18.12.2008 · Der Euro ist wieder auf Höhenflug: Waren Sommer und Herbst geprägt von einer etwas überraschenden Dollarerholung, so kommt es im Dezember zu einer deutlichen Gegenbewegung. Seit Anfang des Monats legt der Euro gegen den Dollar wieder gewaltig zu - mehr als 15 Prozent.
Waren Sommer und Herbst des laufenden Jahres mit Blick auf den Devisenmarkt geprägt von einer etwas überraschenden Dollarerholung, so kommt es im Dezember zu einer deutlichen Gegenbewegung.
Dabei spielt der Euro - trotz eines schwachen Ifo-Indexes und trotz der Zinssenkungserwartungen auch in Europa - die wesentliche Rolle. Seit Beginn des laufenden Monats hat er beispielsweise gegen den Dollar mehr als 15 Prozent zugelegt, gegen das Pfund elf und gegen den kanadischen Dollar etwas mehr als zehn Prozent. Selbst gegen den japanischen Yen konnte die europäische Einheitswährung wieder an Boden gut machen, nachdem sie seit Juli einen Teil der massiven Überbewertung abgebaut hatte, die er in den Jahren zuvor aufgebaut hatte.
Lockere Geldpolitik in den Vereinigten Staaten - Repatriierungen in Europa
Marktteilnehmer machen für die deutlichen Kursbewegungen auf der einen Seite die massiven Zinssenkungen und die sonstigen geldpolitischen „Lockerungsübungen“ in den Vereinigten Staaten dafür verantwortlich. Denn tiefe Nominal- und negative Realzinsen machen die Geldanlage dort relativ uninteressant. Dazu trägt auch der Verschuldungspfad bei, auf den sich das Land in den vergangenen Jahren und in jüngster Zeit verstärkt begeben hat.
Er hat dazu geführt, dass die Prämien für die Absicherung gegen Zahlungsschwierigkeiten des amerikanischen Staates in den vergangenen Monaten deutlich nach oben gelaufen sind. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zur Kursentwicklung der amerikanischen Staatsanleihen, deren Notierungen gerade auch in den vergangenen Wochen massiv gestiegen sind, während die Renditen auf historische Tiefs fielen.
Auf der anderen Seite wird die europäische Währung jedoch nach Angaben aus dem Markt auch von Positionsbereinigungen bewegt. So seien europäische Banken gezwungen, vor dem Jahresende Mittel aus Mittel- und Osteuropa zu repatriieren. Das trage zum Beispiel neben der sich abzeichnenden Wirtschaftsschwäche in Polen und Russland dazu bei, dass Währungen wie der polnische Zloty und der russische Rubel so deutlich gegen den Euro abwerteten. Ähnliches gilt auch für die britische und die türkische Währung.
Abgesehen vom Euro sind die meisten Währungen relativ schwach
Die nun wieder zu beobachtende relative Abwertung des Yen gegen den Euro mag rasch dazu führen, auf wieder aufkommenden Risikoappetit schließen zu lassen. Dagegen spricht jedoch die relative Schwäche der mittel- und osteuropäischen Währungen ebenso, wie die vergleichsweise schwache Performance des australischen, des kanadischen und des Neuseeland-Dollars sowie die des brasilianischen Reals oder auch des südafrikanischen Rands.
Generell ist zu vermuten, dass die Währungsschwankungen kurzfristig durch Jahresendbewegungen in einem vergleichsweise dünnen Markt verzerrt werden. Künftig müssen Währungsverhältnissse wahrscheinlich jedoch anders betrachtet werden, als in den vergangenen Jahren des Kredit getriebenen Wachstums. In diese Phase waren Risiken vielfach ignoriert worden. Das führte im spekulativen Umfeld vielfach zu Trends, die sich aus den Fundamentaldaten der verschiedenen Staaten nur noch bedingt ableiten ließen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 0,0000 | --% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |