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Abschiedsbrief eines Mitarbeiters Das Goldman-Sachs-Debakel

 ·  Muppets nennen Investmentbanker ihre Kunden: Trottel, denen man alles andrehen kann. Das weiß die Welt, weil ein Banker jetzt auspackte und wenig Schmeichelhaftes über seinen Arbeitgeber kundtat.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (14)

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Björn Peters

Kein Wunder

Vor über zehn Jahren, zu Anfang meines beruflichen Werdegangs, wurde ich von einem älteren Mentor davor gewarnt, Geschäftsbeziehungen mit Goldman Sachs aufzunehmen. Aus seinem langen Berufsleben heraus gab er mir die Erfahrung mit, dass bei GS der Kunde an letzter Stelle stehe. Wer dort arbeite, müsse zuerst sein Gewissen an der Garderobe abgeben, die intellektuelle Schlagzahl sei dort aber besonders hoch. Daher ist die Firma immer noch attraktiv für überdurchschnittlich intelligente junge Leute. Und genau dieses Bild habe ich von allen Bekannten gehört, die dort Einblick erhielten durch Arbeit oder Kundenbeziehung. Dass sich nun ein Ex-Mitarbeiter öffentlich darüber empört, wundert mich nicht.

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Karsten Krug
Karsten Krug (kkrug) - 18.03.2012 18:53 Uhr

"Vorhang auf ... Applaus Applaus" vor soviel Offenheit

welcher Kleinanleger aka "Muppet" glaubt das es bei einer anderen Bank anders ist???

Den empfehle ich die Performance von GS-Produkten mit denen anderen "Finanzdienstleister" zu vergleichen und er wird zum Ergebnis kommen, dass GS noch zu den Besten gehört.

Viel Spass beim Durchhecheln von Performancelisten über 1, 3, 5, 10 oder 20 Jahre. Mein Fazit: ETFs und oder Blue Chips.

PS: Mal sehen wie viele Jahre sie dazu brauchen...

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 18.03.2012 17:40 Uhr

Es spielt keine Rolle, ob GS gegen die den Kunden verkauften Papiere "gewettet" hat, dies ..

... kann man durchaus tun, um z.B. eigene Bestände gegen eventuelle Kursverluste abzusichern (- also z. B. über den Kauf von Verkaufsoptionen oder ähnliches). Dies muss nicht unbedingt ehrenrührig sein, sondern könnte auch als verantwortungsvolles Handeln betrachtet werden. Der eigentliche Punkt, z.B. bei Abacus, ist das verheimlichte Auswahlverfahren. Hier ist m.E. ein Anfangsverdacht auf den Straftatbestand des Betruges durchaus nicht unangebracht. Den den Käufern wurde nicht entsprechend kommuniziert, dass paraktisch der "Bodensatz" der Kredite ind diese Papiere floß und eine Gewinnchance so gut wie nicht mehr vorhanden war. Diese Aktion ist keineswegs ein Einzelfall und betrifft nicht nur Abacus und GS, sondern insbesondere auch Lehman und andere Investmentbanken. Ich glaube, man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man annimmt, dass die amerikanische Finanzkrise hauptsächlich aus den negativen Auswirkungen betrügerischer Aktionen in Billionenhöhe gespeist wurde.

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Norbert Dr. Leineweber

Bloomberg und Goldman Sachs sind zwei Seiten des Abschaumes einer abartigen ...

polit-ökonomischen Kaste. Bloomberg gehört der gleichnahmige Börsensender. Dass die amerikanischen Banken die Weltwirtschaft in den Abgrund gerissen haben ist unstrittig. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf mehr als 100 Billionen Dollar. Bloomberg hat mit seinen Parolen rein in die Papiere raus aus den Papieren zusammen mit den Investmentbanken seinen Reibach gemacht. Dass die beiden sich zusammentun beweist, dass man völlig ungeniert seine Abartigkeit zur Schau stellen kann. Das ist Amerika ohne Bankenregulierung in Verbindung mit einem Bezahltsender. Auch über die new economics wurden die Zuschauer immer bei Laune gehalten. Der Sender hat nie vor der Immobilienkrise gewarnt. und letztlich auch bewirkt, dass Greenspan zum Wurmfortsatz von Goldman Sachs wurde. Das war einer meiner Standardsprüche bei den Studenten. Ich denke treffender hat das niemand jemals auf den Punkt gebracht. Der Artikel beweist weshalb die beiden Bankster kritische Berichte in ihrem Sender nicht duldeten

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Martin Schmitt

Finanzprodukte für die Kleinbürger

Wem nützen wirklich die s.g. Finanzprodukte? Bereits der Blick in die AGBs sollte Misstrauen wecken. Bankzertifikate, Rürup, Immobilienfonds unter dem Deckmantel Altersvorsorge - wer glaubt's wird selig.

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Gerd Lehmann
Gerd Lehmann (Gerd_L) - 18.03.2012 15:36 Uhr

tja, wer schnell reich werden will

durch die Raffgier der sog. Anleger haben/hatten diese Investmentbanker doch ein leichtes Spiel, und niemand soll sagen er hätte es nicht gewußt, die Aussicht auf "schnelles Geld" macht eben blind und taub ... selbst Schuld!

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Harald Schaub

Goldman-Sachs und wir

Ein Großteil unserer finanzpolitische Elite war bei Goldman-Sachs beschäftigt und atmet den Geist dieser Bank. Machen Sie sich die Mühe und googlen Sie die Biographien von angelsächsischen oder europäischen Finanzpolitikern oder den obersten Funktionären von Fed, EZB, IWF und Weltbank. Sie werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Und wenn Goldman-Sachs nicht zuerst ihren Kunden verpflichtet ist - meinen Sie, dass unsere finanzpolitischen Entscheider nun zuerst dem Gemeinwohl verpflichtet sind?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.03.2012 17:45 Uhr
Werner Dietz

„Government Sachs“

Nicht umsonst hat Goldman Sachs in den USA den Spitznamen „Government Sachs“. Goldman hat zu beiden US-Parteien gute Beziehungen, besonders gute zu den Republikanern. So war der letzte Finanzminister von Bush, Henry Paulson, vorher Chef von GS. Aber auch der Demokrat Bill Clinton hatte mit Rubin einen Finanzminister, der vorher Chef von GS war.
Ein amerikanischer Soziologe bezeichnete einmal in einem Interview mit einer deutschen Zeitung die USA als „plutokratische Version der Demokratie“.

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Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 18.03.2012 13:14 Uhr

Prizipal Agent Problematik

Der ausführende hat ein vielfach höheren Wissenstand über die Materie als der Auftraggeber. Das kann man mit dem über den Tisch ziehen bei schlechten Werkstätten vergleichen die unbedarfte Kunden Reperaturen für ihre Autos verkaufen auch wenn diese noch in Ordnung sind.
.
Es ist schade, dass Investmentbanken scheinbar ihren Erfolg darüber definieren wie gut sie ihre Kunden über den Tisch ziehen. Alleine an dieser Praktik kann man sehen dass der Wirtschaftliche Erfolg (erwirtschaftetes Geld) nicht dem Wert entspricht den Einzelpersonen oder Organisationen geleistet haben oder leisten können.
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Schade dass sich Muppetpolitiker von diesen Zahlen so blenden lassen.
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IKB war dass nicht die Bank in der z.B. Oskar Lafontaine im Aufsichtsrat saß oder Sitzt? Sicher hat der werte Herr keine Probleme damit gehabt die Bezüge für diese Minderleistung anzunehmen.
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Es ist schwierig nicht Wütend zu werden aber der der es schafft hat sicher mehr geleistet als diese Wertsenken.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.03.2012 06:15 Uhr
Max Bernard

Einfach perfid!

Auch wenn Ihre Frage nur rethorisch gemeint war und einzig den Zweck der Verunglimpfung verfolgt: Nein, Lafontaine saß nicht im Aufsichtsrat der IKB als diese begann Casino Royal zu spielen. Im Gegensatz zu Ihren Politikerfreunden hat er bekanntermassen seinerzeit als einziger führender deutscher Politiker den von Schröder/Fischer protegierten Finanzmarkt in die Schranken weisen wollen! Als er sich damit gegen Schröder/Fischer nicht durchsetzen konnte tat er das, was ein Mensch mit Charakter zu tun hat - er nahm seinen Hut. Ausgerechnet Lafontaine eine Nutzniesserrolle bei den IKB-Spekulationen andichten zu wollen zeugt von einer unglaublichen Perfidität!

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Gerold Keefer

Nennen wir das Kind doch einfach mal beim Namen: Betrug!

Großbanken wie Goldman Sachs sprechen sich m.E. doch nur deshalb für den sogenannten "Freien Markt" aus, weil dieser Markt längst von ihnen beherrscht wird und nicht mehr frei, sondern abgekartet ist. Man nenne mir irgendeinen anderen Industriezweig, der so viel Schaden angerichtet hat und trotzdem weiterhin machen kann, was er will. Hier zählt nicht mehr die stärke des Rechts, sondern das Recht des Stärkeren. Es sei daran erinnert, dass es nach der Savings & Loans - Krise der 80er Jahre ca. 800 Gefängnisstrafen für betrügerische Banker gab. In der gegenwärtigen, um Dimensionen größeren Krise, gibt es Madoff und vielleicht noch eine handvoll weitere Kandidaten fürs Gefängnis - das war's. Wenn wir nicht damit beginnen Betrug wieder Betrug zu nennen und Betrüger vor Gerichte zu bringen, dann gehen wir unter.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.03.2012 16:45 Uhr
Matthias Elger
Matthias Elger (melger) - 18.03.2012 16:45 Uhr

Betrug der Investmentbanken! Ist das nicht zu kurz gegriffen?

Zugegeben Investmentbanken sind nicht gerade Engel, aber wer betrügt denn am meisten? Staaten, Politiker oder Investmentbanken? Es wird weltweit jedes Jahr durch Milliarden Euro oder Dollar auf Pump massiv Einfluss auf die Wirtschaften genommen und der Wohlstand sanktioniert. Über stete Kreditaufnahmen. „Neues Geld“, nein keine Scheine, sondern Buchgeld wird von Konto A nach B geschoben und von den Investmentbanken in die gerade aussichtsreichsten Geschäfte gepumpt. Finanzblasen entstehen dadurch, da die meisten Gelder in die von der Politik gewünschten Richtung geschoben werden. Scheinwirtschaften neben der Realwirtschaft werden so ermöglicht. Und die Staaten müssen dann zusehen, denn wenn diese Scheinwirtschaften kaputt gehen, sind auch die „eigenen Anzüge“ weg. Man sitzt auf dem Trockenen und muss den Bürgern erklären, dass alle Ersparnisse weg sind, das Geld nix mehr wert ist und man die Beamten nicht mehr entgelten kann. Marktwirtschaft, wo Bedarf ist wird ein Angebot geschaffen.

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Stefan Gigga

Savings & Loans - Krise

Besonders interessant an der Savings & Loans - Krise ist, dass die Medien diese im Zusammenhang mit der derzeitigen Finanzkrise nicht erwähnen. Nicht nur die Politik hat in der Aufarbeitung der Finanzkrise, einschließlich der Bestrafung der Betrüger massiv versagt, sondern auch die Medien, welche die Finanzwelt bis heute mit Samthandschuhen anpasst.

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Holger Baade

In den USA und andernorts

werden zumindest ab und an die Verursacher derartiger Machenschaften vor Gericht gestellt und zu happigen Strafen verurteilt.

In Deutschland dagegen stehen Finanz-Betrüger fast unter "Naturschutz". Das ist der eigentliche Skandal. Wenn man sich die Gerichtszene, die Verfahren und die ergangenen Urteile in Erinnerung ruft, dann ziehen die Betrogenen trotz oftmals klarer Beweise - bis auf wenige rühmliche Ausnahmen - stets den Kürzeren.

Bei hiesigen Richtern gilt regelmäßig: Täterschutz vor Opferschutz.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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