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Unbedachtes Handeln Passivität ist eine kluge Strategie

19.10.2005 ·  Wer nach oben strebt, der trägt in sich ein ausgeprägtes Macher-Gen, er will Dinge nach vorn bringen und natürlich auch sich selbst.

Von Ursula Kals
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Wer nach oben strebt, der trägt in sich ein ausgeprägtes Macher-Gen, er will Dinge nach vorn bringen und natürlich auch sich selbst. Durchsetzungskraft wird mit übereiltem Aktionismus verwechselt. Geduld ist die Stärke solcher Leute nicht.

Um richtig gut zu werden, muß man sich allerdings darin üben. In der Ruhe liegt die Kraft. Das ist keine Aufforderung zum Büroschlaf, sondern eine Erinnerung daran, nicht zu schnell und unüberlegt zu handeln. Vor allem nicht schriftlich. Denn "niemand holt sein Wort wieder ein", weiß Wilhelm Busch, und man möchte es jedem hitzköpfigen High Potential ins Stammbuch schreiben.

Wut vernebelt den Blick

Gute Strategen regeln heikle Angelegenheiten mündlich im Vier-Augen-Gespräch. Was schriftlich fixiert ist, kann im Zweifelsfall gegen den Schreiber verwendet werden. Aus der Wut heraus zu reagieren, vernebelt den Blick für die Realitäten. Also heikle Angelegenheiten überschlafen und dann eine zweite, neutrale Meinung einholen. Allein schon, um sich in die Rolle des Gegenspielers zu versetzen.

Ist eine schriftliche Reaktion unvermeidbar, dann ist kontrollierte Höflichkeit oberstes Gebot. Je schwieriger der Kontrahent ist, desto korrekter muß die Wortwahl sein. Kriegsführung beruht auf kluger Täuschung. Unterschätzt zu werden, ist eine komfortable Position - das provoziert den Gegner, überheblich zu reagieren und Fehler zu machen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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Jahrgang 1964, Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

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