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Absatz in Europa sinkt um acht Prozent Benzinpreise verderben Autokäufern die Laune

13.06.2008 ·  Nicht nur in Deutschland werden weniger Autos verkauft. Europaweit sinkt die Zahl der Neuzulassungen kräftig. Im Mai verbuchten die Hersteller ein Minus von acht Prozent. Besonders drastisch sind die Verkäufe in Italien und Spanien eingebrochen.

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Die rasant gestiegenen Benzinpreise haben die Europäer im Mai vom Neuwagenkauf abgeschreckt. In den 15 westlichen EU-Staaten und den Efta-Ländern Norwegen, Schweiz und Island schrumpften die Pkw-Neuzulassungen nach Angaben des europäischen Branchenverbandes ACEA vom Freitag um acht Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge.

Unter den fünf größten Pkw-Märkten legten die Verkäufe nur in Frankreich zu. In Italien und Spanien brachen die Neuregistrierungen dagegen um 18 beziehungsweise 24 Prozent ein. Auf dem größten europäischen Markt Deutschland sanken die Verkäufe um sechs Prozent. In Großbritannien fiel das Minus mit 3,5 Prozent vergleichsweise moderat aus.

Selbst die Stütze des Pkw-Marktes bricht weg - Osteuropa

Die erheblich gestiegenen Energie- und Benzinkosten sowie das gesunkene Verbrauchervertrauen hätten der Kauflaune einen Dämpfer verpasst, erklärte der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA). Hinzu sei gekommen, dass die Händler im vergangenen Monat einen Verkaufstag weniger hatten.

Insgesamt tritt der Pkw-Markt in diesem Jahr auf der Stelle, weil große Länder wie Spanien und Italien ein dickes Minus verzeichnen. In Italien dämpfen die schwindende Konsumlaune und das Auslaufen der Verschrottungsprämie den Verkauf. In Spanien befindet sich das Konsumentenvertrauen laut dem VDA „im Tal der Tränen“, die hohe Inflation bremse den privaten Verbrauch empfindlich. Als Reaktion auf den Absatzrückgang seit Jahresbeginn habe die Regierung eine neue Verschrottungsprämie angekündigt, die voraussichtlich im August in Kraft treten werde.

Volkswagen bleibt Marktführer, Toyota rutscht ab

Auch in den neuen EU-Ländern, sonst Stütze des Pkw-Marktes, schrumpften die Absätze im Mai (minus 4,2 Prozent). In Rumänien, dem nach Polen größten Absatzmarkt, brachen die Verkäufe um zwölf Prozent ein. Die Regierung in Bukarest plant laut VDA zur Jahresmitte eine CO2-basierte Pkw-Steuer. Da die konkrete Ausgestaltung noch ausstehe, hielten sich die rumänischen Verbraucher mit Neuwagenkäufen derzeit zurück. Trotz des Rückgangs im Mai steht für die ersten fünf Monate in den neuen EU-Ländern ein Zulassungsplus von zehn Prozent zu Buche.

Insgesamt sank der Absatz in Europa in den ersten fünf Monaten um knapp ein Prozent auf 6,9 Millionen Fahrzeuge. Marktführer blieb mit großem Abstand der Volkswagen-Konzern mit 1,35 Millionen verkauften Wagen und einem unveränderten Marktanteil von 19,5 Prozent. Die französische PSA Peugeot Citroen und die amerikanischen Konzerne GM und Ford mussten Abstriche beim Marktanteil hinnehmen. Der Fiat-Anteil sank leicht. Am deutlichsten fiel der Rückgang beim erfolgsverwöhnten japanischen Autobauer Toyota aus. Renault konnte seinen Anteil gegen den Trend leicht ausbauen.

Truckerstreiks belasten Autoproduktion

Die rückläufigen Absatzzahlen blieben nicht die einzigen schlechten Nachrichten für die Autoindustrie. Inzwischen belasten die europaweiten Truckerstreiks auch die Produktion in der Branche. Betroffen sind unter anderem Opel und VW. Der Ausstand spanischer Lastwagenfahrer zwangen Opel zu einer ersten Produktionskürzung. Die Nachschicht von Freitag auf Samstag im Werk Eisenach wurde nach Mitteilung des Unternehmens abgesagt. Grund seien fehlende Teile von Zulieferern aus Spanien für den in Eisenach gebauten Kompaktwagen Corsa. In einer Schicht werden üblicherweise rund 200 Wagen hergestellt.

Auch im spanischen Saragossa, wo dasselbe Modell gebaut wird, sei am Mittwoch eine Schicht ausgefallen, berichtete ein Opel-Sprecher. Mit einem Produktionsstopp in Südeuropa muss auch VW leben. Im Werk Setubal in Portugal stoppte die Herstellung wegen der fehlenden Versorgung mit wichtigen Fahrzeugteilen. Volkswagen fertigt in Portugal unter anderem die Modelle Eos und Sharan.

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Von Heike Göbel

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