Home
http://www.faz.net/-gqe-utqd
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 18. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Universität Würzburg Norbert Berthold

15.06.2007 ·  „Mindestlöhne sind ein extrem teures und ungerechtes Instrument.“

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Was halten Sie von einem Mindestlohn in Deutschland und welchen Effekt hätte er?

Steigende Arbeitskosten zwingen Unternehmen zu rationalisieren, Arbeitsplätze werden verstärkt ins Ausland verlagert. Gesetzliche Mindestlöhne verringern die reguläre Beschäftigung zumindest dann, wenn sie 7,50 Euro betragen. Damit stehen in Deutschland mindestens 2,6 Mio. Arbeitsplätze im Feuer. Es ist eine Illusion zu glauben, man könne die Lasten höherer Mindestlöhne den Unternehmen aufbürden.

Mindestlöhne sind ein extrem teures und ungerechtes Instrument. Sie helfen nur einigen wenigen Bedürftigen, die trotz Vollzeitbeschäftigung
weiter arm sind. Das gilt zumindest dann, wenn sie trotz der Mindestlöhne weiter regulär beschäftigt bleiben. Und sie begünstigen
ungerechtfertigt eine weitaus größere Gruppe von Arbeitnehmern, die nicht wirklich arm ist und auch jene, die nur bereit sind, Teilzeit zu
arbeiten. Eine Verteilungspolitik mit (gesetzlichen) Mindestlöhnen ist so, als ob man versuchte, mit einer Gabel Akupunktur zu betreiben.

Warum haben so viele andere Länder einen Mindestlohn?

Viele Länder probieren es. Tatsächlich sind sie ein stumpfes, wenig zielgerichtetes Instrument, wirklich Bedürftigen zu helfen. Nicht alle
Bezieher von Mindestlöhnen sind nämlich arm. In Deutschland leben nur 17 Prozent der „Niedriglöhner“ in armen Haushalten, in den USA 14 Prozent.
Und viele, die arm sind, arbeiten entweder nicht Vollzeit, in Deutschland über 70 Prozent, oder sie arbeiten gar nicht. Im ersten Fall sind Mindestlöhne
nicht angebracht, im zweiten erreichen sie Bedürftige nicht.

Norbert Berthold ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg.

Quelle:
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Gläubiger dritter Klasse

Von Holger Steltzner

Wenn in Griechenland in Kürze der Schuldenschnitt vollzogen wird, ist die EZB fein raus. Ein juristischer Trick schützt die Bilanz der Zentralbank. Mitten im Spiel werden einfach die Regeln geändert. Mehr 5 9

17.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.848,03 +1,42%
 OK
Umfrage

Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

17.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.848,03 +1,42%
FAZ-INDEX 1.526,72 +1,43%
TecDAX 778,36 +0,73%
MDAX 10.441,40 +1,41%
SDAX 5.048,27 +1,17%
REX 422,26 −0,26%
Eurostoxx 50 2.520,31 +1,24%
F.A.Z. EURO INDEX 81,56 +1,37%
Dow Jones 12.949,90 +0,35%
Nasdaq 100 2.584,24 −0,31%
S&P500 1.361,23 +0,23%
Nikkei225 9.384,17 +1,58%
EUR/USD 1,3138 +0,07%
Rohöl Brent Crude 119,95 $ −0,08%
Gold 1.723,00 $ +0,58%
Bund Future 138,50 € −0,16%