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8,6 Milliarden Euro Porsche meldet Rekordgewinn

07.11.2008 ·  Der Sportwagenbauer hat das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt. Allein die Beteiligung an Volkswagen trug 6,83 Milliarden Euro zum Gewinn bei. Porsche-Chef Wiedeking verdient gut daran: Sein Gehalt wird auf 77 Millionen Euro geschätzt. Da kann auch Josef Ackermann nicht mehr mithalten.

Von Holger Appel
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Der Sportwagenhersteller Porsche ist knapp an dem Kunststück gescheitert, mehr Gewinn als Umsatz zu erzielen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 (31. Juli) erreichte Porsche bei 7,5 Milliarden Euro Umsatz ein Ergebnis nach Steuern von 6,4 Milliarden Euro. Vor Steuern ist es gleichwohl gelungen: Das Ergebnis stieg von 5,9 auf 8,6 Milliarden Euro. Größter Gewinnträger waren abermals nicht die Autoverkäufe, sondern die Aktienoptionsgeschäfte, mit denen der Erwerb von Volkswagen-Stammaktien abgesichert worden ist. Der Ergebnisbeitrag hieraus betrug 6,8 Milliarden Euro nach 3,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Kürzlich hatte Porsche mitgeteilt, 74 Prozent der VW-Aktien zu kontrollieren. Daraufhin hatten Spekulationen deren Kurs zeitweise auf 1000 Euro getrieben.

Operativ - also aus dem reinen Autogeschäft und bereinigt um Sondereffekte der Kurssicherung - blieb für Porsche indes „nur“ eine Milliarde Euro Gewinn vor Steuern, womit sich der Hersteller auf Vorjahresniveau bewegt. „Das ist eine gigantische Leistung, wenn man bei sieben Milliarden Euro Umsatz eine Milliarde Gewinn macht“, sagte ein Sprecher am Freitag zur Vorlage der Geschäftszahlen.

Angeblich 77 Millionen Euro für Wiedeking

Die „gigantische Leistung“ kommt Mitarbeitern durch Sonderprämien und Aktionären durch Sonderdividenden zugute, vor allem aber dem Vorstand. Das Gehalt von Vorstandschef Wendelin Wiedeking soll sich aus einer geringen Grundvergütung und einem Teil des Unternehmensgewinns zusammensetzen, kolportiert werden rund 0,9 Prozent des Vorsteuergewinns. Demnach würde er etwa 77 Millionen Euro erhalten. Den Vertrag hat Wiedeking Anfang der neunziger Jahre mit den Familiengesellschaftern geschlossen, als der Sportwagenbauer nach dürren Jahren wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrte.

Wiedeking ist damit die mit Abstand bestbezahlte Führungskraft in Deutschland. Bestbezahlter Vorstandsvorsitzender eines Dax-Konzerns ist Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Er verdiente im vergangenen Jahr vermutlich rund 14 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen abermals eine Dividende von 0,694 Euro je Stammaktie und 0,70 Euro je Vorzugsaktie sowie eine Sonderdividende von 2 (Vorjahr: 1,50) Euro je Stamm- und Vorzugsaktie erhalten. Die Ausschüttungssumme soll demnach von 384 Millionen auf 472 Millionen Euro steigen.

Die Krise geht aber auch an Porsche nicht ganz vorbei

Mit der Herrlichkeit könnte es allerdings bald vorbei sein, denn auch Porsche spürt die Krise im Autogeschäft. „In der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage, die aufgrund der amerikanischen Hypothekenkrise und der Finanzmarktkrise extrem angespannt ist, ist es sehr schwierig, verlässliche Aussagen über den Verlauf des gesamten aktuellen Geschäftsjahres zu machen. Porsche fährt deshalb auf Sicht und wird, wenn notwendig, flexibel auf weitere wirtschaftliche Verwerfungen reagieren. Die Zeichen für einen schwerwiegenden Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie sind jedenfalls unverkennbar. Porsche kann sich diesem Abwärtstrend kaum entziehen, so dass wir gegenwärtig nicht davon ausgehen, den hohen Gesamtabsatz des vergangenen Geschäftsjahres wieder erreichen zu können“, teilte der Konzern mit. Im Geschäftsjahr 2007/08 waren 98 652 Fahrzeuge verkauft worden, etwa 1,2 Prozent mehr als im Geschäftsjahr zuvor.

Die Börse ist gleichwohl angetan von den Ergebnissen. Der Aktienkurs stieg am Freitag nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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