Home
http://www.faz.net/-gqe-nmph
Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Unternehmen Karstadt-Quelle-Ergebnis unter Vorjahr

 ·  Prognose allerdings übertroffen / Noch keine Klageentscheidung

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Der Handelskonzern hat im Geschäftsjahr 2002 die Flaute im deutschen Einzelhandel und im Reisegeschäft deutlich zu spüren bekommen. Wie in Teilen der gestrigen Ausgabe berichtet wurde, ist das Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen und ertragsabhängigen Steuern um rund 23 Prozent auf 294 Millionen Euro zurückgefallen.

Damit ist der Konzern aber über den eigenen Prognosen geblieben. Im November hatte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Urban noch einen Ergebnisrückgang auf 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Jahresüberschuß ging um rund 30 Prozent auf 162,2 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis je Aktie sank auf 1,40 (Vorjahr: 2) Euro. Gleichwohl sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende von 0,71 Euro erhalten.

Der Ergebnisrückgang wird mit der Konsumschwäche, dem intensiven Preiswettbewerb und dem stark gesunkenen Ergebnis in der Touristik begründet. So ist Karstadt Quelle gemeinsam mit der Deutsche Lufthansa AG zu jeweils 50 Prozent an dem Reisekonzern Thomas Cook beteiligt. Außerordentliche, im vierten Quartal weiter angestiegene Belastungen haben sich nach Angaben des Unternehmens auch aus Abfindungen für ausgeschiedene Mitarbeiter und Altersteilzeitregelungen ergeben. Positiv hätten sich hingegen die ersten Erfolge aus dem eingeleiteten Restrukturierungsprogramm und der im vierten Quartal erfolgte Einstieg in die konzernweite Neuordnung der Altersversorgung ausgewirkt.

So hat der Konzern jetzt seine Pensionsverpflichtungen für die Mitarbeiter in einen eigenständigen Fonds ausgegliedert, um die teuren Verpflichtungen aus der Bilanz zu nehmen. Einzelheiten zur Ergebnisentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr will die Gesellschaft am kommenden Mittwoch bei der Bilanzvorlage erläutern. Der Konzern-Umsatz blieb im vergangenen Jahr mit 15,8 Milliarden Euro um 1,6 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Während der Versandhandel zulegte, litt der stationäre Einzelhandel, also vor allem die Warenhäuser, eigenen Angaben zufolge besonders unter der angespannten Situation in den deutschen Innenstädten.

Der Kurs der Karstadt-Quelle-Aktie hat am Freitag in freundlichem Börsenumfeld um mehr als 2,7 Prozent auf rund 13,20 Euro angezogen. Branchenbeobachter führen den Kursanstieg freilich nicht auf die nach der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates vorgelegten Zahlen zurück. Vielmehr hatte ein Unternehmenssprecher am Freitag darauf verwiesen, daß das Bezirksgericht in Newark, New Jersey, die Entscheidung über die Annahme einer Schadenersatzklage der amerikanischen Wertheim-Erben gegen den Essener Handelskonzern vertagt habe.

Die Vertreter des Unternehmens seien aufgefordert worden, weitere Zusatzinformationen zur Verfügung zu stellen. In dem Wertheim-Fall handelt es sich um eine Millionenklage im Zusammenhang mit der Wiedergutmachung für Enteignungen während der Nazizeit (F.A.Z. vom 7. April). Karstadt Quelle wurde vor Jahren infolge der Übernahme der Frankfurter Hertie-Gruppe zum Rechtsnachfolger von Wertheim. (B.K.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2003, Nr. 87 / Seite 16
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Deutscher Bus-Club

Von Henning Peitsmeier

Der ADAC will im Markt für Busverbindungen auf Anhieb einen Anteil von einem Drittel. Leisten kann er sich einen möglichen Flop allemal. Denn gut 18 Millionen Autofahrer zahlen mehr als 1 Milliarde Euro Beiträge im Jahr. Mehr 2 1


Wichtigste Werte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --