Home
http://www.faz.net/-gqe-77rcc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Umfrage Die Mehrheit der Polen lehnt den Euro ab

 ·  Mehr als die Hälfte der Polen hält die Einführung des Euro im eigenen Land für „etwas Schlechtes“. Während 37 Prozent sagten, Polen sollte niemals den Euro einführen, wollten 22 Prozent den Euro frühestens in zehn Jahren.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (51)

Die polnische Bevölkerung steht der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung mehrheitlich ablehnend gegenüber. Mehr als die Hälfte der Polen sieht die Aufgabe der Landeswährung Zloty zu Gunsten des Euro negativ, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS ergab. Mehr als zwei Drittel fürchten, dass sich die Lage in der heimischen Wirtschaft dadurch verschlechtert. Nur jeder siebte Befragte hält die Euro-Einführung prinzipiell für gut.

Polen ist als einziges europäisches Land mit einem stabilen Wirtschaftswachstum durch die Krise gekommen. Als ein Grund dafür gilt die Abwertung des Zloty zu Gunsten der Exportwirtschaft. Obwohl für dieses Jahr abermals ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von knapp 2 Prozent erwartet wird, lässt die wirtschaftliche Dynamik doch spürbar nach. Der Zuwachs ist mittlerweile rein exportgetrieben, der private Konsum geht zurück. Viele Polen geben einer weiteren Umfrage zufolge an, häufiger in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten und sind deshalb skeptisch für die Zukunft.

Mit dem EU-Beitritt 2004 hat sich Polen zur Euro-Einführung verpflichtet, wenn es die vorgeschriebenen Kriterien erfüllt. Dies ist derzeit noch nicht der Fall. Die polnische Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk hatte ursprünglich damit geliebäugelt, den Startschuss zum Beitritt schon im vergangenen Jahr zu geben. Angesichts der steigenden Skepsis in der Bevölkerung legt sich Warschau jedoch nicht mehr auf ein konkretes Beitrittsdatum fest. Die formalen Voraussetzungen könnten Regierungsangaben zufolge zwar bis 2015 erfüllt sein. Weil für die Euro-Einführung jedoch auch die polnische Verfassung geändert werden muss, und die nötigen Mehrheiten derzeit nicht gegeben sind, hat Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski zuletzt im Gespräch mit dieser Zeitung auch das Jahr 2016 als unrealistisch bezeichnet. Viele Polen denken allerdings noch in deutlich längeren Zeiträumen. Während laut TNS-Umfrage mehr als jeder Fünfte den Euro frühestens in zehn Jahren im Geldbeutel haben will, lehnen ihn 37 Prozent komplett ab.

  Weitersagen Kommentieren (49) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Währungsunion Polens Premier für Euro-Beitritt aus Sicherheitsgründen

Der polnische Regierungschef Donald Tusk will, dass sein Land den Euro einführt. Aus Gründen der nationalen Sicherheit. Die parlamentarische Versammlung des Europarats warnt Russland. Mehr

09.04.2014, 19:32 Uhr | Wirtschaft
Ukraine Putins Projekt

Die Ukraine hat keine Zukunft ohne Europa. Aber Europa hat auch keine Zukunft ohne die Ukraine. Über die Jahrhunderte haben sich in dem Land die Wendepunkte der europäischen Geschichte gezeigt.  Mehr

14.04.2014, 10:33 Uhr | Politik
Auto von Johannes Paul II. Im Papa-Mobil nach Rom

Vor zwei Jahren kaufte der Thüringer Marek Schramm ein früheres Auto von Papst Johannes Paul II. Zu dessen Heiligsprechung am 27. April will er mit dem Oldtimer nach Rom fahren. Mehr

02.04.2014, 14:35 Uhr | Gesellschaft

18.03.2013, 15:58 Uhr

Weitersagen
 

Gutes Geschäft

Von Johannes Pennekamp

Mit den Gaslieferungen an die Ukraine schwächt RWE den Druck, den Russland ausüben kann. Und wird - trotz einiger Restrisiken - Geld verdienen. Mehr 30 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Umfrage

Sollte der Staat Preisobergrenzen für Grundnahrungsmittel festlegen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Schokolade Osterhase schlägt Weihnachtsmann

Der Appetit auf Schoko-Osterhasen ist in diesem Jahr besonders groß. In Deutschland werden sogar mehr von ihnen produziert als süße Weihnachtsmänner. Mehr 1 2