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Übersicht Die Altersversorgung in Deutschlands Unternehmen

09.01.2004 ·  Die betriebliche Altersvorsorge in 20 großen deutschen Unternehmen im Überblick.

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Die betriebliche Altersvorsorge in 20 großen deutschen Unternehmen im Überblick.

THYSSEN-KRUPP

Nahezu alle inländischen Arbeitnehmer von Thyssen Krupp haben Anspruch auf betriebliche Altersversorgung. Für die Versorgungssysteme des aus Thyssen, Krupp und Hoesch entstandenen Stahl- und Industriegüterkonzern Konzerns sind 6,6 Milliarden Euro Pensionsrückstellungen gebildet worden, aus denen derzeit jährlich 444 Millionen Euro Betriebsrenten ausgezahlt werden. Für das vor einigen Jahren neu eingeführte System "Kombi-Pakt" sind nach Angaben von Unternehmenssprecher Klaus Pepperhoff keine Änderungen geplant. Kombi-Pakt ist eine beitrags- und vergütungsorientierte Altersversorgung für alle Neueinstellungen und führt nicht zu einer Rente, sondern zu einer einmaligen Kapitalauszahlung. Zusätzlich zu den Einzahlungen des Unternehmens kann der Mitarbeiter selbst einen Beitrag von jährlich maximal rund 200 Euro entrichten. Mit der Eigenleistung erhöht sich auch der Unternehmensbeitrag. (St.)

DAIMLER-CHRYSLER

Die 190 000 Mitarbeiter von Daimler-Chrysler in Deutschland haben Anspruch auf eine Betriebsrente, wenn sie mindestens zehn Jahre bei dem Autohersteller gearbeitet haben. Bezahlt wird ein Festbetrag, der sich nach der Tätigkeit und der Betriebszugehörigkeit errechnet. Etwa 350 Euro monatlich kann ein Facharbeiter erwarten, der 30 Jahre bei Mercedes gearbeitet hat und mit einer anspruchsvollen Aufgabe betraut war. Ein ähnliches System gibt es auch für Führungskräfte. "Es gibt keinerlei Überlegungen, an der Betriebsrente etwas zu ändern", betont man bei Daimler-Chrysler, schließlich habe die betriebliche Altersversorgung hier eine Tradition, die bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts zurückreiche. Das für die Mitarbeiter angesparte Geld, zu dem sie selbst keinen eigenen Beitrag leisten, liegt in einem Pensionsfonds, sodaß nicht einmal die Insolvenz des Autoherstellers das Vermögen zerstören würde. (sup.)

BASF

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF "plant nicht, die freiwilligen betrieblichen Rentenleistungen einzustellen oder deutlich zur reduzieren". Auch in der Vergangenheit habe es keine gravierenden Veränderungen gegeben. Das sagte ein Unternehmenssprecher. Die Höhe dieser Leistungen richtet sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Zur Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung nutzt der Konzern Direktzusagen, die BASF-Pensionskasse, Pensionsfonds und Gruppenversicherungen. Die detaillierten Zahlen zu laufenden Pensionsverpflichtungen und Pensionsrückstellungen für das Jahr 2003 werden zur Zeit ermittelt. Alle zum Jahresende 2003 bestehenden Verpflichtungen seien allerdings durch entsprechendes Vermögen gedeckt. Zum Jahresende 2002 bestanden Pensionsverpflichtungen in Leistungsplänen (ohne Pensionskasse) von rund 5,9 Milliarden Euro für aktive und ehemalige Beschäftigte. (mir.)

BMW

Beim Autohersteller BMW sieht man angesichts des weiter florierenden Geschäfts keine Veranlassung, über Änderungen in der betrieblichen Altersvorsorge nachzudenken. "Darüber gibt es keine Diskussionen", sagte eine BMW-Sprecherin. Bei BMW wird die Betriebsrente nach dem klassischen Modell gewährt. Jeder Mitarbeiter erhält eine Rentenzusage; die Höhe der zugesagten Rentenleistung hängt von der Einstufung des Mitarbeiters am Ende seiner Betriebszugehörigkeit sowie der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Um die Leistungen gewähren zu können, bildet und verzinst BMW jedes Jahr neue Pensionsrückstellungen. Darüber hinaus bietet der Autohersteller seinen Mitarbeitern jedes Jahr den Bezug vergünstigter Vorzugsaktien sowie eine zusätzliche Direktversicherung an. (mag.)

COMMERZBANK

Zwei voneinander unabhängige Systeme hat die Commerzbank bisher : die zum Jahresende gekündigte Commerzbank-Pension und die weiterhin bestehenden Beiträge beim BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes, dem Versorgungswerk für die Bankbranche. Die Pension bezeichnet die Bank als bisher freiwillig gewährte Leistung, die vollständig vom Arbeitgeber dotiert wurde. Den Zuschuß zum BVV hat die Bank im Laufe der Jahre gesenkt: Zahlte der Arbeitgeber früher zwei Drittel ein, schießt er Mitarbeitern, die erst vor wenigen Jahren zur Commerzbank gestoßen sind, nur noch die Hälfte dazu. Der BVV-Teil sei jedoch weitaus bedeutender als die bislang gezahlte Betriebsrente, sagt ein Sprecher und macht dies an einer Beispielrechnung deutlich: Ein 55 Jahre alte Mitarbeiter mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Monatsgehalt von 3500 Euro brutto, kann im Alter von 65 Jahren, wenn er in den Ruhestand geht, auf eine gesetzliche Rente von der BfA von 1400 Euro hoffen. Hinzu kommen 1200 Euro vom BVV und 300 Euro Commerzbank-Pension. Hätte die Bank die Betriebsrente nicht gekündigt, hätte er in zehn Jahren 100 Euro mehr im Monat erhalten. (hlr.)

DEUTSCHE BANK

Deutschlands größte Bank gönnt ihren Beschäftigten auch heute eine großzügige Altersvorsorge: Alle Angestellten, auch die neueingestellten, erhalten einen Anspruch auf Betriebsrente. Auch hat der Vorstand diese nicht unter dem Eindruck der Ertragsschwierigkeiten der Bank gekürzt. Allerdings hatte der Vorstand im Dezember 2002 die Pensionsrückstellungen von damals 4 Milliarden Euro in einen Pensionsfonds ausgelagert, der mit Wertpapieren unterlegt wurde. Verwaltet wird der Fonds von der Deutschen Asset Management, dem Vermögensverwalter im Besitz des Bankkonzerns. Das Deckungsvermögen des Fonds wurde einem rechtlich unabhängigen Treuhänder übertragen und somit dem Betriebsvermögen der Bank entzogen. Somit ist die Betriebsrente der Deutsche-Bank-Rentner auch dann gesichert, wenn die Bank Insolvenz anmelden sollte. An den Konditionen änderte sich für die Beschäftigten nichts. (hlr.)

EON

Bei der im Jahr 2000 aus der Fusion von Veba und Viag hervorgegangenen Eon AG gibt es keine Diskussion über eine Änderung der Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung. Es wird nach Darstellung von Unternehmenssprecher Josef Nelles lediglich behutsam an einer Harmonisierung der historisch bedingten Vielzahl von Versorgungsmodellen gearbeitet. Selbst für die rund 38 000 im Inland aktiven Eon-Beschäftigten gebe es noch Dutzende unterschiedlicher Vereinbarungen. Nach zehnjähriger Unternehmenszugehörigkeit sind die Versorgungszusagen unverfallbar. Im Ruhestand erhalten die Anspruchsberechtigten Betriebsrenten. Deren Höhe ist nicht pauschal zu beziffern. Bei einem Teil Empfänger orientieren sich zwar die Leistungen prozentual am letzten Jahresgehalt. Aber die während der Betriebszugehörigkeit erworbenen Anwartschaften können je nach Modell unterschiedlich hoch ausfallen. Bei anderen Anspruchsberechtigten besteht kein direkter Bezug zum Jahreseinkommen; hier hängt die Auszahlung von den jährlich vom Betrieb erbrachten Bausteinen ab. Mit der Harmonisierung wird eine Systemvereinfachung, nicht aber eine Anspruchskürzung angestrebt. (St.)

FORD

Der Automobilkonzern Ford leistet für alle Mitarbeiter Zahlungen zur Betriebsrente - und wird diese nach eigenen Angaben auch nicht antasten. Voraussetzung sind ein ungekündigtes Dienstverhältnis und der Ablauf der gesetzlichen Wartezeit, also zehn oder neuerdings fünf Jahre. Die Höhe der Rente orientiert sich an den pensionsfähigen Bezügen, das ist in der Regel das letzte Bruttogehalt. Als Sockelbetrag nennt Ford je Jahr Betriebszugehörigkeit 0,4 Prozent. Daraus ergebe sich folgende Beispielrechnung: Ein Angestellter mit 4000 Euro Bruttogehalt und 30 Dienstjahren erhalte etwa 670 Euro Betriebsrente. Grundlage für die Zahlungen ist eine Betriebsvereinbarung, zuletzt geschlossen am 1. Januar 1993. Träger der betrieblichen Altersvorsorge ist die hauseigene Ford Versicherungs- und Unterstützungseinrichtung (Foveruke). Der Konzern sieht in der Leistung vor allem ein Instrument zur Motivation der Mitarbeiter und zu deren Bindung an das Unternehmen. Deshalb habe man auch in Jahren mit Verlust die Zahlungen nicht eingestellt. (hap.)

SCHERING

Der Pharmakonzern stellt sein Betriebsrentensystem im Laufe dieses Jahres um. Dies betrifft allerdings nur neu angestellte Mitarbeiter. Für die 8400 Beschäftigten in Deutschland ändere sich nichts; auch Leistungskürzungen seien bei ihnen nicht geplant, sagte ein Schering-Sprecher. Bisher beziehe Schering die jeweilige Höhe der Betriebsrente auf die Zahl der anrechenbaren Dienstjahre und den Durchschnitt der Bruttogehälter in den fünf Jahren vor Vollendung des 60. Lebensjahres. Bei Mitarbeitern, die ab dem 1. Januar 2004 eingestellt werden, soll das Endgehalt bei der Rentenberechnung nun nicht mehr im Vordergrund stehen. Denn das Endgehalt eines Mitarbeiters sei nur schwer vorherzusagen. Folglich lasse sich auch die erforderliche Pensionsrückstellung nicht präzise genug errechnen. "Deshalb wollen wir auf ein System umstellen, bei dem sich die Altersversorgungszusage an den anzusparenden Beiträgen orientiert", sagte der Sprecher. Ob dieses System bei neuen Mitarbeitern am Ende zu verringerten Betriebsrenten führen könne, sei noch nicht klar. 2002 hat Schering 52 Millionen Euro Betriebsrenten ausgezahlt. (rit.)

HYPO-VEREINSBANK

Die Hypo-Vereinsbank hat ihre betriebliche Altersversorgung bereits vor einem Jahr umgestellt, um künftige Belastungen zu begrenzen. Seit dem 1. März 2003 erhalten neu eintretende Mitarbeiter nur noch einen beitragsabhängigen Versorgungsanspruch gegen die BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes. Für die länger beschäftigten Mitarbeiter wird die vorherige Regelung eines gemischten Systems mit beitragsabhängiger Basisversorgung sowie entgelt- und altersabhängiger Leistungszusage aber fortgeführt, betonte ein HVB-Sprecher. Ein fixer Teil dieser Leistungszusage fließt auch jetzt schon an die BVV. Der überschießende Betrag wird von der Bank garantiert und über Pensionsrückstellungen abgedeckt. Für die Bank hat die Neuregelung den Vorteil, daß die betriebliche Altersversorgung der neuen Mitarbeiter komplett ausgelagert ist und für sie keine Pensionsrückstellungen mehr gebildet müssen. Dies verringert die künftigen Lasten und entbindet die Bank von Risiken wie dem Zinsrisiko. Da das Versorgungsniveau insgesamt sinkt, reduziert sich schon jetzt der Personalaufwand - obwohl die BVV-Beiträge für die neuen Mitarbeiter erheblich aufgestockt wurden: von insgesamt 3,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens auf 5 Prozent, jeweils hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragen. (mag.)

KARSTADT QUELLE

Der Vorstand der Karstadt Quelle AG hat schon vor Jahren früh die Bremse gezogen, um im Konzern mit derzeit rund 90 000 inländischen Beschäftigten die Kosten der betrieblichen Altersversorgung überschaubar zu halten. Daher sieht der Einzelhandels- und Touristikkonzern auch keinen Handlungsbedarf mehr bei der sogenannten zweiten Säule der Altersversorgung. Bereits 1994 wurde das betriebliche Programm geschlossen. Seither werden bei Neueinstellungen nur noch gelegentlich Zusagen vereinbart. Im Jahr 2002 hat Karstadt Quelle begonnen, die Pensionsrückstellungen einem Pensionsfonds zu übertragen. Dabei ist die Versorgung von einer Rente auf eine einmalige Kapitalauszahlung umgestellt worden. Aus den Immobilien und Beteiligungen, die als Vermögenswerte mitgereicht wurden, sollen die für die Leistungen erforderlichen Erträge erwirtschaftet werden. Die weit fortgeschrittene Umstellung wird im kommenden Jahr abgeschlossen. (St.)

OPEL

Bei der Adam Opel AG soll in den kommenden Monaten eine neue Vereinbarung zur betrieblichen Altersvorsorge getroffen worden. In dieser Frage herrsche im Grundsatz Übereinstimmung zwischen Unternehmensspitze und Arbeitnehmervertretung, sagte Klaus Franz, der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats. Dies zeige sich auch daran, daß bei den Gesprächen beide Seiten mit einem gemeinsamen Sachverständigen arbeiteten. Aktuell berate man über die "technischen, versicherungsmathematischen Regelungen" für die neue Betriebsrente; so müsse zum Beispiel noch die Höhe der Rückstellungen berechnet werden. Franz räumte ein, daß diese Summe auch vom Unternehmenserfolg im laufenden Jahr abhängen werde. 1997 hatte Opel die bestehende Betriebsrente ausgesetzt, die für die deutschen Unternehmensstandorte mit Ausnahme des Werks in Eisenach gegolten hatte. (hm.)

VOLKSWAGEN

"Wir ändern unsere Betriebsrente nicht", sagte ein Sprecher des Automobilkonzerns. VW hat im Jahr 2002 rund 402 Millionen Euro Betriebsrenten ausgezahlt hat; pensonierte Mitarbeiter in Deutschland bekommen durchschnittlich 400 Euro im Monat. In die Berechnung der jeweiligen Ansprüche fließen neben der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Gehaltshöhe auch viele andere Bausteine mit ein wie Qualifizierungs- und Erziehungszeiten. Volkswagen zahlt seit 1949 Betriebsrenten. Seit 1996 beruht diese Altersversorgung auf einer aufwandsabhängigen Rentenbausteinzusage. Zum 1. Januar 2001 wurde dieses Modell zu einem Pensionsfonds weiterentwickelt. Dabei wird der jährliche Versorgungsaufwand treuhänderisch durch den sogenannten VW Pension Trust in Fonds angelegt. Nach Angaben von VW werden die Versorgungsansprüche durch dieses Modell nicht nur vollständig abgesichert. Es biete obendrein die Chance, die Rentenansprüche zu steigern. Nach Aussage des Sprechers garantiert VW eine Verzinsung von 3 Prozent. (rit.)

BOSCH

Bosch gehörte zu den ersten, die einen Pensionsfonds gründeten, damit die Mitarbeiter im Wege der Entgeltumwandlung für ihr Alter sparen können. Bernhard Wiesner, Leiter der betrieblichen Versorgungsleistung, glaubt, der Bosch-Fonds gehöre zu den erfolgreichsten in Deutschland: Fast 18 Prozent aller Mitarbeiter nehmen ihn in Anspruch. Für alle 95 000 inländischen Mitarbeiter gibt es zusätzlich die Betriebsrente, die allein vom Arbeitgeber bezahlt wird. Nach fünfjähriger Betriebszugehörigkeit kann sie von jedem in Anspruch genommen werden, wenn er im Alter von mindestens 60 Jahren das Unternehmen verläßt. Der Mitarbeiter kann wählen, ob er das angesparte Geld als einmalige Leistung, in Raten oder als lebenslange Rente haben will. Ein jährlicher Kontoauszug gibt einen Überblick über das bereits angesammelte Kapital, das mit Zinssätzen um rund 6 Prozent verzinst wird. Angespart werden 1,5 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens, sowie 9 Prozent jenes Einkommens das über der Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung liegt. Gerüttelt wird daran nicht, allein eine Modernisierung würde man sich bei Bosch wünschen: Clevere Kombinationen von Betriebsrenten und Pensionsfonds, meint Wiesner, könnten die Akzeptanz erhöhen. (sup.)

LUFTHANSA

Bei der Lufthansa ist nach eigenen Angaben kein Eingriff in die Betriebsrenten geplant. Allerdings wird die jährliche Erhöhung in einer Art "Bausteinverfahren" ermittelt. Dieses Ermittlung geschieht auf der Entgeltbasis des Beschäftigten, die mit dem Renten (Lebensjahre des Beschäftigten) multipliziert wird. Dieses Verfahren ist im Konzerntarifvertrag geregelt, so daß jedes Beschäftigungsjahr einen "Baustein" ergib, der das Versorgungsniveau bestimmt. Die Wartefriste für die Inanspruchnahme beträgt 60 Monate. (noa.)

TELEKOM

Bei der Deutschen Telekom, die von ihren knapp 250 000 Beschäftigten weltweit 175 000 im Inland hat, gibt es eine Betriebsrente. Anspruch auf Leistungen, deren Höhe sich nach Gehalt und Betriebszugehörigkeit richten, erwerben Tarifkräfte und außertarifliche Angestellte. Die Beschäftigten zahlen keine Beiträge. Im Geschäftsbericht für 2002 sind 379 Millionen Euro Pensionsaufwendungen ausgewiesen. Einschließlich eines Aufstockungsbetrags für Verpflichtungen aus einzelnen Pensionsplänen (Additional Minimum Liability) erreicht der Aufwand fast 1,5 Milliarden Euro bei 10,47 Milliarden Euro Personalaufwand insgesamt. Zuletzt wurde die betriebliche Altersversorgung der Telekom 1997 durch Tarifvertrag neu geordnet. Änderungen seien nicht geplant, sagte ein Sprecher. Eine Sonderrolle nehmen die noch fast 50 000 Beamten ein: Deren Pensionen zahlt der Bund. Das Unternehmen entrichtet Beiträge von 33 Prozent der Bezüge der aktiven Beamten. (Stü.)

GERLING

Der angeschlagene Versicherungskonzern Gerling hat die Neuzusagen zu den Betriebsrenten zum 1. Januar 2004 gekürzt. Davon betroffen sind Mitarbeiter, die vor 1998 eingestellt worden sind und noch nicht 60 Jahre alt sind. Ihre schon erworbenen Ansprüche bleiben unangetastet, Neuzusagen werden auf das Niveau reduziert, das Mitarbeiter erhalten, die dem Unternehmen nach 1997 beigetreten sind. Die Reduzierung der Neuzusagen führt bei 5000 der 7500 Beschäftigten dazu, daß die Betriebsrenten um rund 30 Prozent niedriger ausfallen als bisher erwartet. In Einzelfällen beträgt die Einbuße sogar 50 Prozent. Bei Gerling sind die Lasten besonders groß. Die Pensionsrückstellungen hatten 2002 einen Wert von 668 Millionen Euro, was etwa einem Drittel der Bilanzsumme entsprach. Durch die Kürzung der Neuzusagen können die Rückstellungen um 100 Millionen Euro reduziert werden. Das jährliche Einsparvolumen beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf 10 Millionen Euro oder 1,5 Prozent der Gehaltssumme. Es muß nun Pensionszusagen im Wert von nur noch 7 Millionen Euro pro Jahr finanzieren. (ruh.)

FRESENIUS

Der Gesundheitskonzern Fresenius in Bad Homburg spart für seine deutschen Mitarbeiter und die Beschäftigten der Fresenius Medical Care AG eine Betriebsrente an und hat auch keine Pläne, daran etwas in der Zukunft zu ändern. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers hat sich an der Ausgestaltung der Betriebsrente, die es seit dem 1. Dezember 1970 gibt, seit vielen Jahren nichts Wesentliches verändert. Im Jahr 1988 habe es eine Modernisierung gegeben; seit 2001 gilt die Regelung einer Mindestbetriebszugehörigkeit von nur noch fünf Jahren zum Erwerb des Anspruchs auf Zahlung einer Betriebsrente. Vorher mußten die Fresenius-Beschäftigten zehn Jahre warten. Die relative Höhe der Ansparsumme ist bei Fresenius vom Gehalt abhängig: Bis zu einem monatlichen Bruttogehalt von 5900 Euro wird ein Drittel Prozent des Gehalts zurückgestellt, bis zu einem Bruttogehalt von 6800 Euro 1 Prozent. Ab dieser Gehaltsgrenze fließen 1,5 Prozent in die Rückstellung für die Betriebsrente. Neben der Regelung der Mindestbetriebszugehörigkeit gilt die Bedingung eines Mindestalters von 30 Jahren, bevor ein Anspruch auf Betriebsrente erworben werden kann. (Kno.)

POST

Die Betriebsrentenregelung bei der Deutschen Post ist wie bei der Telekom kompliziert. Das erklärt sich aus der gemeinsamen Vergangenheit der Unternehmen als Bundesbehörde. Die zusätzliche Altersversorgung für Angestellte und Arbeiter, die zur Zeit der Deutschen Bundespost eintraten, wird über die Versorgungsanstalt der Deutschen Bundespost (VAP) abgewickelt. Diese Regelung wurde bis 1997 fortgeschrieben. Seitdem sind die Unterstützungskasse Deutsche Post Betriebsrenten Service und der 2002 gegründete Pensionsfonds dazugekommen. Deshalb gibt es für einzelne Mitarbeitergruppen unterschiedliche Zusagen. Die Höhe der Betriebsrenten hängt von der Dienstzeit und in der Regel auch vom Endgehalt ab. Von insgesamt 8,3 Milliarden Euro Verpflichtungen sind 3,2 Milliarden Euro über Fonds finanziert. Änderungen der Pensionsregelungen seien derzeit nicht geplant, sagte ein Sprecher. Er schloß sie für die Zukunft aber auch nicht aus. (Stü.)

SIEMENS

Siemens baut angesichts großer Probleme mit Milliardenlöchern im konzerneigenen Pensionsfonds das System der betrieblichen Altersvorsorge komplett um. Von Oktober 2004 werden die Betriebsrenten aller 180 000 Siemens-Mitarbeiter in Deutschland vom leistungs- auf ein beitragsorientiertes System umgestellt. Danach erhalten die Mitarbeiter Jahresbeiträge für die Altersvorsorge gutgeschrieben; diese werden einem jährlichen Garantiezins von 2,75 Prozent sowie eventuell einer Überschußbeteiligung verzinst. Beim Übergang in die Rente kann sich jeder Mitarbeiter den angesammelten Betrag in mehreren Raten oder als lebenslange Rente auszahlen lassen. Die bisher erworbenen Ansprüche würden in das neue System integriert, betonte eine Siemens-Sprecherin. Bisher erhielten Mitarbeiter feste Rentenzusagen, die von ihrer Einstufung am Ende der Betriebszugehörigkeit abhingen. Die Jahresbeiträge orientieren sich nun daran, wie hoch der aktuelle Rentenanspruch wäre. Siemens profitiert nur in der Zukunft von der Umstellung. Damit vermeidet der Konzern, alle 10 bis 15 Jahre die Vorsorge an die neuen Sterbetafeln anpassen zu müssen - was einen Mehraufwand von 650 bis 700 Millionen Euro auslöst. (mag.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2004, Nr. 8 / Seite 12
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