27.10.2004 · Die CDU-Vorsitzende Merkel und die Union haben bei Deutschlands Führungskräften laut einer Umfrage Vertrauen verloren. Jeder zweite Topmanager spreche Merkel das Format ab, Bundeskanzlerin zu werden.
Spitzenmanager der deutschen Wirtschaft haben wieder mehr Vertrauen in die rot-grüne Bundesregierung. 83 Prozent der Befragten trauen Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Sieg bei der Bundestagswahl 2006 zu, wie das Institut für Demoskopie Allensbach in einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage für das Wirtschaftsmagazin „Capital“ mitteilte.
Vor allem das Team Schröder und Außenminister Joschka Fischer überzeugte die Spitzenkräfte mit 61 Prozent. Für ein Tandem aus Merkel und dem FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle sprachen sich nur 25 Prozent aus.
Zweifel an Merkels Durchsetzungskraft
Das Bild der Union wird zunehmend als zerstritten wahrgenommen. Nur 23 Prozent der rund 600 befragten Manager und Spitzenpolitiker sind der Meinung, die Union sei sich einig. 94 Prozent verneinen die Frage, ob die CDU einen klaren Kurs verfolge. Bessere Chancen bei der Bundestagswahl 2006 hätte die Union nach Ansicht von 63 Prozent der Befragten nur, wenn sie einen harten Reformkurs vertreten würde. Zweifel hegen die Befragten an der Durchsetzungsfähigkeit der CDU-Vorsitzenden. 41 Prozent haben der Umfrage zufolge den Eindruck, Merkel hat die CDU im Griff. 57 Prozent der Befragten verneinten dies.
Im unionsinternen Streit überzeugen allerdings mehr die Positionen der CDU. 53 Prozent der Spitzenkräfte tendieren in den Feldern Gesundheit, Steuern und Soziales in Richtung CDU. Eine Minderheit von 25 Prozent der Befragten hält den Vorwurf für berechtigt, die Reformvorschläge der CDU seien sozial unausgewogen.
Lieber Merkel als Stoiber
Trotz aller Kritik und der momentanen Situation der CDU billigen Merkel mit 41 Prozent immer noch die meisten Chefs zu, die beste Wahl für das Bundeskanzleramt zu sein. CSU-Chef Edmund Stoiber kommt der Umfrage zufolge auf 14 Prozent und der hessische Ministerpräsident Roland Koch auf 16 Prozent. Erfolgreichster Neueinsteiger in den Kreis der möglichen Kanzlerkandidaten der Union ist mit 17 Prozent der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Zufrieden äußerten sich die Top-Manager mit der Arbeit des neuen Bundespräsidenten Horst Köhler. 88 Prozent der Befragten haben einen guten Eindruck von der Arbeit Köhlers.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,68 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2443 | −0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 104,77 $ | −1,95% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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