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Wegen Umweltrisiken : Umzug von Tokios Fischmarkt liegt auf Eis

Vor der Thunfisch-Auktion im Tsukiji-Fischmarkt begutachten Bieter die Ware. Bild: Patrick Welter

Fischhändler in Tokio sind verärgert. Eigentlich sollte der Fischmarkt Tsukiji im November umziehen. Doch daraus wird wohl nichts. Das könnte auch die Arbeiten für Olympia 2020 stören.

          Für Touristen in Japan ist es eine schöne Sache. Noch mindestens wohl bis Januar werden sie die Gelegenheit haben, den berühmten Fischmarkt Tsukiji in Tokio zu besuchen. Doch viele der Fischhändler in Tsukiji sind verärgert. Anfang November sollten sie in den neuen Fischmarkt in Toyosu umziehen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Neues Equipment ist gekauft oder angemietet und die Vorbereitungen laufen. Doch Ende August legte die neue Gouverneurin der Metropole, Yuriko Koike, den Umzug vorerst auf Eis, nach Jahren der Diskussion und des Baus. Koike will mit dem Umzug mindestens so lange warten, bis im Januar eine letzte Analyse einer zwei Jahre dauernden Grundwassertestreihe vorliegt.

          Auf dem neuen Fischmarktgelände war früher eine Fabrik, in der Kohle zu Gas gewandelt wurde. Trotz teurer Bodenreinigung warnen Verbraucherschützer vor Umweltrisiken. Doch bisher haben die bisherigen acht Grundwassertests die gesetzlichen Standards eingehalten.

          „Wir wurden nie direkt gehört“

          Punkte aber machte Koike zuletzt, als sie offenlegte, dass die Metropolregierung nur unvollständige Angaben gemacht hatte, wie die neuen Bauten gegen potentiell verseuchte Resterde abgeschirmt wurden. Die Entscheidung zur Verschiebung traf Koike nach Medienberichten recht einsam.

          „Wir wurden nie direkt gehört“, zeigte der Vorsitzende der Tsukiji Markt Gesellschaft, Hiroyasu Ito, in der Wirtschaftszeitung Nikkei seinen Unmut. Eine Petition, den Umzugstermin beizubehalten, verhallte ohne Erfolg. Die neue Gouverneurin hält sich mit einem neuen Umzugstermin zurück.

          Es scheint indes unwahrscheinlich, dass sie den Umzug komplett aufgibt. Dazu war der neue Markt, dessen Baukosten gegenüber dem Plan um rund die Hälfte auf fast 600 Milliarden Yen (5 Milliarden Euro) stiegen, zu teuer.

          Jeder Tag der Verzögerung kostet nicht nur die Händler Geduld und Geld, sondern riskiert auch Schwierigkeiten bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020. Wenn die alten Bauten von 1935 in Tsukiji nicht nach Plan abgerissen werden können, verzögert sich der Bau einer neuen Stadtautobahn, die einen schnellen Transport der Athleten vom Olympischen Dorf zu den Wettkampfstätten sicherstellen soll.

          Auf dem Fischmarkt von Tokio : Das frischeste Sushi gibt’s um drei Uhr morgens

          Quelle: F.A.Z.

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