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31-Jähriger festgenommen Händler verursacht Milliardenverlust bei UBS

 ·  Milliardenschweren Spekulationsskandal bei der Schweizer Großbank UBS: Ein Londoner Händler der Bank habe einen Verlust von etwa zwei Milliarden Dollar verursacht.

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© Getty Images Verhaftet in London: Reporter vor der Wohnung des UBS-Mitarbeiters Kweku Adoboli

Die Schweizer Großbank UBS ist nach eigenen Angaben Opfer eines milliardenschweren Spekulationsskandals geworden. Das Geldhaus berichtete am Donnerstag von einem Handelsverlust von schätzungsweise zwei Milliarden Dollar durch das nicht autorisierte Vorgehen eines Händlers.

Weitere Informationen zu dem entdeckten Schaden wollte die Bank zunächst nicht geben. Als Begründung hieß es, die genauen Umstände müssten noch untersucht werden. Kunden der Bank seien aber nicht betroffen. Die Bank ist erst am Mittwoch auf den Betrug aufmerksam geworden, wie aus einem Brief der Konzernleitung an die Mitarbeiter hervorgeht. UBS-Aktien stürzten im frühen Handel um mehr als sieben Prozent ab.

Festnahme in der Nacht

In London ist nach Angaben der Bank ein Mitarbeiter festgenommen worden. Ein Sprecher der Schweizer Großbank sagte, die Polizei habe den 31-Jährigen unter dem Verdacht des Betrugs und Missbrauchs seiner Position in Gewahrsam genommen. Personen in Londoner Polizeikreisen äußerten sich entsprechend.

Offiziell bestätigte die Polizei in der britischen Hauptstadt lediglich die Festnahme eines 31-Jährigen um 3:30 Uhr Ortszeit wegen mutmaßlichen Betrugs, ohne dabei die UBS zu erwähnen.

Der britischen Finanzaufsicht FSA zufolge arbeitet der Mann seit dem Jahr 2007 bei UBS und ist sowohl beim Konzern in der Schweiz als auch bei der britischen Tochter UBS Limited in London registriert. Er wurde am Nachmittag weiter von den Ermittlern befragt. Die „Neue Zürcher Zeitung” schrieb in ihrer Online-Ausgabe, dass es sich um einen Mitarbeiter des Aktienbereichs handle.Der Vorfall wirft Fragen nach dem Risiko-Management der UBS im Investmentbanking auf. Die Investmentbank hat der UBS seit Beginn der Finanzkrise bereits erhebliche Verluste eingebrockt.

Erinnerungen an den Fall Kerviel

Der Fall erinnert an einen Vorfall bei der französischen Bank Société Générale: Dort hatte mitten in der Finanzkrise 2008 der Händler Jérôme Kerviel seinem Arbeitgeber mit Spekulationsgeschäften im Volumen von 50 Milliarden Euro einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro zugefügt. Die zweitgrößte französische Bank stand deshalb kurz vor dem Ruin. Kerviel wurde im vergangenen Jahr zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter hatten es als erwiesen angesehen, dass Kerviel auf eigene Faust gehandelt hat. Kritiker bezweifeln dies - und sollte es tatsächlich so sein, so habe das Risikomanagement der französischen Bank versagt, so ihre Argumentation.

Der Fall in Frankreich ist der bisher größte dieser Art. Es gibt jedoch noch eine Reihe ähnlicher Fälle. So hatte beispielsweise Nick Leeson 1995 für Schlagzeilen gesorgt. Der Händler hatte mit Wetten auf steigende japanische Aktienkurse 1,4 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt und damit die britische Traditionsbank Barings zu Fall gebracht.

UBS wurde mit Staatshilfe vor Ruin bewahrt

Die UBS, an deren Verwaltungsratsspitze ab 2013 der ehemalige Bundesbank-Chef Axel Weber stehen soll, schließt nun nicht aus, dass sie aufgrund des Vorfalls im dritten Quartal einen Verlust macht. Das Institut steht bereits unter Druck: Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal, vor allem dem schwachen Investmentbanking geschuldet, sollen etwa 3500 Stellen gestrichen werden - jede 20. Stelle im Konzern.

Die größte Schweizer Bank gehört in Europa zu den Banken, die am schwersten von der Finanzkrise getroffen wurden. Sie häufte in den Jahren 2007 und 2008 knapp 28 Milliarden Franken an Verlusten an und musste vom Staat gerettet werden. Mit 60 Milliarden Franken wurde die Bank schließlich gestützt. Mehr als 10.000 Mitarbeiter verloren ihren Job. Anfang des Jahres hatte sich der Credit-Suisse-Konkurrent noch auf dem Wege der Besserung gezeigt.

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Von Hendrik Kafsack, Brüssel

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