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200 Jahre Krupp Wulff würdigt soziale Verantwortung

 ·  Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft feierten das 200-jährige Bestehen der Firma Krupp. Von der Politik gab es Lob, vom Vorsitzenden der Krupp-Stiftung mahnende Worte.

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Vor einem Jahrhundert wurde das hundertjährige Bestehen der Firma Krupp drei Tage lang in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. gefeiert. Das Familienunternehmen befand sich damals auf dem Gipfel des wirtschaftlichen Erfolgs und ließ sich das Spektakel in heutigen Preisen rund 60 Millionen Euro kosten.

Angesichts der Finanz- und Schuldenkrise, der drohenden Rezession und der hausinternen Schuldenprobleme bei Thyssen-Krupp hielt Berthold Beitz, der Vorsitzende der Alfried Krupp von Halbach-Stiftung, die als Ankeraktionär die Eigenständigkeit des Stahl- und Technologiekonzerns sichert, diemal eine wesentlich bescheidenere Festveranstaltung am historischen Kruppschen Familiensitz Villa Hügel für angemessen.

Den knapp 200 hochkarätigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Wissenschaft und Gesellschaft gibt der achtundneunzigjährige Beitz ein brisantes Motto mit auf den Weg: "Der moralische Kapitalismus muss die Grundlage unseres wirtschaftlichen Handels sein", erklärte er auf der Geburtstagsfeier am Sonntag.

Eine Mahnung, die die Festredner alle aufgriffen. Bundespräsident Christian Wulff würdigte die soziale Verantwortung der Firma Krupp selbst in ärgsten Krisenzeiten und die Vorreiterrolle für die Staatliche Sozialpolitik.

Kraft: innovationsfreudig und sozialverantwortlich

Er zitierte Alfred Krupp, der im tiefsten Kapitalismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts einen "soliden, zufriedenen Stamm bester Arbeiter" über die Dividenden stellte. "Man kann das nicht erzählen, ohne an unsere besten Erfahrungen in den Krisenjahren seit 2008 zu denken", sagte Wulff.

Diese Krise habe überdeutlich gemacht, was Deutschland an seiner industriellen, produktorientierten und kooperativen Wirtschaftskultur habe. Hannelore Kraft, die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, wünscht sich, dass dieser innovationsfreudige und sozialverantwortliche Industriekonzern noch lange dem Land erhalten bleibt. Gerhard Cromme, lange Krupp-Chef und nun Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssen-Krupp, versicherte, dass er sich diesem Auftrag "jetzt und in Zukunft verpflichtet" sieht.

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Jahrgang 1949, Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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