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Überraschender Rückzug Mappus schmeißt bei Merck hin

21.11.2011 ·  Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident hört beim Pharmakonzern Merck wieder auf. Der Grund: Die Kritik an Mappus wegen des Einstiegs des Landes Baden-Württemberg beim Energiekonzern EnBW.

Von Susanne Preuß, Stuttgart
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Der Fall ENBW holt den früheren Ministerpräsidenten Stefan Mappus ein: Nach nur wenigen Wochen hat er seinen Ausflug in die freie Wirtschaft beendet, und hört als Manager des Pharmakonzerns Merck auf. „Die zumeist diffamierenden Angriffe und Verleumdungen gegen meine Person und die von mir geführte Landesregierung im Zusammenhang mit dem Einstieg des Landes Baden-Württemberg bei der ENBW AG erfordern eine angemessene Reaktions- und Wehrfähigkeit meinerseits“, heißt es in einer Erklärung von Mappus. Dies aber sei in einem „hoch compliance-relevanten Tätigkeitsfeld nicht zu leisten“, heißt es weiter.

Wie Mappus konkret auf die Debatte um das ENBW-Geschäft zu reagieren oder sich zu wehren gedenkt, wird nicht ausgeführt, und auch Dirk Metz, Mappus’ Kommunikationsberater aus Ministerpräsidententagen, möchte sich nicht dazu äußern. Mappus glaube, dass es so schnell keine Ruhe geben werde um ENBW. Mithin werde es nicht möglich sein, die volle Aufmerksamkeit auf seinen neuen Job zu richten, fügte Metz hinzu.

Vor knapp einem Jahr hatte Stefan Mappus überraschend den Einstieg des Landes beim Energiekonzern ENBW verkündet. Das 5-Milliarden-Euro-Geschäft hatte er nahezu im Alleingang eingefädelt und es dabei unterlassen, die Zustimmung des Landtags einzuholen. Der Einstieg bei dem atomlastigen Energekonzern sorgt für Unruhe in Baden-Württemberg, weil nach und nach zahlreiche Ungereimtheiten zutage treten. Auch die Rolle von Mappus’ Freund Dirk Notheis, Deutschland-Chef der Investment-Bank Morgan Stanley, ist undurchsichtig, ebenso das Vorgehen der Anwaltskanzlei Gleis Lutz.

Ein Sprecher von Merck bestätigte, dass Mappus um die Auflösung seines Vertrags zum 31. Dezember gebeten habe: „Wir bedauern das sehr.“ Mappus habe seit September ein Trainee-Programm absolviert, um nach einer sechsmonatigen Vorbereitungszeit im nächsten Frühjahr als Merck-Manager nach Brasilien zu wechseln.

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Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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