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Überprüfung von Kunden : Großbritannien macht Banken zur Ausländerpolizei

  • Aktualisiert am

Kunde bei einer Londoner Bank müssen künftig regelmäßig hinsichtlich des Aufenthaltstitels überprüft. Bild: Reuters

Wer in Großbritannien ein Konto führt, wird künftig genau unter die Lupe genommen: Nach einem neuen Gesetz müssen die Geldhäuser bald den Aufenthaltsstatus all ihrer Kunden regelmäßig prüfen.

          Britische Banken müssen künftig per Gesetz den Aufenthaltsstatus all ihrer Kunden überprüfen. Wie das Innenministerium in London mitteilte, sollen damit Einwanderer ohne Aufenthaltsrecht am Zugang zu Bankkonten und Bausparverträgen gehindert werden. Demnach müssen die Finanzinstitute des Landes ab Januar regelmäßig überprüfen, ob ihre Kunden einen gültigen Aufenthaltsstatus in Großbritannien besitzen - und Verstöße an das Innenministerium melden.

          „Die Maßnahme ist Teil unserer laufenden Bestrebungen, illegale Einwanderung nach Großbritannien zu unterbinden“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Menschen, die sich rechtmäßig im Land aufhielten, blieben unberührt. Das Parlament hatte die Regelung schon im Dezember als Teil eines neuen Migrationsgesetzes verabschiedet.

          Migranten, die sich illegal in Großbritannien aufhalten, dürfen schon seit 2014 keine Konten eröffnen. Doch das neue Gesetz verschärft die bestehende Regelung: Die Finanzinstitute des Landes müssen künftig auch Konten überprüfen, die vor 2014 eröffnet wurden und kontrollieren, ob die Visa ihrer Kunden gültig sind.

          Das neue Gesetz erlaubt der Regierung, die betreffenden Konten per richterlicher Anordnung einzufrieren - ohne dass der Kunde davon erfährt.

          Quelle: AFP

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