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Neuer Elektronikriese : ABB kauft GE-Sparte für 2,6 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

Schweizer Werk in Zürich Bild: Reuters

Seit Monaten gibt es Gerüchte, jetzt ist die Fusion perfekt: Der Schweizer Elektrokonzern ABB übernimmt eine wichtige Sparte von seinem Konkurrenten.

          Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB vergrößert mit einem milliardenschweren Zukauf sein Geschäft mit Elektrobauteilen und Stromaggregaten. Der Konzern aus Zürich übernimmt für 2,6 Milliarden Dollar die Sparte GE Industrial Solutions vom Rivalen General Electric. Die Transaktion werde vom ersten Jahr an den Gewinn je Aktie steigern, teilte ABB am Montag mit. „Mit der Übernahme von GE Industrial Solutions werden wir unsere Position als weltweite Nummer 2 in der Elektrifizierung stärken und unseren Zugang zum attraktiven nordamerikanischen Markt verbessern“, erklärte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer.

          Die GE-Sparte kam vergangenes Jahr auf einen Umsatz von rund 2,7 Milliarden Dollar und eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von etwa acht Prozent. ABB erwartet, dass der Deal im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen werden kann und stellt ab dem fünften Jahr jährliche Kosteneinsparungen von 200 Millionen Dollar in Aussicht. Spiesshofer rechnet mit Kosten von 400 Millionen Dollar. Anfangs wird der Zukauf zudem die Rentabilität des Geschäftsbereichs Elektrifizierungsprodukte schmälern: Spätesten 2020 soll die Ebitda-Marge der Sparte aber wieder in der angepeilten Bandbreite von 15 bis 19 Prozent liegen.

          Teil der Vereinbarung ist, dass ABB die Marke GE nutzen darf. Wegen des Zukaufs will ABB den Rückkauf eigener Aktien vorübergehend aussetzen. Die Schweizer wollen bis 2019 eigene Titel für bis zu drei Milliarden Dollar zurückkaufen.

          Die Übernahme der GE-Sparte hatte sich abgezeichnet. Im August war bekannt geworden, dass ABB und der amerikanische Konzern die Verhandlungen darüber wieder aufgenommen haben. Die Amerikaner sind seit Jahren dabei, das Geschäft zu straffen und haben unter anderem die Bereiche Haushaltsgeräte und Medien verkauft. Zusätzlicher Druck kommt von Nelson Peltz vom Hedgefonds Trian Fund, der eine Konzentration auf das Industriegeschäft sowie Kostensenkungen fordert.

          ABB dagegen hatte sich Forderungen des aktivistischen Investors Cevian, die Stromnetzsparte zu verkaufen, widersetzt und setzt auf einen Ausbau. Im April hatte der Konzern den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer übernommen, um den Rückstand auf den Rivalen Siemens zu verkürzen. An der Börse schlug der Zukauf keine großen Wellen. Im frühen Handel lagen die ABB-Aktien minimal im Plus.

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