der Verstaatlichung stehenden Hypo Real Estate einen Namen gemacht. Doch der Öffentlichkeit war er wenig bekannt. In den Vorstand der Deutschen Bank waren Anfang April vier weitere Mitglieder aufgerückt. Die Aufstockung des Gremiums von vier auf acht Mitglieder wurde auch damit begründet, den Kandidatenkreis für den Nachfolger Ackermanns zu vergrößern. In das Gremium rückten auch die beiden Londoner Investmentbanker Anshu Jain und Michael Cohrs. Vor allem der Inder Jain galt als der Spitzenverdiener in der Deutschen Bank. Doch die Finanzkrise und die hohen Verluste im Investment Banking sprachen gegen die Berufung eines Investmentbankers an die Spitze der Deutschen Bank.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |