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Bieterkampf GM-Führung berät über Opel

 ·  Der Verwaltungsrat von General Motors (GM) berät am heutigen Montag darüber, ob Opel an den Autozulieferkonzern Magna oder an den Finanzinvestor RHJ verkauft werden soll. „Eine Entscheidung ist nicht unwahrscheinlich“, heißt es in Berlin.

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Der Verwaltungsrat von General Motors (GM) berät am heutigen Montag darüber, ob Opel an den Autozulieferkonzern Magna oder an den Finanzinvestor RHJ verkauft werden soll. "Eine Entscheidung ist nicht unwahrscheinlich", heißt es in Berliner Regierungskreisen. Jedoch werde eine klare Empfehlung des Gremiums wohl nicht veröffentlicht werden.

Denn am Dienstag sind weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern sowie GM und den beiden Investoren geplant. Das Bundeswirtschaftsministerium strebt dabei an, dass die Investoren mehr Eigenkapital für ihren Einstieg bei Opel einsetzen als bislang geplant. Magna will bislang 350 Millionen Euro Eigenkapital einbringen und fordert ergänzend dazu 4,5 Milliarden Euro staatlich verbürgter Kredite; RHJ bietet 275 Millionen Eigenkapital und fordert 3,8 Milliarden Euro Staatskredit.

In den vergangenen Tagen hatte es keine Einigung zwischen Deutschland und GM über den bevorzugten Investor gegeben. Im Ringen um eine Lösung hatte auch Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) ein Krisentelefonat mit Konzernchef Fritz Henderson geführt. Bund und Länder sowie der Opel-Betriebsrat präferieren Magna, weil der Zulieferkonzern Opel klar und dauerhaft von GM abtrennen will und weniger Arbeitsplätze in Deutschland abbauen würde als RHJ. Ein Teil des GM-Managements setzt auf RHJ, weil der Finanzinvestor Opel enger bei GM belassen würde und ein einfacheres Konzept verfolgt. Die Amerikaner fürchten wegen der Partnerschaft von Magna mit der staatlichen russischen Sberbank, dass die Nutzungsrechte von Opel für GM-Patente künftig russischen Autoherstellern wie etwa GAZ zur Verfügung stehen könnten.

Thüringen hofft auf Merkels Einfluss

Bund und Länder müssen dem Verkauf zustimmen, da sie Opel einen Kredit von 1,5 Milliarden Euro gegeben haben und weil 65 Prozent der Opel-Anteile einer Treuhandgesellschaft gehören, die von Deutschland und GM gleichberechtigt geführt wird. Als Alternative zum Verkauf von Opel, der mit zusätzlichen Staatskrediten verbunden wäre, könnte für das hohen Verlust machende Unternehmen auch eine Neuordnung in der Insolvenz angestrebt werden. Einen späteren Rückkauf der Mehrheit an Opel hatte der GM-Konzern, der seit dem Ende des eigenen Insolvenzverfahrens mehrheitlich dem amerikanischen Staat gehört, zuletzt ausgeschlossen. Auch eine Sanierung von Opel mit Hilfe weiterer amerikanischer Staatskredite werde nicht angestrebt, teilte GM-Chefunterhändler John Smith mit.

Mit besonderem Interesse werden die Verhandlungen über Opel in Thüringen verfolgt, weil in dem Bundesland in vier Wochen gewählt wird und weil der Investor RHJ die Opel-Fabrik in Eisenach für zwei Jahre stilllegen würde.Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) bat vor diesem Hintergrund Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sich im Weißen Haus für die Rettung von Opel einzusetzen. "Ich gehe davon aus, dass die Bundeskanzlerin ihren Einfluss beim amerikanischen Präsidenten Barack Obama zum Wohle der Opel-Mitarbeiter geltend macht", sagte Althaus.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), in dessen Bundesland das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim steht, schloss Staatsgelder für den Finanzinvestor RHJ aus. In den Gesprächen mit GM habe man klargemacht, "dass es in Deutschland für einen Einstieg von RHJ keinen Konsens zur Finanzierung geben wird", sagte Koch. "In den Gesprächen mit GM ist der Ton etwas rustikaler geworden. Aber nun ist die deutsche Position auch verstanden worden."

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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