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Abwehr gegen Swiss Life MLP erhöht das Kapital

21.08.2008 ·  MLP wehrt sich mit einer Kapitalerhöhung um knapp zehn Prozent gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Swiss Life. Die Schweizer hatten kürzlich überraschend 26,75 Prozent an MLP gekauft. Nun wird der Anteil verwässert und sinkt wieder unter die Sperrminorität von 25 Prozent.

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Der Finanzdienstleister MLP wehrt sich mit einer Kapitalerhöhung gegen eine Übernahme des Konkurrenten Swiss Life. MLP beschloss eine Erhöhung des Grundkapitals um knapp zehn Prozent, wie das Unternehmen mit Sitz in Wiesloch bei Heidelberg am Donnerstag mitteilte.

Die neuen Aktien werden von den Produktpartnern Allianz, AXA und HBOS unter Ausschluss der Bezugsrechte übernommen. Die Allianz und Axa übernehmen den weitaus größten Teil. „Damit bleibt unser unabhängiges Geschäftsmodell gesichert“, sagte ein MLP-Sprecher. „Eine feindliche Übernahme ist dadurch faktisch ausgeschlossen.“

Die Schweizer Versicherungsgesellschaft Swiss Life hatte kürzlich überraschend 26,75 Prozent an MLP gekauft. Durch die geplante Kapitalerhöhung wird der Anteil verwässert und sinkt unter die Sperrminorität von 25 Prozent.

„Wir stärken unsere Position nochmals deutlich“

„Durch die eingenommenen Barmittel stärken wir unsere Position nochmals deutlich, um aktiv an der gegenwärtigen Konsolidierung in der Finanzdienstleistungsbranche teilnehmen zu können“, wird Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg in einer Pressemitteilung zitiert. „Außerdem sichern wir durch diesen gemeinsamen Schritt von MLP und bedeutenden Produktpartnern dauerhaft das Geschäftsmodell des unabhängigen Beratungshauses.“

Mit der Kapitalerhöhung und weiteren Zukäufen will die Allianz Lebensversicherungs-AG ihren Anteil an MLP auf 7 Prozent ausbauen. Unabhängige Finanzvertriebe wie MLP sollen auch künftig eine entscheidende Rolle am Markt spielen, teilte Allianz Leben mit. Eine Kontrollmehrheit werde deshalb nicht angestrebt.

West-LB-Analyst Thomas Noack betrachtete den Schritt mit gemischten Gefühlen. „Strategisch verstehe ich die Kapitalerhöhung als Schritt, das Geschäftsmodell zu schützen und zu zeigen, das andere Finanzdienstleister das Modell weiter beibehalten wollen.“ Andererseits bedauere er die Entscheidung, das Kapital zu erhöhen. „Erst im vergangenen Jahr gab es ein Aktienrückkaufprogramm, und jetzt sinkt der Gewinn je Aktie.“ Der Finanzmarkt müsse nun seine Gewinnerwartungen um 10 Prozent zurücknehmen. Der Analyst bewertet die im MDax notierte Aktie bislang mit „Halten“.

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