23.08.2007 · Einlagen bei Banken sind sicher - Aktien und Zertifikate bleiben riskant.
Von Daniel MohrWer sein Geld bei einer Volksbank, Sparkasse, Direktbank oder deutschen Privatbank hat, muss sich nicht wirklich ernsthafte Sorgen um sein Geldvermögen machen. Selbst im Fall, dass eines der Institute zahlungsunfähig werden sollte, ist Abhilfe geschaffen: Es existieren Sicherungsfonds, über die die anderen Banken der Problembank zur Seite springen. Damit werden alle Spargelder, Festgelder und auch Tagesgeldkonten komplett gesichert.
Auch die Wertpapierdepots sollten eine solche Insolvenz unbeschadet überstehen. Die Bank ist nur Verwalter, nicht aber Eigentümer der Depotwerte. Damit gehören diese im Insolvenzfall auch nicht zur Insolvenzmasse. Womöglich kann es in den turbulenten Tagen nach dem Bekanntwerden der Insolvenz etwas schwieriger sein, auf seine Depotwerte zugreifen zu können. Dieser Zustand dürfte aber nicht lange anhalten, und der Wert dürfte sich dadurch nicht schmälern.
Zertifikate sind unsicher
Besitzt ein Anleger Fonds einer Bank, die in Zahlungsschwierigkeiten gerät, muss er sich keine Sorgen machen. Fonds sind ein Sondervermögen. Hinter dem Fonds stehen Werte wie Immobilien oder Aktien, die auch im Insolvenzfall der ausgebenden Bank bestehen bleiben. Auch aktuell praktizierte Fondsschließungen müssen keine Katastrophe für den Anleger sein. Es bedeutet nur, dass der Anleger für die Zeit der Schließung nicht an sein Geld kommt. Mit einem Wertverlust muss das nicht einhergehen. Die Maßnahme kann sogar vor Wertverlusten während einer Krise, in der möglicherweise viele Anleger panisch Geld abgezogen hätten, schützen.
Wesentlich kritischer sieht es hingegen bei Zertifikaten aus. Sie sind Inhaberschuldverschreibungen und somit quasi ein Kredit an den Emittenten. Im Insolvenzfall werden die Besitzer der Zertifikate daher eher wenig von ihrem Geld sehen. Gleiches gilt auch für die Käufer anderer Inhaberschuldverschreibungen. Vergleichbar einer Unternehmens-Anleihe der Bank, ist hier bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners wenig zu erwarten.
Kursverlust ist natürlicher Bestandteil einer Aktie
Problematisch kann die Lage auch für Aktionäre werden. Der Anteil an einer Bank, die zahlungsunfähig wird, dürfte kaum noch etwas wert sein. Auch können die Turbulenzen, die eine Bankeninsolvenz auslöst, die Finanzmärkte als Ganzes belasten und die Kurse an den Aktienmärkten deutlich fallen lassen. So haben beim Aufkommen der aktuellen Kreditkrise die wichtigen Aktienindizes zwischenzeitlich mehr als 10 Prozent gegenüber ihrem Höchststand verloren. Bei den Aktien von Banken lagen die Verluste sogar deutlich höher. Das Risiko eines Kursverlustes ist jedoch wesentlicher Teil einer Aktienanlage. Langfristig wird dieses Risiko bei breit gestreuten Depots aber auch in aller Regel mit einer höheren Rendite honoriert, als es bei vergleichsweise risikoarmen Anlageformen der Fall ist.
Aber auch die Inhaber von gewöhnlichen Spareinlagen können ihrer Sache nicht völlig sicher sein. Im unwahrscheinlichen Fall, dass mehrere Banken gleichzeitig zahlungsunfähig werden, reduziert sich die Zahl derjenigen Banken, die über die Einlagensicherung helfen können, während die Zahl der Hilfebedürftigen steigt. In einem solchen Krisenfall wären auch Tagesgeldkonten und Festgeld nicht mehr sicher – dann hätte die Volkswirtschaft aber auch noch ganz andere Probleme.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.376,85 | −1,24% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2443 | −0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 104,77 $ | −1,95% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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