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1200 Arbeitsplätze gefährdet Sinn-Leffers will Plan-Insolvenz anmelden

06.08.2008 ·  Die Modekette Sinn-Leffers wird am Donnerstag ein sogenanntes Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung beantragen. Das Unternehmen soll saniert werden. Von insgesamt 4100 Arbeitsplätzen stehen rund 1200 auf der Kippe.

Von Brigitte Koch
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Die Textil-Handelskette Sinn-Leffers aus Hagen ist in den Strudel der schlechten Einzelhandelskonjunktur geraten und wird an diesem Donnerstag beim Amtsgericht Hagen ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung beantragen. Das geht aus den am Mittwoch in Dortmund vorgelegten Unterlagen des Unternehmens hervor. Ziel sei eine dauerhafte Sanierung des Unternehmens. Die rechtlich seltene Form der Plan-Insolvenz in Eigenverantwortung kann laut der Gewerkschaft Verdi nur bei einer drohenden Zahlungsunfähigkeit beantragt werden. Peter Zühlsdorff, der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft Deutsche Industrie-Holding (DIH), die Eigentümerin von Sinn-Leffers ist, hatte schon zuvor der F.A.Z. bestätigt, dass die Plan-Insolvenz angestrebt werde.

Nach den beiden Handelsketten Wehmeyer und Hertie ist damit nun auch der dritte aus dem ehemaligen Karstadt-Quelle-Portfolio stammende Modefilialist zu tiefen Einschnitten gezwungen. Allerdings zielt der geplante Antrag des Sinn-Leffers-Management klar auf die Fortführung und Sanierung des Unternehmens. „Wir haben einen Insolvenzplan erstellt, der uns zuversichtlich macht, die Sanierung zu schaffen“, sagte Zühlsdorff am Dienstagabend. „Die Eigentümer stehen zu hundert Prozent hinter dem Unternehmen.“

Der Geschäftsbetrieb soll zunächst in allen Filialen fortgesetzt werden, hieß es. Auch Forderungen von Lieferanten würden weiterhin bedient. Über mögliche Entlassungen oder spätere Standortschließungen wurde zunächst nichts mitgeteilt.

47 Filialen, 4100 Mitarbeiter

Eigentümer und Management haben sich dabei die Unterstützung der auf das Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei Schultze & Braun aus Achern gesichert. Aus dieser Kanzlei wird der erfahrene Jurist Detlef Specovius in die Geschäftsleitung des Handelsunternehmens einziehen, um das Management bei einer strukturierten Sanierung zu unterstützen. Das Unternehmen ist derzeit in ganz Deutschland mit 47 Filialen vertreten und beschäftigt rund 4100 Mitarbeiter.

Davon stehen rund 1200 auf der Kippe. „Wir sind zuversichtlich, dass wir 70 Prozent der Stellen retten können“, sagte der Aufsichtsratschef Peter Zühlsdorff am Mittwoch in Dortmund. Der Umsatz hat eigenen Angaben zufolge zuletzt bei rund 400 Millionen Euro gelegen. Zühlsdorff geht davon aus, mindestens Dreiviertel der Arbeitsplätze sichern zu können.

Entscheidend sei, dank des Insolvenzplanverfahrens, über dessen Annahme bis November entschieden werden soll, eine Erleichterung bei den hohen Mietverpflichtungen zu erreichen. Denn diese stünden einem wirtschaftlichen Arbeiten im operativen Geschäft entgegen.

Flaute im Modegeschäft

Wie auch andere Textilunternehmen leidet der Hagener Textilfilialist derzeit unter der allgemeinen Flaute im Modegeschäft, die der Branche im ersten Halbjahr ein empfindliches Minus beschert hat. Schon das schlechte Weihnachtsgeschäft hatte der Branche stark zugesetzt und die Krise vieler Unternehmen verschärft.

Die Deutsche Industrie-Holding hatte gemeinsam mit der HMD Partners LP, West Palm Beach das vor mehr als zehn Jahren aus der Fusion der beiden Textilhäuser Sinn und Leffers entstandene Unternehmen im September 2005 aus dem Besitz des heutigen Arcandor-Konzerns übernommen. Der frühere Wella-Chef, Tengelmann-Manager und Vorstandsvorsitzende der Duale System Deutschland AG, Zühlsdorff, ist Aufsichtratsvorsitzender von Sinn-Leffers. Erst vor wenigen hatte sein Unternehmen das vollständige Eigentum am Unternehmen übernommen, um den jetzt beschlossenen Sanierungsweg einschlagen zu können.

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Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

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