04.12.2009 · Sindelfingen will nicht das deutsche Detroit werden. Nach dem Beschluss der Daimler-Spitze, den Bau der Mercedes-C-Klasse von 2014 an von Sindelfingen nach Bremen und Amerika zu verlagern, geht in der Stadt die Angst um.
Rund 15.000 Mitarbeiter des Daimler-Werkes in Sindelfingen sind am Freitag für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Straße gegangen. Nach Angaben der IG Metall nahmen fast alle Beschäftigten der Früh- und der Tagesschicht an der Demonstration teil.
Der Daimler-Vorstand hatte am Mittwoch entschieden, dass die C-Klasse - der meistverkaufte Pkw mit dem Mercedes-Stern auf der Motorhaube - ab 2014 nicht mehr in Sindelfingen gebaut wird. Statt dessen sollen die Mittelklasse-Pkw verstärkt in Bremen und erstmals auch in den Vereinigten Staaten montiert werden, um
Kosten zu sparen und Währungsrisiken zu minimieren (siehe Mercedes verlagert C-Klasse-Produktion nach Amerika). Im amerikanischen Werk in Tuscaloosa kann Daimler die Schwellenländer und Nordamerika günstiger mit der C-Klasse bedienen: Die Ersparnisse pro Fahrzeug werden mit 2000 Euro angegeben. Gebaut wird das Mittelklasse-Fahrzeug außer in Sindelfingen noch in Bremen, Südafrika und in China.
In Sindelfingen lassen die Mercedes-Benz-Mitarbeiter seit Montag die Arbeit aus Protest teilweise ruhen: Vier Stunden lang wurde am Freitag im größten Daimler-Werk nicht produziert. Auf Transparenten der Demonstranten war zu lesen „Gute Nacht Baden-Württemberg“ oder „Zetsche nach Amerika“. In den kommenden Tagen werden die Bänder in Sindelfingen voraussichtlich noch öfter stillstehen. Für Freitagabend ist ein weiterer Demonstrationszug geplant, am Montag soll es Betriebsversammlungen in allen drei Schichten geben.
Der Betriebsrat befürchtet, 3000 der insgesamt rund 29.000 Stellen in Sindelfingen könnten verloren gehen. Der Daimler-Vorstand spricht nur von 1800 Stellen. Er geht davon aus, die Mitarbeiter künftig mit neuen Fahrzeug-Projekten und alternativen Antrieben beschäftigen zu können . Aus der derzeitigen Absatzkrise soll Daimler vor allem das seit dem Frühjahr verkaufte neue Modell der E-Klasse helfen. Der Betriebsrat hat indes aus Protest gegen die Umzugspläne für die C-Klasse die geplanten Sonderschichten von mehreren Hundert Mitarbeitern für die E-Klasse-Montage bis auf weiteres abgesagt. „Es bliebt dabei, die Schichten fallen am Samstag aus“, bekräftigte die Betriebsratssprecherin.
Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm forderte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf, sich im Werk Sindelfingen der Diskussion mit den Beschäftigten zu stellen. Dabei müsse er statt loser Versprechungen konkrete Zusagen mitbringen. Dazu gehöre, neue Produkte und zusätzliche Aufgaben zu umreißen, um die Beschäftigung am Standort langfristig zu sichern.
Zetsche verteidigte die geplante Verlagerung. „Man könnte die Situation aus heutiger Sicht überspitzt so darstellen, dass wir nicht vor der Alternative standen, die C- Klasse in Sindelfingen für die USA zu produzieren, sondern ob wir sie für die USA überhaupt noch produzieren können oder nicht“, sagte er den „Stuttgarter Nachrichten“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.890,50 | +0,05% |
| Nasdaq 100 | 2.563,93 | +0,72% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3279 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 118,69 $ | +0,71% |
| Gold | 1.748,00 $ | +0,11% |
| Bund Future | 137,23 € | −0,37% |