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Veröffentlicht: 05.01.2017, 07:10 Uhr

Klimaschutz Umweltbundesamt fordert höhere Steuern auf Milch und Fleisch

Für den Klimaschutz sollte die Mehrwertsteuer auf Tierprodukte auf die regulären 19 Prozent erhöht werden, fordert das Umweltbundesamt. Dafür könnten Obst, Gemüse und der öffentliche Nahverkehr günstiger werden.

© dpa Milchkühe eines landwirtschaftlichen Betriebes in Sachsen.

Das Umweltbundesamt fordert aus Gründen des Klimaschutzes eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Tierprodukte wie Milch und Fleisch. Bislang wird auf diese Lebensmittel, ebenso wie auf die meisten anderen Grundnahrungsmittel in Deutschland, der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent erhoben. „Tierische Nahrungsmittel sollten künftig mit den regulären 19 Prozent besteuert werden“, sagte die Präsidentin der Behörde, Maria Krautzberger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Im Gegenzug könnte der Staat die zusätzlichen entstehenden Steuereinnahmen von rund 5,2 Milliarden Euro verwenden, um den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von derzeit sieben Prozent noch weiter zu senken.“

Krautzberger schlug vor, mit den frei werdenden Mitteln zum Beispiel pflanzliche Lebensmittel und öffentliche Verkehrsmittel billiger zu machen. Dies schone das Klima und komme den Steuerzahlern unmittelbar zugute, sagte sie.

Landwirtschaft trage zum Klimawandel bei

Hintergrund der Forderung ist der neue Bericht des Umweltbundesamtes mit dem Titel „Umweltschädliche Subventionen in Deutschland“, der den Funke-Zeitungen vorliegt. Darin heißt es dem Bericht zufolge, dass die Landwirtschaft wesentlich zum Klimawandel beitrage, in Deutschland beispielsweise als Hauptverursacher der Methan- und Lachgasemissionen.

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Dennoch würden tierische Produkte wie Fleisch und Milch vom ermäßigten Mehrwertsteuersatz profitieren, obwohl sie deutlich klimaschädlicher seien als Getreide, Obst oder Gemüse. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch beispielsweise verursache zwischen 7 und 28 Kilogramm Treibhausgasemissionen. Obst oder Gemüse dagegen liegen demnach bei weniger als einem Kilogramm.

Wird klimaschädliches Verhalten subventioniert?

Die umweltschädlichen Subventionen in Deutschland summieren sich der Studie zufolge auf insgesamt 57 Milliarden Euro. Über 90 Prozent davon belasteten das Klima. Krautzberger sagte, beim Subventionsabbau leiste sich Deutschland "seit Jahren riesige blinde Flecken". Einerseits verpflichte sich das Land auf internationaler Ebene zu mehr Klimaschutz, gleichzeitig werde klimaschädliches Verhalten im eigenen Land mit Steuergeldern subventioniert.

Der größte Teil dieser Subventionen entfällt laut Bericht mit 28,6 Milliarden Euro auf den Verkehrssektor, gefolgt von den Bereichen Energie (20,3 Milliarden Euro) und Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei (5,8 Milliarden Euro). Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2012.

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