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3D-Drucker Der Star-Trek-Replikator wird Realität

3D-Drucker waren lange auf industrielle Anwendungen beschränkt. Jetzt erreichen sie den normalen Verbraucher. Das könnte Konsumgütermärkte umkrempeln, wirft aber auch heikle Fragen auf.

© Michael Hansmeyer 3D-Drucker fügen eine Schicht nach der anderen hinzu

Peter Weijmarshausen mochte es erst kaum glauben. Hatte Barack Obama in seiner Rede zur Lage der Nation wirklich gerade von 3D-Druck gesprochen? Der amerikanische Präsident nutzte kürzlich dieses öffentlichkeitswirksame jährliche Ritual, um Zukunftsinitiativen seiner Regierung anzupreisen, und dabei hob er ausgerechnet ein neues Forschungsinstitut für 3D-Druck hervor. Obama wählte große Worte und attestierte 3D-Druck „das Potential, die Art und Weise zu revolutionieren, wie wir fast alles herstellen“. Das war ganz nach dem Geschmack von Weijmarshausen, dessen New Yorker Unternehmen Shapeways zu den prominentesten Vertretern auf dem Gebiet gehört. Die Erwähnung in der Rede empfand er als Ritterschlag für seine aufstrebende Branche, die Shapeways-Mitarbeiter sandten sich hinterher Jubel-E-Mails zu. Der Präsident habe keineswegs zu dick aufgetragen, meint Weijmarshausen und wagt selbst eine kühne Prognose: „3D-Druck wird einen fundamentalen Einfluss auf die Gesellschaft haben - mehr noch als das Internet.“

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3D-Druck macht eine Zukunftsvision zur Realität, wie sie Science-Fiction-Fans aus der Fernsehserie „Star Trek“ kennen. Dort gab es ein Wundergerät mit dem Namen „Replikator“, das dreidimensionale Objekte wie aus dem Nichts entstehen ließ: den von Captain Picard so geliebten Earl-Grey-Tee ebenso wie Ersatzteile für das Raumschiff „Enterprise“ oder Kleidung. 3D-Druck verfolgt ein ähnliches Prinzip wie das fiktive Vorbild: Angefangen in leerem Raum, stellen 3D-Drucker Objekte her, indem sie eine Schicht nach der anderen hinzufügen. Dabei bedienen sie sich einer mit Designsoftware erstellten digitalen Vorlage und verwenden Rohmaterial wie Plastik, Metall, Keramik und Glas.

Hilfe bei Entwicklung von Prototypen

Es ist ein additives Verfahren, im Gegensatz zu klassischen Methoden wie Schneiden, Bohren oder Schleifen, die Material entfernen. 3D-Druck ist keine neue Erfindung, sondern kommt seit vielen Jahren in Branchen wie dem Flugzeugbau und der Autoindustrie zum Einsatz, vor allem für die Entwicklung von Prototypen. Jetzt aber wird die Technik zunehmend auch für Endverbraucher verfügbar und stößt damit in eine ganz neue Liga vor. Zum einen gibt es immer mehr kleinere 3D-Drucker für den Hausgebrauch, zum anderen entstehen Auftragsfertiger wie Shapeways, die nach den Vorgaben von Verbrauchern Objekte auf professionellen Maschinen herstellen.

Eine heiß diskutierte Frage in der Branche ist, welcher Ansatz mehr Potential hat: Wird es in Zukunft in jedem Haushalt einen 3D-Drucker geben? Oder werden die meisten Menschen auf Dienstleister zurückgreifen? Anhänger beider Philosophien sind sich in einem einig: 3D-Drucker werden Konsumgütermärkte auf den Kopf stellen. Anstelle von in Massen produzierter Ware werden die Menschen immer mehr Dinge haben, die nach ihren Wünschen entstanden sind. Das könnte zu gigantischen Umwälzungen in den etablierten Lieferketten führen: Je näher am Verbraucher produziert wird, umso entbehrlicher könnten für westliche Industrieländer Hochburgen der Massenfertigung wie China werden. Im Einzelhandel könnten Geschäfte, die auf riesiger Fläche ein möglichst breites Sortiment anbieten, zum Auslaufmodell werden.

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