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Umstrukturierung bei Airbus Verständliche Furcht

05.02.2007 ·  Dass Wirtschaftsminister Glos den Druck auf EADS erhöht, ist verständlich. Die Aufgeregtheit erklärt sich aus der Angst, von den französischen Partnern über den Tisch gezogen zu werden. Ein Kommentar von Holger Steltzner.

Von Holger Steltzner
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Die Proteste der Mitarbeiter von Airbus in Deutschland wirken. Wirtschaftsminister Glos droht mit dem Entzug von Rüstungsaufträgen, obwohl noch gar kein Sanierungsplan vorliegt und die Bundeswehr neue Hubschrauber wohl kaum in China bestellen wird.

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff fordert sogar eine Kapitalerhöhung statt Sanierung. Unterdessen suchen dieselben Politiker verzweifelt nach deutschen Investoren, die bereit sind, die EADS-Aktien zu übernehmen, von denen sich Daimler trennen will.

Wettlauf mit Boeing

Die Aufgeregtheit deutscher Politiker erklärt sich aus der verständlichen Furcht, von den französischen Partnern über den Tisch gezogen zu werden. In der Vergangenheit haben vor allem die hohen deutsch-französischen Subventionen den Aufstieg von Airbus zum Konkurrenten von Boeing ermöglicht. Doch die Subventionen begründen auch die unwirtschaftliche, über ganz Europa verteilte Fertigung der Flugzeuge, wobei sich Deutschland auf die weniger anspruchsvolle Fertigung der Rumpfteile konzentriert hat.

Allein am Standort Hamburg machten Gewerkschaftsangaben zufolge 12.000 Menschen ihrem Ärger über die geplanten Einsparungen und die gefürchteten Stellenstreichungen Luft.

Im Wettlauf mit Boeing müsste aus Effizienzgründen eigentlich auch Airbus einen größeren Teil der Fertigung nach Asien oder in den Dollarraum auslagern - ohne die Technologieführerschaft zu gefährden. Das ist für deutsche Politiker ein besonders heikles Thema. Die Frage rückt näher, ob die Sanierung von Airbus am nationalen Proporz scheitern könnte.

Quelle: F.A.Z., 05.02.2007, Nr. 30 / Seite 11
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