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Untergang der Titanic Eine geordnete Katastrophe

 ·  Vor 100 Jahren ist die „Titanic“ gesunken. Heute wissen wir: Auch in Extremsituationen verhalten die Menschen sich anständig. Und gar nicht egoistisch.

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Horst Lange

Wieviel wussten die Männer?

Dem Argument Freys liegt vielleicht ein einfacher Fehler zugrunde. Viele Männer gaben vielleicht den Frauen und Kindern den Vortritt, weil sie begründet glaubten, dass sie eben in einem anderen Rettungsboot unterkommen würden. Ich zweifle, dass die Tatsache, es gab nicht genug Rettungsboote, allgemein bekannt war.

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Albrecht Schmidt

Folgendes stimmt nicht:

"Auch in Extremsituationen verhalten die Menschen sich anständig. Und gar nicht egoistisch" Nicht mal in Nicht-extremsituationen verhalten sich dei Menschen nicht-egoistisch! Wie kommt der Autor nur zu obenstehender Meinung?

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Horst Schmidt

Das Verhalten bei Schiffskatastrophen lässt sich m. E. so nicht verallgemeinern

Psychologen wissen heute, das Menschen bei Katastrophen sowohl auf Schiffen als auch in Flugzeugen den Drang verspüren selbiges Transportmittel nicht zu verlassen. Ein Grund für den Einbau von Schleudersitzen in Flugzeuge war u. a., dass sich zu wenige Piloten mit ihrem Fallschirm gerettet hatten, obwohl die Gelegenheit dazu bestand.

Der menschliche Instinkt bewertet in solchen Situationen die scheinbare Sicherheit einer festen Umgebung höher, als die Gefahr sich den Elementen auszusetzen. Es bedarf schon Mutes sich mit einem Rettungsboot mehrere duzend Meter in Ozean abseilen zu lassen. Oft können unsere Emotionen den Verstand überstimmen. So gesehen glaube ich nicht, dass man den Titanic Untergang so verallgemeinern kann.

Familiäre Bande mögen durchaus eine Rolle spielen, aber ich glaube (ohne ein Beispiel parat zu haben) es gibt Unglücke an Land, bei denen die Betroffenen sehr schnell von ihrem gesellschaftlich geprägten Verhalten abwichen.

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Andreas Rheinhardt

Geschlecht hätte mehr Beachtung verdient

Hier sieht man sehr gut, dass die feministische Behauptung eines allgegenwärtigen frauenunterdrückenden Patriarchats in der Vergangenheit eine Fiktion ist: Die Rettungschancen aller Frauenarten, 1., 2., 3. Klasse und Mannschaften, waren mit 92%, 97%, 49% und 87% jeweils größer als die aller Männerarten mit 30%, 9%, 14% und 22%. Die These von der Privilegierung der höheren Klassen muss man also relativieren: Die Männer der 2. Kl. hatten die geringste Chance, die Frauen der 2. die größte. Und der weitaus größte Anteil an dem Unterschied zwischen den Klassen kann mit dem unterschiedlichen Frauenanteil erklärt werden: In der 1. Kl. war er 45%, in der 2. 40%, in der 3. jedoch unter 20%. Die Besatzung hatte den geringsten Frauenanteil und darüber hinaus auch keine Kinder, so dass sie bei nicht geschlechtsspezifischer Betrachtung die geringsten Überlebenschancen hatten.
Siehe Angewandte Sozialforschung, 22. Jahrgang, Heft 1/2 2001/2002, S. 10 ff.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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