01.04.2012 · Vor 100 Jahren ist die „Titanic“ gesunken. Heute wissen wir: Auch in Extremsituationen verhalten die Menschen sich anständig. Und gar nicht egoistisch.
Von Christian SiedenbiedelRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Dem Argument Freys liegt vielleicht ein einfacher Fehler zugrunde. Viele Männer gaben vielleicht den Frauen und Kindern den Vortritt, weil sie begründet glaubten, dass sie eben in einem anderen Rettungsboot unterkommen würden. Ich zweifle, dass die Tatsache, es gab nicht genug Rettungsboote, allgemein bekannt war.
"Auch in Extremsituationen verhalten die Menschen sich anständig. Und gar nicht egoistisch" Nicht mal in Nicht-extremsituationen verhalten sich dei Menschen nicht-egoistisch! Wie kommt der Autor nur zu obenstehender Meinung?
Das Verhalten bei Schiffskatastrophen lässt sich m. E. so nicht verallgemeinern
Psychologen wissen heute, das Menschen bei Katastrophen sowohl auf
Schiffen als auch in Flugzeugen den Drang verspüren selbiges
Transportmittel nicht zu verlassen. Ein Grund für den Einbau von
Schleudersitzen in Flugzeuge war u. a., dass sich zu wenige Piloten mit
ihrem Fallschirm gerettet hatten, obwohl die Gelegenheit dazu bestand.
Der menschliche Instinkt bewertet in solchen Situationen die scheinbare
Sicherheit einer festen Umgebung höher, als die Gefahr sich den
Elementen auszusetzen. Es bedarf schon Mutes sich mit einem Rettungsboot
mehrere duzend Meter in Ozean abseilen zu lassen. Oft können unsere
Emotionen den Verstand überstimmen. So gesehen glaube ich nicht,
dass man den Titanic Untergang so verallgemeinern kann.
Familiäre Bande mögen durchaus eine Rolle spielen, aber ich
glaube (ohne ein Beispiel parat zu haben) es gibt Unglücke an Land,
bei denen die Betroffenen sehr schnell von ihrem gesellschaftlich
geprägten Verhalten abwichen.
Geschlecht hätte mehr Beachtung verdient
Hier sieht man sehr gut, dass die feministische Behauptung eines
allgegenwärtigen frauenunterdrückenden Patriarchats in der
Vergangenheit eine Fiktion ist: Die Rettungschancen aller Frauenarten,
1., 2., 3. Klasse und Mannschaften, waren mit 92%, 97%, 49% und 87%
jeweils größer als die aller Männerarten mit 30%, 9%,
14% und 22%. Die These von der Privilegierung der höheren Klassen
muss man also relativieren: Die Männer der 2. Kl. hatten die
geringste Chance, die Frauen der 2. die größte. Und der
weitaus größte Anteil an dem Unterschied zwischen den Klassen
kann mit dem unterschiedlichen Frauenanteil erklärt werden: In der
1. Kl. war er 45%, in der 2. 40%, in der 3. jedoch unter 20%. Die
Besatzung hatte den geringsten Frauenanteil und darüber hinaus auch
keine Kinder, so dass sie bei nicht geschlechtsspezifischer Betrachtung
die geringsten Überlebenschancen hatten.
Siehe Angewandte Sozialforschung, 22. Jahrgang, Heft 1/2 2001/2002, S.
10 ff.
Christian Siedenbiedel Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Jüngste Beiträge
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?
| Name | Wert | Änderung | |
|---|---|---|---|
| F.A.Z.-Index | -- | -- | |
| Dax | -- | -- | |
| Dow Jones | -- | -- | |
| Euro in Dollar | -- | -- | |
| F.A.Z.-Anleih… | -- | -- | |
| Gold | -- | -- | |
| Rohöl Brent | -- | -- | |
| Bund Future | -- | -- | |
Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?