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Veröffentlicht: 09.06.2009, 11:09 Uhr

850 Millionen Euro Heidelberger Druck erhält Staatshilfe

Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat staatliche Hilfe beantragt. 300 Millionen Euro entfallen auf einen Kredit der KfW-Bankengruppe, für 550 Millionen Euro an Krediten bei Geschäftsbanken soll der Staat notfalls über Bürgschaften gerade stehen.

© AP Bei Heidelberger Druck ist noch keine Besserung in Sicht

Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen bekommt Staatshilfe. „Die grundsätzlichen Zusagen des Bundes und in Kürze der Länder bilden für uns die Rahmenbedingung, um die Phase der schwierigen Kreditvergabe im Finanzsystem zu überbrücken“, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier sagte am Dienstag. Das Unternehmen hat ein Darlehen bei der Staatsbank KfW in Höhe von 300 Millionen beantragt sowie einen Bürgschaftskredit in Höhe von 550 Millionen Euro.

Das Darlehen und die Bürgschaften von Baden-Württemberg und Brandenburg ermöglichten insbesondere den Erhalt der Produktion Heidelbergs in Deutschland. Für das laufende Geschäftsjahr 2009/2010 sieht das Unternehmen weiterhin keine Besserung der wirtschaftlichen Lage. Im ersten Quartal werde ein Verlust erwartet, ebenso für das Gesamtjahr.

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Nach Sparprogramm fällt auch Dividende aus

Im vergangenen Geschäftsjahr war das Heidelberger Druck tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust betrug 249 Millionen Euro. Der Umsatz fiel den Angaben zufolge um 18 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen will auf eine Ausschüttung einer Dividende für die Aktionäre verzichten. Der Weltmarktführer reagierte bereits mit einem massiven Sparprogramm und einem Personalabbau auf die Wirtschaftskrise. Nach Unternehmensangaben entfielen bislang 1.700 Stellen. Insgesamt will der Konzern bis zu 5.000 Arbeitsplätze streichen.

In der Sparte Offsetdruck (Press) sank der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um rund 18 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Der Verlust habe 193 Millionen Euro betragen. In der Sparte Weiterverarbeitung (Postpress) verringerte sich der Umsatz um 17 Prozent auf 353 Millionen Euro. Der Verlust in diesem Segment habe 51 Millionen Euro betragen, teilte das Unternehmen mit.

Kosten sollen weiter sinken

Das Unternehmen will die Kosten innerhalb von 24 Monaten bis zum Jahr 2011 um rund 400 Millionen Euro senken. Im vergangenen Jahr seien bereits Einsparungen von rund 84 Millionen Euro erzielt worden. Schreier sagte: „Wir haben uns frühzeitig mit verschärften Kostensenkungsmaßnahmen auf die schwierige Lage der Weltwirtschaft eingestellt und arbeiten mit Hockdruck daran, die Konjunkturabhängigkeit von Heidelberg weiter zu verringern“. Das Unternehmen sei damit optimal aufgestellt, um bei einem Anziehen der Konjunktur wieder profitabel zu wachsen und weitere Marktanteile zu gewinnen.

Zum Gesamtjahr sagte Schreier: „Auch wenn wir uns in einer globalen Rezession befinden, können wir nach wie vor einige Regionen mit Wachstumschancen ausmachen.“ Dies seien vor allem die Schwellenländer, und hier insbesondere China.

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Von Heike Göbel

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