07.01.2013 · Hartmut Mehdorn galt ohnehin nur noch als Chef auf Zeit. Deswegen überrascht der Wechsel an der Spitze von Air Berlin nicht wirklich. Offenbar hat aber Großaktionär Etihad schneller die Geduld mit Mehdorn verloren als gedacht.
Von Thiemo HeegRichtlinien für Lesermeinungen
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Mehdorn ist ein Looser, das ist seit seiner DB-Zeit nicht zu übersehen.
Es mangelt ihm an Führungsstil, er ist keine Führungspersönlichkeit. Sein Abgang aus der ersten Reihe wird wohl endgültig sein. Und das ist auch gut so.
„Außergewöhnlich erfolgreiche Tätigkeit“ Mehdorns
Nun ja, als "der Profi" zur "Abwicklung"
großer und größter halbstaatlicher und privater
Größtbetriebe hat er die Sache offensichtlich wieder
"auf die richtige Schiene gebracht" und die Weichen in eine
neue, wenn auch ungewisse Zukunft gestellt. Schienen und Weichen haben
es ihm angetan aber hunderttausenden Bahnmitarbeitern auch kein
Glück gebracht.
Wer wollte denn da gleich in die Luft gehen? Er ! Das ficht ihn nicht
an, von der Schiene in den Äther zu steigen.
Aus welcher Perspektive man es sieht, könnte man ihn als durchaus
erfolgreich ansehen in seiner Eigenschaft, die man als
"Transporter" bezeichnen könnte.
Wer weiß, welcher Konzern als nächster "dran glauben
muß", also natürlich an seine universellen
Fähigkeiten als Cleaner teilweise noch funktionierender Konzerne.
Er gibt ihnen den Rest. Natürlich ist der Rest gemeint der noch zum
vollendeten Aufschwung jeweils fehlen mag.
Hut ab, vor seiner erfolgreichen Tätigkeit. Wie gesagt, – aus
gewisser Perspektive gesehen.
@Herrn Dr. Michael Menzel.....außergewöhnliche Leistungen
Es gehört zum Selbstverständnis,dass wer oben in dieser Etage
angekommen ist,zu den Besten sich zählt(Bei GoldmanSachs gibt es
sogar noch eine Steigerung,indem man sich als göttliches Werkzeug
bezeichnet-das dürfte selbst dem Reformator
Calvin(Calvinismus,Schweiz) zuviel gewesen sein,wenn er noch lebte.
Platon wollte einst die Besten,sprich die Weisesten,also die
Philosophen, als Könige im Staat haben.
Das ging auch schon schief.
In Unternehmen wie ZB AGs sollten oft nach den Vorstellungen der
Aufsichtsräte die Besten in die Vorstände kommen.Das ging auch
mehrfach schief und Diejenigen,die sich halten konnten,haben es in der
Vergangenheit oft gut verstanden,ihre Schwächen zu verdecken und
wehe ein Konkurrent oder direkt Untergebener deckt aus Versehen
Schwächen auf,wird schlicht aus dem Weg geräumt.Die
Hilfstruppen der Seilschaft wissen, wie man das geräuschlos macht.
Als Normalbürger weiß man einfach zu wenig,was in diesen
Zirkeln der (wirtschaftlichen) Macht so unterwegs ist.
Bevor sich ein Unternehmen, wie in diesem Fall Etihad, an einer
deutschen Firma maßgeblich, bestimmend also, beteiligt, sollte es
sich informieren, wie die Uhren in Deutschland ticken. Ein deutsches
Unternehmen in Deutschland sanieren zu wollen, das ist ein steiniger Weg.
Sanieren heißt im Fall Air-Berlin verkleinern, also Abbau von
Arbeitsplätzen. Da Deutschland aber ein bis ins Detail
durchreglementiertes Land ist, ist das nur mit sehr viel Geld
möglich. Geld, das aber Air Berlin nicht hat und Etihad dürfte
kaum bereit sein, Geld in ein Fass ohne Boden zu werfen. Solche
Eskapaden bleiben staatlichen Institutionen hierzulande vorbehalten.
Es wird in den kommenden Jahren ein bitteres Erwachen geben. Man kann
den Deutschen nur sehr viel Glück wünschen, sie werden es brauchen.
Mehdorn hat sich trotz seines Alters hier in die Pflicht nehmen lassen.
Dazu allerhöchste
Anerkennung ! Andere werden froh sein, wenn er seine unwidersprochenen
Erfahrungen in diversen AR-Posten noch einbringt. Vielleicht nutzt er
seine abzählbaren Tage ( hoffentlich
Jahre !) einfach dazu was ihm Spass macht, über die Kürze
unseres Erden Dasein nach zudenken und nicht nur den Buckel für
Andere hinzuhalten !
Die Probleme bei AB sind vielfältiger Art. Von der fehlenden Positionierung zw. Charter-, Billig- und Linienairline über die Integration der zugekauften Partner bis zum nicht selbst verschuldete Problem auf BBI als neuen Verkehrsknotenpunkt gesetzt zu haben. Der Luftfahrtmarkt ist deutlich zyklischer als dies bei der Bahn der Fall ist. Hr. Mehdorn ist als "harter Sanieret" bekannt. Aber kein Experte im Airline-Markt. Und mit Piloten Vertragsverhandlungen zu führen ist komplexer als dies bei Lockführern der Fall ist. Zudem kann Ausbildung, Schulung und Wartung nicht beliebig optimiert werden. Dazu ist die Sicherheit zu wichtig. Mit dem neuen Mann ist nun ein ausgewiesener Insider Chef von AB. Vielleicht bringt dies Ruhe ins Unternehmen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.01.2013 16:21 UhrBei allem Respekt,
aber Ihre Einschätzungen sind schon sehr abenteuerlich. Sie haben
insofern Recht, als der Markt, auf dem sich Air Berlin tummelt, sehr
hart umkämpft ist. Wirtschaftsprobleme, wie sie derzeit vorhanden
sind, sind Gift für einen solchen Markt, der auf eine hohe
Auslastung eines jeden Flugs angewiesen ist.
Es ist bemerkenswert, dass sich immer noch Leute finden, die sich in
solche Unternahmen engagieren. Das erste warnende Beispiel für die
Risiken, die darin stecken, war Laker. Laker war erfolgreich, solange
sein Shuttle-System funktionierte. Als dann die etablierten Linien auch
darin einstiegen, war das Spiel schnell zu Ende.
Auch Etihad weiß das und wird sich sehr schnell zurückziehen,
wenn die Investitionen nicht spätestens nach 5 Jahren
zurückfließen. Der erste Verlust ist zumeist der kleinste.
Das Prinzip Hoffnung funktioniert hier nicht.
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