http://www.faz.net/-gqe-924r3

Neuer Elektronikriese : ABB kauft GE-Sparte für 2,6 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

Schweizer Werk in Zürich Bild: Reuters

Seit Monaten gibt es Gerüchte, jetzt ist die Fusion perfekt: Der Schweizer Elektrokonzern ABB übernimmt eine wichtige Sparte von seinem Konkurrenten.

          Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB vergrößert mit einem milliardenschweren Zukauf sein Geschäft mit Elektrobauteilen und Stromaggregaten. Der Konzern aus Zürich übernimmt für 2,6 Milliarden Dollar die Sparte GE Industrial Solutions vom Rivalen General Electric. Die Transaktion werde vom ersten Jahr an den Gewinn je Aktie steigern, teilte ABB am Montag mit. „Mit der Übernahme von GE Industrial Solutions werden wir unsere Position als weltweite Nummer 2 in der Elektrifizierung stärken und unseren Zugang zum attraktiven nordamerikanischen Markt verbessern“, erklärte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer.

          Die GE-Sparte kam vergangenes Jahr auf einen Umsatz von rund 2,7 Milliarden Dollar und eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von etwa acht Prozent. ABB erwartet, dass der Deal im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen werden kann und stellt ab dem fünften Jahr jährliche Kosteneinsparungen von 200 Millionen Dollar in Aussicht. Spiesshofer rechnet mit Kosten von 400 Millionen Dollar. Anfangs wird der Zukauf zudem die Rentabilität des Geschäftsbereichs Elektrifizierungsprodukte schmälern: Spätesten 2020 soll die Ebitda-Marge der Sparte aber wieder in der angepeilten Bandbreite von 15 bis 19 Prozent liegen.

          Teil der Vereinbarung ist, dass ABB die Marke GE nutzen darf. Wegen des Zukaufs will ABB den Rückkauf eigener Aktien vorübergehend aussetzen. Die Schweizer wollen bis 2019 eigene Titel für bis zu drei Milliarden Dollar zurückkaufen.

          Die Übernahme der GE-Sparte hatte sich abgezeichnet. Im August war bekannt geworden, dass ABB und der amerikanische Konzern die Verhandlungen darüber wieder aufgenommen haben. Die Amerikaner sind seit Jahren dabei, das Geschäft zu straffen und haben unter anderem die Bereiche Haushaltsgeräte und Medien verkauft. Zusätzlicher Druck kommt von Nelson Peltz vom Hedgefonds Trian Fund, der eine Konzentration auf das Industriegeschäft sowie Kostensenkungen fordert.

          ABB dagegen hatte sich Forderungen des aktivistischen Investors Cevian, die Stromnetzsparte zu verkaufen, widersetzt und setzt auf einen Ausbau. Im April hatte der Konzern den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer übernommen, um den Rückstand auf den Rivalen Siemens zu verkürzen. An der Börse schlug der Zukauf keine großen Wellen. Im frühen Handel lagen die ABB-Aktien minimal im Plus.

          Quelle: Reuters

          Weitere Themen

          Niki bleibt am Boden Video-Seite öffnen

          Airline pleite : Niki bleibt am Boden

          Niki wird doch nicht von der Lufthansa übernommen und der Flugbetrieb nach einem Insolvenzantrag sofort eingestellt. Zum Schaden von zehntausenden Fluggästen in den nächsten Wochen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Flüchtlinge in Europa : Wo Tusk recht hat

          Es besteht Einigkeit, dass die EU-Außengrenzen besser geschützt werden sollen. Was spricht dagegen, dass Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, sich dabei stärker engagieren? Ein Kommentar.

          Brexit-Veto : Ein erster Sieg im Rückzugsgefecht

          Nach Mays Niederlage im Parlament keimt nun bei vielen die Hoffnung auf, dass die Regierung gezwungen sein könnte, in Brüssel einen „weicheren“ Brexit zu verhandeln. Ein Rennen gegen die Zeit.

          Kryptowährung : Bulgarien ist Bitcoin-Großbesitzer

          Bulgarien besitzt Bitcoin im Wert von fast drei Milliarden Euro. Damit könnte das Land fast 20 Prozent seiner Staatsschulden bezahlen. Es gibt nur einen Haken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.