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50 Jahre Werk Bochum Opel sagt Jubiläumsfeier ab

Nach dem Aus für die Autoproduktion im Bochumer Opel-Werk hat die Werksleitung die geplante Feier zum 50-jährigen Jubiläum am Samstag abgesagt. Das Sicherheitskonzept sei nicht auf mehr als 15.000 Besucher ausgelegt.

© dpa Vergrößern Die Werksleitung fühlt sich dem Besucheransturm nicht gewachsen

Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) hat die Absage der für Samstag geplanten Feier im Opel-Werk der Stadt bedauert. Die Absage der Feier zu fünf Jahrzehnten Autoproduktion in Bochum sei „sehr schade“, sagte Scholz dem WDR. Das Treffen hätte zu einem Ausdruck der Solidarität werden können. Am Montag hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Autoproduktion in Bochum 2016 eingestellt wird. Die Werksleitung ging nun davon aus, dass zu dem geplanten Fest am Samstag sehr viel mehr als die ursprünglich anvisierten 15.000 Besucher kommen könnten. Auf einen solchen Ansturm sei aber das Sicherheitskonzept nicht zugeschnitten.

Nach der angekündigten Schließung des Bochumer Opel-Werks fordern Gewerkschaft und Betriebsrat Arbeitsplatzgarantien für die übrigen Standorte von mindestens vier Jahren. „Wir erwarten den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen deutlich über 2016 hinaus und damit einhergehend belastbare und verlässliche Garantien für Beschäftigung“, hieß es in einer von der Opel-Tarifkommission in der Nacht zu Donnerstag verbreiteten Erklärung. Als „vertrauensbildenden Schritt“ solle der Opel-Vorstand den Beschluss zur Einstellung der Produktion von leichten und umweltfreundlichen Getrieben in Bochum zurücknehmen.

Die mit Betriebsräten der Opel-Standorte und Vertretern der IG-Metall-Bezirke besetzte Tarifkommission forderte Opel auf, am 8. und 15. Januar „abschließende Verhandlungen“ über die Beschäftigungsssicherung aufzunehmen. Nach den Plänen der Rüsselsheimer GM -Tochter soll der Getriebebau in Bochum Ende nächsten Jahres auslaufen. Die Fahrzeugproduktion in der Ruhrgebietsstadt will Opel 2016 auslaufen lassen, wenn der aktuelle Familienwagen Zafira einen Nachfolger bekommen soll.  Die IG Metall hatte dem Opel-Management einen offenen Konflikt angedroht, falls dieser nicht bald einen Plan vorlege, wie Opel aus der Verlusten geführt soll. 

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Das geplante Aus wird an diesem Donnerstag auch den Bundestag beschäftigen. Auf Antrag der Linken wird das Parlament in einer Aktuellen Stunde über die Konsequenzen aus der Entscheidung von General Motors diskutieren. Die Linke forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch auf, Opel zur Chefsache zu machen, Gespräche mit dem Management zu führen und das Thema auch mit der amerikanischen Regierung zu besprechen. „Wenn deutschlandweit Zehntausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, kann auch die Bundesregierung nicht tatenlos zusehen“, sagte der Linken-Abgeordnete Alexander Ulrich.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters, dpa-AFX

 
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