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Umweltzonen Viele Autofahrer müssen draußen bleiben

29.12.2009 ·  Viele Kommunen führen zum Jahreswechsel neue Umweltzonen ein oder verschärfen bestehende. Autofahrer stehen immer öfter vor der Frage: Darf ich rein oder nicht? Zwar lassen sich viele Autos nachrüsten, allerdings lässt sich damit nur eine Stufe aufholen. Bei manchen Modellen aber funktioniert das nicht.

Von Manfred Schäfers
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Viele Kommunen führen zum Jahreswechsel neue Umweltzonen ein oder verschärfen bestehende. Die Autofahrer stehen immer öfter vor der Frage: Darf ich rein oder darf ich nicht?

Zum Jahreswechsel werden Umweltzonen in den Städten Heidelberg, Freiburg, Münster eingeführt, in der westfälischen Universitätsstadt gleich in verschärfter Version. Dort dürfen künftig nur noch Autos mit gelber oder grüner Plakette fahren. Wer nur eine rote oder gar keine hat, muss sein Auto draußen stehenlassen. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe wird sich die Anzahl der Umweltzonen von derzeit 34 auf 40 erhöhen. Die Kommunen erhoffen sich von der Maßnahme eine sinkende Feinstaubbelastung und generell bessere Luftqualität.

Umweltzonen werden eingeschränkt

In Bremen und Frankfurt gab es schon eine Umweltzone, sie wird nun gelb (siehe auch: Frankfurt: Ab Januar nur noch grüne und gelbe Plaketten erlaubt). Die freie Fahrt für freie Bürger wird damit weiter beschränkt. So mancher mit einem etwas älteren Gefährt wird ausgesperrt. In Berlin und Hannover geht man noch weiter. Dort dürfen Autos nur noch mit grüner Plakette einfahren.

Wie Maximilian Maurer vom ADAC erläutert, bekommen Autos mit Benzinmotoren in der Regel die grüne Umweltplakette. Für Diesel gebe es diese, wenn sie die Euro-4-Norm erfüllten. Mit einem Auto, das nach dem 1. Januar 2009 erstmals zugelassen worden ist, werde man keine Probleme haben, diese zu bekommen. Die gelbe Plakette entspreche der Euro-3-Norm, die rote der Euro-2-Norm. Die Euro-3-Norm sei seit dem Jahr 2000 Stand der Technik.

Audi A2 darf nicht mehr ins Zentrum von Hannover

Viele Auto lassen sich nachrüsten, doch lässt sich damit nur eine Normstufe aufholen. Manchmal geht es gar nicht. Wie Maurer berichtet, ist der Audi A 2 so ein Fall. Er habe zu seiner Zeit als besonders sparsam gegolten, so mancher habe ihn aus Umweltgründen gekauft. Mit dem Auto werde man nicht mehr in die Innenstädte von Berlin oder Hannover fahren dürfen. „Damit ist das Auto eigentlich Schrott“, sagt der Mann vom ADAC nüchtern. Auch wer nicht in die Umweltzone müsse, könne darunter leiden. Der Wiederverkaufswert werde sinken, da man den Wagen nur noch eingeschränkt nutzen könne.

Nach Angaben des ADAC gibt es etwa 6 bis 8 Millionen Diesel-Fahrzeuge, die nicht so leicht eine grüne Plakette bekommen. Da es sich in der Regel um ältere Fahrzeuge handelt, trifft es eher weniger begüterte Besitzer. Ausnahmegenehmigungen sind zwar möglich. Aber der ADAC berichtet von Fällen, in denen dies 1500 Euro gekostet haben soll – für ein Jahr. Wenn ein Auto nachrüstbar sei, gebe es in manchen Kommunen generell keine Ausnahmegenehmigung, wenn ein Fahrzeug nachrüstbar ist. Handwerker bekämen diese leichter, auch Besitzer von Oldtimern.

ADAC zweifelt am Erfolg der Umweltzone

Über den Sinn und Unsinn der Umweltzone wird kräftig gestritten. Erste Versuche der Gegner, die Einschränkungen mit Musterklagen auszuhebeln, sind gescheitert. Der ADAC, der diese unterstützte, argumentiert, diese bis zur Enteignung reichenden Eingriffe verstießen gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die Effekte der Umweltzonen seien gering. Selbst wenn es eine Besserung der Luftqualität geben sollte, sei nicht sichergestellt, dass diese auf das Aussperren bestimmter Autos zurückzuführen sei. „Wenn der Sommer verregnet ist, werden sie kein Problem mit dem Feinstaub haben.“

Dagegen weist die Deutsche Umwelthilfe darauf hin, dass zum Jahreswechsel zusätzlich ein strenger Grenzwert für Stickstoffdioxid in Kraft tritt. Er werde in vielen Großstädten Deutschlands überschritten. Die Umweltorganisation unterstützt daher eine Musterklage, um durchzusetzen, dass dieser Grenzwert eingehalten wird. Sie werde gegen den Freistaat Bayern geführt, da eine der am stärksten mit Feinstaub und Stickstoffdioxid belasteten Straßen Deutschlands, die Landshuter Allee in München, immer noch nicht Teil der Umweltzone sei.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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