27.11.2007 · Das heimelige Kaminfeuer ist der Umwelt genauso wenig zuträglich wie stinkende Dieselmotoren. Dagegen will der Umweltminister jetzt vorgehen. Doch mit den immer umfassenderen Eingriffen des Staates wächst das Unbehagen, ob Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen.
Von Heike GöbelAm Befund gibt es nicht viel zu deuten. Das heimelige Kaminfeuer und viele der immer beliebteren holzgefeuerten Öfen sind der Umwelt genauso wenig zuträglich wie stinkende Dieselmotoren. Aus den Millionen deutschen Holzheizungen entweicht eine größere Feinstaubmenge als aus den Fahrzeugen. Das legen Messergebnisse nahe, die das Umweltbundesamt schon vor einem Jahr veröffentlicht hatte.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie den Bundesumweltminister auf den Plan rufen würden. Sigmar Gabriel will den Heizanlagen nun strenge Grenzwerte für den Schadstoffausstoß vorschreiben, Schonfristen und allerlei ungereimte Ausnahmen sollen den Protest bremsen.
Ist sauberer auch gesünder?
Gegen die umweltpolitische Gleichbehandlung von Autos und Heizungen lässt sich schwerlich argumentieren. Dennoch wächst mit den immer umfassenderen Eingriffen des Staates das Unbehagen, ob Kosten und Nutzen der Schutzvorschriften in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.
Wie sauber muss die Luft denn werden, bevor der Minister das Intervenieren sein lässt? Wird bald jedem Freiluftgrill eine Filterhaube verordnet? Und wie gesichert ist die Vermutung, dass sauberer stets auch gesünder ist?
Heike Göbel Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.
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