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Tumblr-Gründer David Karp Der Internet-Tycoon aus New York

Yahoo kauft die Blogging-Plattform Tumblr. Und macht deren Gründer David Karp damit zum Multi-Millionär.

© AP Vergrößern Schulabbrecher und Multimillionär: „Fuck yeah“, schrieb Tumblr-Gründer David Karp am Ende einer Nachricht an seine Mitarbeiter.

Erst im Januar grinste David Karp vom Cover des amerikanischen Magazins „Forbes“. Es kommt nicht oft vor, dass einem 26-Jährigen die Titelgeschichte in einer der einflussreichsten Zeitschriften der Welt gewidmet wird. Doch Karp hat das Internet mit seiner Blog-Plattform Tumblr verändert. „Fortune“ nennt ihn einen der jungen Tycoons der Internet-Ära der sozialen Netzwerke.

Die Allüren eines Tycoons scheinen Karp allerdings fremd: Er liebt es einfach, ja geradezu spartanisch. „Ich besitze keine Bücher. Ich habe nicht viele Klamotten“, sagt Karp. „Ich bin immer so überrascht, wenn Leute ihr Zuhause mit Kram vollstopfen.“ Im Wohnzimmer seines 160 Quadratmeter großen Apartments im hippen New Yorker Stadtteil Williamsburg stehe nur ein Sofa und ein Fernseher, merkte der „Forbes“-Autor an, der ihn dort besuchte.

Karp ist in New York aufgewachsen und stand früh auf eigenen Beinen, wie „Forbes“ beschreibt: Er ging mit 15 Jahren von der Schule, um Zuhause weiter unterrichtet zu werden. Auf ein Praktikum in einem Animationsstudio folgte der erste Job beim Startup UrbanBay, einem Forum für Eltern in der Großstadt. 2007 gründete Karp dann mit Tumblr sein eigenes Unternehmen.

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Er hielt zuletzt einen Anteil von einem Viertel an Tumblr. Bei einem Kaufpreis von 1,1 Milliarden Dollar ist er damit nun annähernd 300 Millionen Dollar schwer (233 Mio Euro). Dennoch wird er sich nicht auf seinem Erfolg ausruhen. Er wird Tumblr weiterhin als Firmenchef weiterentwickeln.

Karp schrieb, weder an der Belegschaft noch am Unternehmenssitz noch an der Mission von Tumblr werde sich etwas ändern. Tumblr habe nun einfach mehr  Ressourcen zur Verfügung und könne schneller besser werden. Im übrigen passen die beiden Unternehmen nach Karps Worten schon deshalb wunderbar zusammen, weil ihre jeweiligen Logos mit einem Satzzeichen enden (Yahoo hat ein Ausrufezeichen, Tumblr einen Punkt).

Yahoo-Chefin Marissa Mayer ließ derweil in der offiziellen Pressemitteilung verkünden, Yahoo  verspreche, es mit Tumblr „nicht zu vermasseln“. 

Tumblr hat sich lange dagegen gesträubt, auf seinem Dienst Werbung zu zeigen. David Karp sagte der Zeitung „Los Angeles Times“ in einem Interview vor einigen Jahren: „Wir sind ziemlich gegen Werbung. Uns dreht sich bei dem Gedanken daran der Magen um.“ Im vergangenen Jahr begann Tumblr dann aber doch, Werbung auf seiner Seite unterzubringen und hat damit einen Umsatz von 13 Millionen Dollar erzielt. In diesem Jahr sollen es 100 Millionen Dollar werden. Tumblr setzt dabei auf Werbung, die sich möglichst gut in die Inhalte auf der Seite integriert.

Quelle: FAZ.NET/dpa-AFX/lid.

 
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